Beschussanlage und Munitionsdepot

Durch einen engen Schluf gleiten wir in ein großes Stollensystem mit mehreren Bereichen.

Dunkelheit umgibt uns … es wird feucht.

Wir ziehen uns unsere Wathosen über und weiter geht's.

 

Angelegt wurde dieser weiträumige Stollen ursprünglich für den öffentlichen Luftschutz.

Zusätzlich wurde ein unterirdisches Krankenhaus geplant.

Bis zu dessen Fertigstellung improvisierte man in einem OP-Bereich, der in Seitenstollen eingerichtet wurde.

Bevor der als Krankenhaus gedachte unterirdische Neubau fertiggestellt wurde, ging den Bauarbeitern der Krieg aus …

Viele Stollengänge befinden sich deshalb im Rohbaustadium und entwickeln ungestört ihre nett anzusehenden Tropfsteingalerien.

 

In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, in Zeiten des Kalten Krieges, wurde der vordere Luftschutzbereich zu einer unterirdischen Prüf- und Beschussanlage für Panzerstahlplatten umgebaut. Hier wurden diese dicken Platten auf ihre Qualität geprüft und dazu mit großkalibrigen Projektilen beschossen. Die Beschussanlage weist eine Länge von 100 Metern auf.

 

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Die Bismarckhöhle

 

1881, während des Baus der Talbahn von Hagen nach Altenvoerde, wurde die Bismarckhöhle entdeckt und 1944, während des Zweiten Weltkriegs zum Luftschutzbunker ausgebaut. 2500 Milsper, Altenvoerder und auch Hagener, die mit der Talbahn angereist waren, suchten hier Schutz vor den Bomben der alliierten Streitkräfte. Elektrisches Licht, Bänke, ein Sanitätsraum, Aborte und sogar ein Kinderkarussell befanden sich damals in der Halle. Davon ist heute bis auf eine Eisenbefestigung des Karussells, die aus dem lehmigen Boden ragt, nichts mehr zu sehen.

Die Höhle ist Teil des Höhlensystems Klutert-Berg. 1248 Meter beträgt ihre Ganglänge auf 15 Metern Höhendifferenz. Hydraulisch ist sie mit der Kluterthöhle verbunden. Der Klutert-Berg liegt nördlich der Ortschaft Milspe – heute Stadtteil der Gemeinde Ennepetal. Historisch wurde die Höhle oft zu Schwelm oder Voerde gerechnet.

An den Wänden befinden sich Strukturen von Korallen und Stromatoporen (kolonienbildende, schwammartige Lebewesen mit schichtiger Skelettstruktur). Vor 380 Millionen Jahren war hier ein Schelfmeer, das sich an der Küste eines riesigen Nordkontinents – dem ,Old-Red-Kontinent' befand. 1000 bis 2000 Jahre hat das Riff an Ort und Stelle bestanden, ist dann verschüttet worden, bevor sich einige Zeit später nochmals ein Riff  bildete, dessen Rückstände in der oberen Kalkschicht an der Kuppe des Klutertberges zu sehen sind.

(Der Westen)

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Die Kückelhauser Klutert

 

Eine andere Höhle mit dem Namen Klutert ist die Kückelhauser Kluterthöhle. Auch sie hat schon früh Beachtung gefunden, steht jedoch in ihrer Bedeutung weit hinter der Ennepetaler Klutert zurück und ist heute nahezu vergessen, da ihr Zugang schon vor Jahren durch die Anlage eines Sportplatzes für die Öffentlichkeit verschlossen wurde.

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Die Mergelgrotten

 

Die im belgisch-niederländischen Grenzgebiet befindlichen Hochplateaus beinhalten einige uralte, teils sehr grosse Bergwerke. Zusammengerechnet ergibt dieses unterirdische Labyrinth eine Gesamtganglänge von ungefähr eintausend Kilometern. Das waldreiche Gebiet steht unter Naturschutz und das Einfahren in den Berg bleibt erfahrenen und befugten Höhlenkundlichen vorbehalten. Das hat seinen guten Grund, denn ohne Erfahrung und entsprechende Ausrüstung und Vorbereitung hat man sich schnell in dem Gewirr der Gänge verloren. Ein ortskundiger Führer wäre dann vonnöten, ansonsten riskiert man sein Leben. Die letzten unvorsichtigen Besucher hat man nach rund drei Wochen tot aus der Grube geborgen!
 
