Zeche Monopol Schacht Grimberg 2

Die Zeche Monopol Grimberg 1/2 war eines von drei Steinkohlebergwerken in Bergkamen. Es gehörte in der Folge zusammen mit Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 zum Bergwerk Ost mit einer Grubenfeldgröße von 285 km².

Schacht 1 wurde 1890 abgeteuft, 1891 erreichte er bei 453 m Teufe das Karbon. Die Förderung begann 1893. Im Jahre 1995 wurde der Schacht verfüllt. Der Förderturm über Schacht 1 wurde 1997/1998 abgerissen.

Der daneben liegende Schacht 2 wurde 1893 abgeteuft, 1894 ging er bei 82 m Teufe zu Bruch und neu angesetzt ging er 1896 in Betrieb. Ende der 1970er Jahre wurde Grimberg modernisiert, wobei auch der moderne Förderturm über Schacht 2 entstand. Nur wenige Jahre später wurde Grimberg mit den Zechen Haus Aden in Oberaden und Heinrich Robert in Hamm zusammengefasst und die Förderung in Bergkamen eingestellt.

Im Dezember 2019 wurde der Schacht Grimberg 2 mit ca. 36.000 Kubikmetern Beton verfüllt und somit dient er seither nicht mehr als Schacht für Wasserhaltung.

Bergwerk Prosper-Haniel V Schacht 10

Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop war – ab der Schließung der Zeche Auguste Victoria am 18. Dezember 2015 – das letzte aktive Steinkohlen-Bergwerk im Ruhrgebiet. Das Bergwerk wurde am 21. Dezember 2018 in einem offiziellen Festakt geschlossen, nachdem dort am 14. September die letzte Kohle im Regelbetrieb gewonnen worden war. Damit wurde die Steinkohlenförderung in Deutschland eingestellt.

1976 wurde in der Kirchheller Heide der Aufschluss des neuen Nordfeldes im Grubenfeldbesitz Nordlicht begonnen. Bis 1981 wurde hier der Schacht Prosper 10 (Prosper V) niedergebracht, welcher als neue Seilfahrt- und Materialschachtanlage in Betrieb ging. Nach dessen Fertigstellung wurden die nicht mehr benötigten Schächte Prosper 3 (Prosper II), Möller 5 und Arenberg 1 abgeworfen und verfüllt.

Das Bergwerk Prosper-Haniel umfasste zum Schluss noch die Schächte Prosper 9, Prosper 10, Franz Haniel 1, Franz Haniel 2, den Schacht Hünxe der Zeche Lohberg als Wetterschacht, den Förderberg sowie die Aufbereitung auf Prosper II.

Zeche Pluto

Pluto war in der griechisch-römischen Mythologie der Gott der Unterwelt und später auch der Spender des in Handel und Wirtschaft erzielten Gewinns. Im Namen der Zeche hat man im übertragenen Sinn eine Beziehung zur ‚Unterwelt‘ und zum Gewinnstreben der Bergwerksgesellschaften festgehalten.
Unterirdisch läuft aber schon lange nichts mehr, das Steinkohlebergwerk in Herne im Stadtteil Wanne-Eickel wurde Mitte der 1970er Jahre stillgelegt. Seitdem verwittert auch die Schachthalle, ein 25 Meter hohes Bauwerk, das einsturzgefährdet ist.

Das Bergwerk war zunächst unter dem Namen Zeche St. Nicolaus geführt worden und wurde später umbenannt in Zeche Pluto. Die Zeche gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Außerdem gehörte die Bergbau-Aktien-Gesellschaft Pluto zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für die bergbaulichen Interessen. Das Bergwerk gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Zechen des Regierungsbezirks Arnsberg.

Von der Zeche zeugt heute das unter Denkmalschutz stehende Fördergerüst und einige verbliebene Tagesanlagen. Zu dem Zeugnis historischer Industriekultur gehören die Schachthalle mit Hängebank, das westliche Fördermaschinenhaus mit einer Elektrofördermaschine und Förderseil sowie das östliche Fördermaschinenhaus.

Die Hauptanlage im Stadtteil Bickern entstand ab 1873 mit dem Abteufen von Schacht 2, genannt Wilhelm, der nach dem Kaiser Wilhelm I. benannt wurde. Aufgrund der Flächenreserven wurde der Standort ab 1927 zur Hauptförderanlage.

Neben der Kokerei wurde ab 1903 eine Teerdestillation betrieben. Bis 1910 folgten Schmiermittel- und Lackproduktion. Bis 1977 bestand die Chemische Betriebe Pluto GmbH. Der Nachfolgebetrieb Innospec stellt Zusätze für Kraftstoffe her.

1953 wurde der Schacht 3 nach Entwürfen der Architekten Schupp und Kremmer umgebaut. Das 53 m hohe Doppelbockgerüst ähnelt dem von Zollverein 12. Es ist mit den Fördermaschinenhäusern erhalten. Der Schacht 2 ist nur an einer Markierungstafel erkennbar. Vom Schacht 7, der bis 1954 Hauptförderschacht war sind keine Spuren erhalten, die angrenzende Fläche liegt brach.

In den Gebäuden am Zecheneingang und der Waschkaue sind noch zentrale Einrichtungen der DSK untergebracht (Grubenwehr, Arbeitsmedizinischen Zentrum, Zentralarchiv und der technische Sonderdienst). Westlich davon liegt die Ruhranalytik, ein Labor zur Kohleforschung. Daneben befindet sich so weit wie möglich vom Stadtteil isoliert seit 2011 die neue forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter, die durch eine fünfeinhalb Meter hohe Mauer gesichert ist.

Bergwerk Auguste Victoria

Die Zeche Auguste Victoria (kurz AV), benannt nach der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk der RAG Aktiengesellschaft in Marl und Haltern am See, das am 18. Dezember 2015 geschlossen wurde. Bis zu seiner Schließung war das Bergwerk das drittletzte aktive Steinkohlebergwerk Deutschlands sowie das zweitletzte im Ruhrgebiet.

Schacht 7 wurde ab 1957 in unmittelbarer Nähe von Schacht 3 geteuft und ging 1960 in Betrieb. Schacht 7 wurde als Förderschacht des Bergwerks mit einer Skipanlage ausgerüstet. Die entstandene neue Doppelschachtanlage übernahm 1966 die Förderung von der Schachtanlage 1/2. Letztere wurde mitsamt der Kokerei stillgelegt. Schacht 5 wurde 1968 verfüllt und der Förderturm abgerissen.

1963 wurde Schacht 8 im Feld Lippramsdorf, etwa drei Kilometer nördlich der Schachtanlage 3/7 am nördlichen Ufer der Lippe als Wetterschacht für das nordöstliche Grubenfeld abgeteuft. 1972 wurden die Grubenfelder 3/7 und 8 verbunden. Im Rahmen der Vergrößerung und Ausdehnung des Grubenfeldes wurde die Anlage 1978 als Seilfahrts- und Materialförderschacht ausgebaut und bis 1980 auf ungefähr 1330 m weitergeteuft.

An den Standorten Schacht 3/7, Schacht 8 und 9 wurde zuletzt noch Steinkohle abgebaut. Insgesamt waren dort circa 3800 Menschen beschäftigt. Am 18. Dezember 2015 endete nach rund 116 Jahren Bergbaugeschichte mit der Schließung der Zeche die Steinkohlenförderung in Marl. Somit verblieb das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop bis zu seiner Schließung am 21. Dezember 2018 als letzte Zeche im Ruhrgebiet.

U-Verlagerung Wulfenit

Im schönen Sauerland, in einem alten, mittlerweile anderweitig genutzten Steinbruch fand ich dann nach kurzer Suche doch noch den Stollen, der für die Untertageverlagerung Wulfenit vorgesehen war. Da im Stollen selbst keinerlei Einbauten vorhanden sind, die auf eine U-Verlagerung Rückschlüsse ziehen lassen, gehe ich davon aus, dass die Verlagerung mit der Objektnummer 5131 zwar geplant war, aber nie realisiert wurde.

U-Verlagerung Rotbutt – Zwischen Schieferbergbau und Rüstungsindustrie

Die Geschichte des Schieferbergbaus im Thüringer Schiefergebirge geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird in der Region  Schiefer abgebaut, der als Dach-, Wand- und Tafelmaterial Verwendung findet. Der Unternehmer Oertel übernimmt Brüche, die später nach ihm benannt werden. Im zweiten Weltkrieg werden die entstandenen Stollen und Räume für das Rüstungswerk Vorwerk-Mitte genutzt.

Im Oertelsbruch fanden die Triebwerktests der A4/V2-Rakete statt. Die Anlagen für die Flüssigsauerstoff- und Stickstoffproduktion befanden sich Untertage. Nach Kriegsende wurde der Schieferbruch einige Zeit durch die Alliierten für weitere Tests nachgenutzt. Danach wurde hier bis zum Jahr 2009 weiter Schiefer abgebaut. Heute staut sich das Wasser im ehemaligen Bruch bereits über mehrere Meter. Von den ehemaligen Testständen sind nur noch kleine Mauerreste zu erkennen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Produktionsstätten in den Untergrund verlagert, um die Serienproduktion der V2-Rakete aufrecht zu erhalten und sie vor Bombenangriffen zu schützen.