Der Mergel ist entstanden, als sich die Skelette und Schalen von Tieren sowie Pflanzenreste auf dem Boden des Meeres aufgehäuft haben, das sich hier vor Dutzenden von Millionen Jahren befand. Die fossilen Überreste dieser Tiere sind bis zum heutigen Tage in den gelben Mergelsteinen von Gebäuden und auf den Wänden und Gängen zu erkennen. Die schönsten Funde waren in den Jahren 1770 und 1998 zu verzeichnen, als man auf die aussergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien eines Mosasaurus (Maaseidechse), einem direkten Verwandten der Dinosaurier, stiess.
 
Immer wieder tauchen an den Grottenwänden entlang Namen und Zeichnungen, Denkmäler und Skulpturen von Menschen auf, die hier vor hunderten von Jahren tagein tagaus ihrer mühsamen Arbeit nachgingen. Diese so genannten Blockbrecher sägten die Mergelblöcke aus den Wänden, mit denen man dann Häuser, Kirchen, Burgen, Klöster und auch Schlösser baute.
 
Während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzungszeit dienten die, teilweise im 12. Jahrhundert und über acht Jahrhunderte entstandenen Kalksteingruben, der Bevölkerung als Luftschutzbunker, Lazarett und Versteck wertvoller Gegenstände und Kunstschätze. Während der Zeit des Kalten Krieges befand sich in einem der Berge, neben anderen militärischen Dienststellen, das Kriegshauptquartier (WarHQ) der Northern Army Group (NORTHAG).
 

Das Basaltlava-Bergwerk

 

Das ehemals größte Basaltlava-Bergwerk der Welt wurde in einen erkalteten Lavastrom des vor 200.000 Jahren ausgebrochenen Wingertsbergvulkan bis in eine Tiefe von 32 m gegraben, um Basalt für Mühlsteine abzubauen. Die Lava ist von etwa 30 m Löss und Bimstuffen vom Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor etwa 13.000 Jahren überlagert und wurde seit dem 18. Jahrhundert unterirdisch abgebaut. Da bereits viele Stollen eingestürzt sind, mussten viele Zugänge gesperrt werden. Ab und zu passiert es, dass Übertage Straßen oder Grundstücke durch die Unterhöhlung absacken.
 
 
Beim letzten Re-Visit schauten wir uns in Ruhe einige der alten Bierkeller an …

Das Kalksandsteinbergwerk

 

Schroff ragen weißgraue Felsen aus dem Tal und verleihen der ansonsten lieblichen Ardennenlandschaft mit ihren Wiesen, Acker- und Waldflächen einen wilden Eindruck. Unten schlängelt sich die Ourthe, die kurz unterhalb des Ortes Comblain-au-Pont das Wasser der Amblève aufnimmt. Kaum etwas lässt erahnen, dass sich vor Ort unterirdische Gruben befinden, die in Belgien einzigartig sind. Noch bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde hier Sandstein abgebaut, der ein wichtiger Baustoff für die Straßenpflasterung war. Hier wurde einer der besten Sandsteine der Region abgebaut, der noch heute als Pflaster in zahlreichen Städten zu sehen ist. Das vor mehr als 370 Millionen Jahren durch Meeresablagerungen entstandene Gestein zeichnet sich durch eine besondere Härte aus. Die 1,5 m bis 8 m dicken Sandsteinschichten wurden in unterirdischen Gruben abgebaut. Die Arbeit war schwer, staubig und nicht ungefährlich, da der Sandstein mit Hilfe von Sprengstoff aus dem Berg gelöst werden musste. So entstand ein unterirdisches Labyrinth von Pfeilern und kilometerlangen Stollen.
 