So übernahmen die Nationalsozialisten 1943 den ehemaligen Schieferbruch bei Lehesten, den der Unternehmer Ernst Oertel betrieb. Unter dem Decknamen "Rotbutt" wurde dieser ab September zur U-Verlagerung ausgebaut.

Zu Beginn der Umbauphase waren bereits durch den vorherigen Schieferbruch einige Kilometer Stollen und zahlreiche unterirdische Abbauräume vorhanden.

Die vorhandenen Abbauräume wurden zu Produktionshallen auf eine Fläche von über 600 qm ausgebaut und zusätzliche Verbindungsstollen angelegt.

Einige Stollen wurden auf eine Höhe von 4 Metern erweitert und eine einzementierte breitspurige Eisenbahnlinie verlegt. Die Hallen zur Produktion des flüssigen Sauerstoffs waren teilweise bis zu 30 Meter hoch. Der Boden war zementiert und die Wände nur mit Kalkfarbe geweißt. Die Decken der unterirdischen Hallen wurden mit Stahlrahmen und Torpedonetzen fixiert, um die Maschinen, Aggregate und technischen Anlagen vor Steinschlag zu schützen.

Die U-Verlagerung Rotbutt diente der Produktion von Stickstoff und flüssigem Sauerstoff und dem Test der Triebwerke der V2-Rakete. Die fertigen Triebwerke der V2 kamen aus Mittelbau „DORA“ und wurden im Schieferbruch auf ihre maximale Leistung getestet. Ungefähr 10% der in „DORA“ hergestellten Triebwerke wurden geprüft und diverse Probeläufe unternommen. Dazu wurden die Triebwerke auf eigens gefertigte Stahlwagen montiert und mit einem Gleissystem zu den Prüfständen der Testanlage gezogen. Für die Höchstlastprüfung der Triebwerke wurden zwei Prüfstände in der großen Abbaugrube des Schieferbruchs errichtet. Die Prüfstände waren aus massivem Beton und hatten eine Höhe von über 4 Metern. Durch eine Öffnung im Boden konnte die Hitze der Triebwerke abgeleitet werden. Die Prüfstände mussten zusätzlich mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden.

Für die Produktion des flüssigen Sauerstoffs und für die Triebwerktests wurden riesige Wassermengen benötigt, die über ein ausgeklügeltes Versorgungssystem von umliegenden Flüssen, Bächen und Teichen abgeleitet und über den Kühlwasserturm in die Produktionshallen und zum Testgelände eingeleitet wurden. Es entstand ein weitläufiges Wasserversorgungssystem.

Der von den Häftlingen hergestellte Sauerstoff wurde unterirdisch in großen Tanks gelagert und während der Tests an die Triebwerke angeschlossen.

In den Hallen wurden 12 Kompressoren für die Herstellung von flüssigem Sauerstoff sowie 4 Kompressoren zur Erzeugung von flüssigem Stickstoff installiert.

Für den Testlauf eines Triebwerks benötigte man über 4 Tonnen Methanol. So gab es im Berg mehrere abgetrennte Kammern, in denen insgesamt über 80.000 Tonnen des hochentzündlichen Methanols lagerten.

 
Nach der Einnahme der Anlage durch US-Truppen
nutzen diese den Oertelsbruch mehrfach für Tests von Raketentriebwerken unter Beteiligung amerikanischer Fachkräfte. Kurz vor Übergabe des Gebietes an die Rote Armee wird ein Teil der Spezialausrüstung demontiert, einige deutsche Fachkräfte und Angehörige der Betriebsleitung setzen sich in die westlichen Besatzungszonen ab. Im Juli 1945 übernehmen sowjetische Truppen die Reste des Rüstungswerkes. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland nutzt neben anderen Rüstungsstandorten auch die Triebwerktestanlage im Ortelsbruch (Bezeichnung „ZW 8 Lehesten“). Bis zum Frühjahr 1946 finden auf den alten Brennständen sowie einem neu errichteten dritten Prüfstand eine Reihe von Tests statt. Zeitweilig wird eine komplette A4-Rakete montiert und getestet.

Ab April 1946 beginnt die Demontage der unterirdischen Anlagen im Oertelsbruch, die im Oktober weitestgehend abgeschlossen ist. Überraschend wird am 24./ 25. Oktober 1946 ein Teil des technischen Fachpersonals auf sowjetischen Befehl mit ihren Familien in die Sowjetunion abtransportiert, einige dieser Familien kehren erst nach neun Jahren zurück. Die vor Ort verbliebenen deutschen Mitarbeiter werden im November 1946 zum größten Teil entlassen. Zwischen November 1947 und Januar 1948 wird eine große Zahl der noch vor Ort befindlichen Triebwerke gesprengt. Im März 1948 erfolgt auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Zerstörung der unter- und oberirdischen Rüstungsanlagen durch Sprengung.