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Unbekannte Anlage

 

Hier haben wir eine kleine, völlig unbekannte Anlage mitten in der City. Die Eingänge dieses Objektes wurden Ende der '60er, Anfang der '70er Jahre massiv verschlossen und danach wurde der Stollen auch nicht mehr begangen. Obwohl dieser ehemalige Felsenkeller direkt an einer Hauptstraße Wuppertals liegt, ist er kaum aufzufinden, da er nur noch über den ehemaligen, gut versteckten Notausgang zu erreichen ist.

Im Krieg wurde dieser, wie auch so viele andere Stollen, als Luftschutz verwendet und es wurde hier definitiv auch untertägig gearbeitet. Leider konnte bis jetzt noch nicht herausgefunden werden, welche Firma sich hier eingerichtet hatte und was hier produziert wurde.

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Der Bunker, der mal Notfallstudio war

 

Hinter einer Tankstelle liegt tief im Berg eine alte Stollenanlage. Sie diente nach dem Krieg Obdachlosen als Unterkunft – und später dem WDR.

Die meisten Autofahrer, die an der Tankstelle tanken, ahnen wahrscheinlich nicht einmal, was ein paar Meter neben ihnen im Gestein schlummert. Eine Wand am Berg ist zu sehen, eine kleine Tür. Auf den ersten Blick nichts Spannendes. Oder doch? Hinter der Tür verbirgt sich der Eingang zu einer mächtigen, zivilen Bunkeranlage.

Drei Stollen á 54 Meter wurden, vermutlich Anfang der 1940er Jahre, in den Berg getrieben, verbunden durch zwei Querstollen. Die Wuppertaler Bürger sollten in ihnen Schutz vor den alliierten Bombern finden. Für 600 Menschen war die Anlage ausgelegt.

Vom Autolärm  ist schon nach ein paar Schritten in den Berg nichts mehr zu hören. Relativ trocken ist es, hier und da ein bisschen Schimmel an der Wand. Je tiefer es reingeht, desto feuchter wird es.

Wofür der Bunker mal genutzt wurde? Spuren haben der oder diejenigen jedenfalls nicht groß hinterlassen.

Ein wenig Aufklärung kommt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – dem Eigentümer des Bunkers. „Die Anlage wurde im Jahr 1948 zwischenzeitlich als Unterkunft für Obdachlose und später zeitweise zu Zivilschutzzwecken genutzt“. „Es gibt das Gerücht, dass der WDR dort in Zeiten des Kalten Krieges ein Notfallstudio betrieben hat.“

Offenbar weit mehr als ein Gerücht, wie das Archiv des Westdeutschen Rundfunks in Köln bestätigt. Ende der 1980er Jahre suchte der Sender einen neuen Standort für seinen „Radio-Bunker“, da der bisherige in der Kölner Innenstadt nicht mehr den Ansprüchen genügte. Diese Notfallstudios sollten im Katastrophen- oder Kriegsfall der Bevölkerung „lebenswichtige Informationen“ geben.

Auch heute noch ein heikles Thema: Die Unterlagen von damals sind zum großen Teil Verschlusssache. Damit das Archiv überhaupt Auszüge weitergeben durfte, musste WDR-Intendant Tom Buhrow erst einmal grünes Licht geben. Vertrauliche Akten – mit dem Vermerk „Nur für den Dienstgebrauch“ – zeigen, dass damals die Stollenanlage in Wuppertal ins Spiel gebracht wurde. 1988 gab es eine Besichtigung des Bunkers – der allerdings nur als bedingt tauglich angesehen wurde. „Ein Schutz … gegen Angriffe auf die Versorgungseinrichtungen ist schwierig, wenn nicht gänzlich unmöglich“, heißt es in den Akten. Trotz dieser kritischen Einschätzung sei er aber „einige Zeit als Notstudio betrieben“ worden, so Buhrow.

Wann genau und wie lange, darüber gibt es keine Infos – zumindest werden sie nicht weitergegeben. Und Hinweise im Bunker gibt es auch nicht. Am ehesten noch die vielen, relativ neu aussehenden und gepflegten Versorgungsleitungen. Doch auch sie verschwinden im Dunkeln … irgendwo soll es auch eine Wendeltreppe nach oben auf den Berg geben, die haben wir aber auch nicht entdecken können.

Fotogalerie I

Fotogalerie II

revisit nach sieben Jahren

 

Die Ofenkaulen

 

Die Ofenkaulen sind ein Stollensystem im Siebengebirge, östlich von Königswinter. Die Stollen entstanden ab dem späten Mittelalter durch den Abbau von Trachyttuff, der als Backofenstein für den Bau von Backöfen verwendet wurde; daher resultiert der Name Ofenkaule bzw. Ofenkuhle. Der dort abgebaute Trachyttuff verfügte über eine ausgesprochen hohe Qualität, so dass Ofenplatten von bis zu 2 m² gewonnen werden konnten. Der Höhepunkt des Abbaus wurde im 19. Jahrhundert erreicht. Vor allem die ab 1871 bestehende Eisenbahnverbindung führte zu einer großen Verbreitung der Königswinterer Öfen. Ende des 19. Jahrhunderts existierten rund dreißig, meist familiär strukturierte Kleinbetriebe mit ca. 100 bis 150 Arbeitern. Im Zuge des intensiven untertägigen Abbaus wurden die Ofenkaulen auf insgesamt sieben unterschiedlichen Sohlen ausgebeutet, die teils über tiefe Schächte miteinander verbunden sind. Insgesamt lassen sich heute rund 5 ha Abbaufläche nachweisen.

 

 

Am Ende des Zweiten Weltkrieges mussten in einigen Teilen der Ofenkaulen Zwangsarbeiter unter schlimmsten Umständen Einspritzpumpen für den Flugzeugmotor BMW 801 herstellen. Es handelte sich hier um die unterirdische Verlagerung der Firma Aero-Stahl Fluggerätebau GmbH aus Köln, die unter dem Decknamen „Schlammpeitzger“ in den Stollen untergebracht war.

In den letzten Kriegstagen suchten einige hundert (berichtet wird auch von ca. 2000) Bürger von Königswinter hier einen bombensicheren Zufluchtsort.

Heute sind die Ofenkaulen eingetragenes Bodendenkmal.  Das Betreten wäre lebensgefährlich und ist verboten. Die Eingänge sind massiv verschlossen (zubetoniert oder verbrochen), und nur für Fledermäuse wurden Einflugschlitze gelassen. Die Ofenkaulen gehören zu den wichtigsten Fledermauswinterquartieren im südlichen NRW und nördlichen Rheinland-Pfalz.

(Wikipedia)

Galerie I

Galerie II

Re-Visit der Ofenkaulen

Impressionen aus den Hardthöhlen

 

Die Hardthöhlen sind ein Großhöhlensystem im Wuppertaler Stadtgebiet, das sich auf einer Fläche von rund 1,5428 Hektar erstreckt. Die Höhlen sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein kleiner Teil für den Bau eines Luftschutzbunkers genutzt. Als sich in den 1960er Jahren Kinder in dem Höhlensystem verlaufen hatten, wurde der Zugang verschlossen.

Das Höhlensystem war ursprünglich als die Obere Hardthöhle und die Untere Hardthöhle bekannt. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass beide Höhlen nicht miteinander verbunden sind. Jedoch wurde vom Arbeitskreis Kluterthöhle eine stark einsturzgefährdete Verbindung zwischen den beiden Höhlen entdeckt, die ausgebaut wurde, so dass eine Befahrung der Verbindung gefahrarm möglich ist. Es handelt sich technisch daher nur um eine einzige Höhle.

Inzwischen wurde noch die Unterste Hardthöhle entdeckt, die eine Fortsetzung der Hardthöhle bis ins Grundwasser darstellt.

Das labyrinthartige Höhlensystem ist auf einer Länge von 4037 Metern und einer Tiefe von 62 Metern erforscht. Die Hardthöhlen sind die zweitlängsten im Gebiet Westsauerland und Bergisches Land und unter den Höhlen in Deutschland auf Platz 18.

Die Hardthöhlen wurden schon erstmals mit dem Reichsnaturschutzgesetz von 1937/38 unter Schutz gestellt. Dies wurde vom Land Nordrhein-Westfalen am 23. Juni 1966 mit der Klassifizierung als Naturschutzgebiet „wegen der artenreichen Höhlenfauna“ bestätigt. Der Arbeitskreis Kluterthöhle wurde von der Stadt Wuppertal beauftragt, die Betreuung der Höhle zu übernehmen.

 (Wikipedia)

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Tag des Geotops • 15. September 2013

Das Ressort Umweltschutz der Stadt Wuppertal veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. eine Besichtigung der Hardthöhlen und angrenzender geologischer Aufschlüsse.

Besichtigt wurden ein geologischer Aufschluss an der „Waldbühne auf der Hardt“ sowie der Massenkalk. Danach ging es in den Untergrund Wuppertals. Jeweils zwei Führungen durch die Untere sowie die Obere Hardthöhle fanden statt und dabei wurden die Entstehung und die Besonderheiten dieser größten bekannten Höhlen Wuppertals erklärt.

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Kluterthöhle, Ennepetal

 

Niemand weiß, wann die Kluterthöhle in Ennepetal entdeckt worden ist. Sicher ist aber, dass schon vor 400 Jahren die Höhle in Kriegszeiten den Menschen als Zuflucht diente. Die Höhle wurde vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit als Unterschlupf genutzt, Belege dafür gibt es aber erstmals in einem Text von 1698. Scherbenfunde deuten darauf hin, dass die Höhle ab mindestens dem 12. Jahrhundert genutzt wurde.

Die Kluterthöhle liegt in einer nach Norden abfallenden, etwa 12,5 m mächtigen Riffkalkschicht und bedeckt darin eine Grundfläche von etwa 400 x 200 m. Geologisch gehören die Schichten des Klutertberges zum Oberen Mitteldevon (Givet-Stufe), genauer zu den Honseler Schichten, die vor ungefähr 370 Millionen Jahren im Meer gebildet wurden. Von Ost nach West ist die Schicht in kleinere Sättel und Mulden gegliedert. Im Bereich der westlichsten Mulde verschwinden die Schichten unter dem Karstwasserspiegel und tauchen erst in der benachbarten Bismarckhöhle wieder auf.

Die Hohlräume der Höhle sind durch Laugung im Grundwasserbereich entstanden. Zu einem Zeitpunkt, in dem die Kalkschicht noch unter dem Grundwasserspiegel lag, drang aggressives, mit Kohlensäure gesättigtes Wasser durch winzige Spalten in den Kalk ein und begann mit der chemischen Lösung.

Im Laufe von geologischen Zeiträumen bildeten sich dann immer größere, komplett wassergefüllte Gänge. Erst später, mit Hebung der Mittelgebirge und Eintiefung der Ennepe, fiel die Höhle trocken.

Die heute noch in der Höhle fließenden Bäche haben nichts mit der Entstehung der Höhle zu tun; das Wasser benutzt die vorhandenen Hohlräume lediglich. Ebenfalls erst nach dem Trockenfallen der Hohlräume setzte, besonders in den hangnahen Bereichen, die Bildung von Tropfsteinen ein. Leider wurden die Sinterformationen im Laufe der Jahrhunderte größtenteils von Menschenhand zerstört. Lediglich an wenigen unzugänglichen Stellen und in benachbarten Höhlen, die der Öffentlichkeit nie zugänglich waren, ist die volle Pracht der Sinterformen noch zu bewundern.

Die Höhle hat eine Ganglänge von über 5.500 Metern. Sie besteht aus mehr als 300 Gängen, unterirdischen Seen und Bächen.

Im Zweiten Weltkrieg diente die Kluterthöhle bis zu 4000 Menschen als Luftschutzraum. In der benachbarten Bismarckhöhle wurde sogar ein Kinderkarussell aufgestellt, um das Warten während der Bombennächte zu verkürzen.

Seit Mitte der 1950er Jahre werden in der Höhle Lungen-Kuren angewendet. In der Höhle herrscht eine konstante Temperatur von 10°C.

Seit 1976 werden die Höhlen des Klutertberges vom Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. wissenschaftlich betreut. Der Verein hat seitdem mehrere Hundert Meter Neuland in der Höhle entdeckt, zuletzt im Mai 2011, als durch Tauchgänge etwa 140 Meter Neuland entdeckt werden konnten, die nach der Vermessung die Ganglänge der Kluterthöhle wohl auf etwa 5700 Meter erhöhen werden.

Infos über die Klutert- und Bismarckhöhle gibt es in "Das Klutert-Buch" von Lutz Koch.

(Wikipedia),  Kluterthöhle 

Neue Galerie

 

Galerie 3

Galerie 4

 

Vom Stiefeleisen zum Systemknoter

Das 2009 aufgegebene Fabrikgelände am Solinger Stöcken bildet mit einer Größe von rund 60.000 Quadratmetern heute die größte brachliegende Gewerbefläche der Stadt.

1827 gründete der Landwirt und Kleineisenschmied Peter Daniel Rasspe in Schulkohlfurt (Cronenberg, heute Wuppertal) eine Firma, die sich mit der Fabrikation von Stiefeleisen befasste. Unter Stiefeleisen sind Einfassungseisen für die Absätze von Stiefeln und Landarbeiterschuhen zu verstehen. Auch gewöhnliche Straßenschuhe wurden mit solchen Eisen versehen. Mehrere Schmiedebetriebe der Umgebung waren mit der Herstellung solcher Eisen befasst.

Sowohl die günstige Absatzsituation in den Jahren 1840 bis 1860 als auch verbesserte technische Verfahren (Gesenkschmieden), erforderten einen stetigen Ausbau der Fabrikationsräume und eine Vergrößerung der Produktionskapazitäten. Anfang der 1860er Jahre reichten die Flächen des alten Standortes nicht mehr aus und man plante einen Fabrikneubau in städtischer, verkehrsgünstigerer Lage. Schließlich konnte man aber in Stöcken bei Solingen ein in Konkurs gefallenes Gut aus der engen Verwandtschaft günstig übernehmen, obwohl dieser Standort verkehrstechnisch keine Verbesserung darstellte. Aber hier waren genügend Reserveflächen zur Betriebserweiterung vorhanden.  Die Söhne Johann Abraham und Peter Isaak führten das Unternehmen zu einem der größten Industriekomplexe in Solingen – mit dem auf der ganzen Welt berühmten Markenzeichen, die „Pfeife“, das 1868 in das Mustergericht eingetragen wurde.

In den 1860er und 1870er Jahren wurde die Produktpalette auf Tafel- und Schlachtmesser, Sägen sowie Häcksel- und Rübenmesser ausgedehnt. Als die Industrialisierung fortschritt und Rasspe die Fertigung modernisierte und fabrikmäßig organisierte, mussten die Produktpalette und die Absatzmärkte erneut ausgedehnt werden, um die hohen, erforderlichen Investitionen tätigen zu können. So kamen planpolierte Kupfer- und Zinkplatten zum Angebot hinzu. Der Durchbruch kam jedoch erst, als Rasspe noch zusätzlich auf die Herstellung von Zubehör- und Ersatzteile für landwirtschaftliche Maschinen umstellte. Das Sortiment stieg in den 1920er Jahren auf über 40 000 Produkte an, die bis 1958 über ein Werksgleis zum damaligen Solinger Nordbahnhof und von dort in die ganze Welt versandt wurden.

In den 1930er Jahren profitierte Rasspe von den Bemühungen des NS-Regimes, die landwirtschaftlichen Erträge durch Maschineneinsatz zu steigern. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg bot die fortgesetzte Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft bis Anfang der 1960er Jahre der Firma Rasspe ein wachsendes Auskommen. So kamen 1962 noch Knoter für Hochdruckpressen zur Produktpalette hinzu.

Die Rationalisierungen der folgenden Jahre, ermöglicht durch den Einsatz von großen, leistungsfähigen Landmaschinen, ließ es bei Rasspe kriseln. In ernsthafte Schwierigkeiten geriet das Unternehmen, als immer mehr Konkurrenten dazu übergingen, für ihre Maschinen eigene Ersatzteile anzubieten. Die Zahl der Mitarbeiter fiel zwischen 1960 und 1998 von 1.000 auf 261, denn auch der Vertrieb neuer Produkte brachte keinen dauerhaften Erfolg. 1999 musste der Betrieb schließlich Insolvenz anmelden.

Der Baubestand der Fa. Rasspe spiegelt im beschriebenen Umfang mehrere Epochen Industriearchitektur wider.
Von der Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg über die für die Epoche des Industriebaus des Dritten Reiches wichtigen Anlagenteile bis zu dem eher konservativen Bau der Verwaltung der Mitt-Zwanziger und zum Funktionsbau des Lagers sprechen die Bauwerke eine jeweils zeittypische, qualitätvolle Sprache. Die Industriebauepoche von 1900 bis zur Nachkriegszeit nach 1945 ist hier repräsentiert. Der Werkshof mit seiner vereinheitlichten Architektursprache kann als besonders qualitätvolles Beispiel einer Werksinnenbebauung gelten.

Revisit

 

 

Eine der ersten Gussstahlfabriken stand im Bergischen.

Der Neuenhammer im Eschbachtal wurde bereits Ende des 16. Jahrhunderts als Hammerwerk in Betrieb genommen. Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Hasenclever mit seinem niederländischen Partner Burlage hier eine der ersten Gussstahlfabriken. Später siedelte sich dann die Firma Schulte hier an, die Kugeln und Rollen herstellte.
Weiter bergauf liegt der Luhnshammer, ein Hammer mit Schmiede aus dem 17. Jahrhundert. Vor wenigen Jahren war hier noch ein Kunstschmied tätig und man konnte die denkmalgeschützte Schmiede besichtigen. Die drei Kellershämmer wurden 1692 erstmals unter dem Namen "Kellnershämmer" urkundlich erwähnt, benannt nach ihrem Begründer, dem damaligen Kellner von Burg. Er führt Buch über die Mühlen, Schleifkotten und Hämmer im Herzogtum.
Die Kellershämmer haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Lange Zeit wurden sie von der Familie Hasenclever betrieben, dann von Steffens, der hier Maschinenmesser herstellte, später übernahm die das Alexanderwerk. Im Zweiten Weltkrieg musste das Alexanderwerk auf behördliche Anordnung die Kellershämmer wieder verkaufen, Rasspe wurde der neue Inhaber.
Nachdem Rasspe "auf Befehl von Oben" das Werk mit eigenem Bahnanschluss übernahm, wurden auch
diese zwei Werkluftschutzstollen in den Berg getrieben. Sie konnten jedoch nicht mehr vor Kriegsende fertiggestellt und miteinander verbunden werden.

U-Verlagerung Eisenkies

 

Das Projekt Schwalbe 1 war eines der größten geheimen Bauprojekte der U-Verlagerung des Dritten Reiches. Der Bau mit dem ursprünglichen Decknamen „Eisenkies“ (der Mineralname ist hier die Kennung für eine neue, eigens eingerichtete Stollenanlage) ist eine der größten Stollenanlagen im Sauerland. Im Rahmen des Geilenberg-Programms zur Sicherung der kriegsrelevanten Mineralölindustrie vor der totalen Zerstörung durch alliierte Luftangriffe begann man Ende August 1944 im versteckt liegenden Hönnetal des Sauerlands im Steinbruch Emil 1 der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke mit dem Ausbau dieser gigantischen Stollenanlage.
 
Im Vorfeld wurde der Standort sorgfältig von Geologen und Sachverständigen der Organisation Todt, die auch im Verlauf des Ausbaus die Oberbauleitung und Aufsicht über das Vorantreiben des Stollensystems behielt, ausgewählt. Bauherr war die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG in Wesseling, die in der Stollenanlage ein Hydrierwerk zur Treibstoffherstellung und ein Dehydrierwerk zur Herstellung von Kerosin errichten ließ. Es sollten monatlich 30.000 Tonnen Treibstoff für Düsenjäger produziert werden.

Die Rohstoffe, besonders verflüssigte Kohle bzw. Stein- und Braunkohlenteer, Wasser und Energie, sollten bei der für Sommer 1945 geplanten Produktionsaufnahme über Rohrleitungen aus dem Ruhrtal bzw. Ruhrgebiet herangeführt werden.

Die Bauleitung lag bei der Organisation Todt. Insgesamt waren 25 Firmen an den Arbeiten beteiligt. Die technische Leitung hatte Der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion – Arbeitsstab Geilenberg – Einsatzbeauftragter Schwalbe 1.

Der zehnmonatige Stollenvortrieb und Ausbau erfolgte durch umfangreichen Einsatz von 10.000 Zwangsarbeitern und Häftlingen im Schichtbetrieb. Die Gestapo Dortmund gab im Spätsommer 1944 die Kontrolle über das Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei Lüdenscheid auf, um im Hönnetal ein neues Häftlingslager einzurichten. Zwischen Balve und Fröndenberg wurden ca. 20 Lager für Zwangsarbeiter, Kriegs- und Strafgefangene errichtet. Anfangs wurden hauptsächlich Wehrmachtsstrafgefangene eingesetzt. Die Menschen kamen aus dem ganzen Herrschaftsgebiet des Deutschen Reiches. Dazu kamen deutsche Fachleute, darunter Bergleute aus dem Ruhrgebiet und von der Saar.

Trotz der Baudimension und damit verbundener Logistik blieb das Projekt lange Zeit unbemerkt. Zur Verteidigung der Großbaustelle lagen mehrere strategische Abwehrmaßnahmen vor. Unter anderem wurde das Projekt ringsherum von Flakbatterien verteidigt. Zu größeren Luftangriffen scheint es nicht gekommen zu sein.

Es wurden ca. 600.000 Tonnen Gestein aus dem Fels geholt. Bis zum Kriegsende war eine Wasserleitung mit dem Stahlrohrdurchmesser von einem Meter vom Westicker Wehr an der Ruhr zur Anlage in Abschnitten fertiggestellt, zumeist verlegt aber noch nicht verschweißt. Auch ein Tunnel durch den Mendener Rodenberg war dazu gebaut worden. Das Wasser sollte hauptsächlich zur Kühlung des Hydrierwerks dienen. Es wurde von der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG eine zusätzliche 100 kV Hochspannungsleitung von Menden-Ohl nach Lendringsen gebaut und eine weitere Leitung sollte später von Hemer über Deilinghofen ins Hönnetal führen. Die Leistungsfähigkeit der Hönnetalbahn von Fröndenberg ins Hönnetal war für den Transport der Steinkohle verstärkt worden, da das geplante Hydrierwerk für die Gewinnung einer Tonne Treibstoff fünf Tonnen Kohle brauchte. Nur die Eisenbahnbrücke über die Ruhr blieb als einspuriger Engpass erhalten. Die Aushöhlungsarbeiten an den 20 Stollen und deren Verbindungsstollen waren zu Kriegsende nahezu abgeschlossen. Es gab ferner Planungen, eine Rohrleitung aus dem Raum Hamm-Unna ins Hönnetal zu bauen, um durch diese Leitung verflüssigte Kohle in das Hydrierwerk zu leiten.

Die Tunnel wurden, anders als anfangs geplant, nicht gesprengt. Heute befindet sich in dem Steinbruch ein Übungsgelände der Polizei für Sondereinsatzkommandos (SEK).

(Wikipedia)

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Re-Visit