Bergwerk Friedrich Heinrich / Schacht 3 (Norddeutschland)

Mit dem Abteufen von Schacht 3 wurde 1927 das Feld Norddeutschland erschlossen. 1931 wurde das Feld Norddeutschland von der Aktiengesellschaft Friedrich-Heinrich übernommen – Schacht Norddeutschland hatte in diesem Jahr eine Teufe von 381m, desweiteren erfolgte ein Durchschlag zum Feld Friedrich-Heinrich. Von 1938 bis 1940 erfolgten weitere Teufarbeiten bis auf 474m – es dauerte jedoch bis 1960, bis Schacht Norddeutschland bis zur 3. Sohle in Betrieb genommen wurde. Bis 1985 erfolgten immer wieder Teufarbeiten, bis letztendlich 1988 der Anschluss an die 1000m Sohle erfolgte. Schacht Norddeutschland war bis 2007 als Seilfahrts- und Wetterschacht des Bergwerks Friedrich-Heinrich in Betrieb – 2007 wurde der Schacht abgeworfen und verfüllt.

 

(Text von Ingo, Fotografien von mir – Kaffee und Brötchen von der Tanke …)

Schacht 1 & 2 der Zeche Rossenray

Die Planungen und einige wenige Vorbereitungen im Hinblick auf die Zeche Rossenray erstreckten sich von Beginn des 20. Jahrhunderts bis 1943 – erst dann wurden die Teufarbeiten zu Schacht Rossenray 1/2 aufgenommen. Das Ende des 2. Weltkriegs unterbrach die Arbeiten erneut – die Gewerkschaft Rossenray wurde liquidiert.

1957 wurden die Teufarbeiten zur Zeche Rossenray 1/2 erneut aufgenommen – 1963 wurde die Endteufe beider Schächte erreicht. 1969 erfolgte die Zusammenlegung der Direktionen Pattberg und Rossenray – 1971 folgte die Werksdirektion Rheinpreussen 5/9 in den Verbund und es enstand das Verbundbergwerk Rheinland. Die Übernahme der Förderung von Rossenray durch Friedrich Heinrich 1990 kann als Grundstein zum 1993 entstandenen Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/ Rheinland angesehen werden. 2003 wurde der Bergwerksverbund in Bergwerk West umbenannt – das Bergwerk West umfasste in den letzten Betriebsjahren  nur noch die Friedrich Heinrich Schächte 1, 2 und 4 sowie die Rossenray Schächte 1 und 2.

Das Verbundbergwerk West wurde im Dezember 2012 stillgelegt.

 

(Text von Ingo, Fotografien von mir – Burger und Kaffee von BK)

Bergwerk West – Friedrich Heinrich

Der Name der Zeche basiert auf die 1862 an den Freiherr von Diergardt verliehenen Grubenfelder Friedrich und Heinrich – die Vornamen des Freiherrn von Diergardt. Im Jahr 1907 wurden die Teufarbeiten zur Zeche Friedrich Heinrich aufgenommen – Schacht 2 erreichte 1910 das Karbon, Schacht 1 1911. Im Jahr 1912 ging die Zeche Friedrich Heinrich in Betrieb – Schacht 1 fand Verwendung als Förderschacht, während Schacht 2 als Wetterschacht diente. Ebenfalls 1912 wurde auf dem Gelände des Bergwerks eine Kokerei erbaut.

1927 wurde mit den Teufarbeiten von Schacht 3 das Feld Norddeutschland erschlossen, welches 1931 von Friedrich Heinrich übernommen wurde. 1943 begannen im Feld Humboldt die Vorbereitungen zum Abteufen der Schächte 4 und 5, welche jedoch durch Kriegswirren bis auf Weiteres ausgesetzt werden mussten. Nach dem Wiederaufbau der durch Kriegseinwirkungen zerstörten Tagesanlagen konnten die Förderung sowie die Koksproduktion wieder aufgenommen werden. Das alte Fördergerüst über Schacht 1 wurde 1956 durch eine moderne Turmförderanlage mit Skipgefässen  ersetzt, zudem wurde mit den Teufarbeiten für Schacht 4 begonnen. Die vor dem Krieg an dieser Stelle geplante eigenständige Doppelanlage 4/5 war somit hinfällig.

1970 wurde die Zeche Friedrich Heinrich in die 1968 gegründete Ruhrkohle AG eingegliedert – das Bergwerk gehörte somit zur Bergbau AG Niederrhein. 1978 erfolgte in Folge einer Kapazitätsanpassung zur Koksproduktion der RAG die Stillegung der Kokerei. Ab 1990 gab es einen Förderverbund zwischen Friedrich Heinrich und den Zechen Rheinland und Rossenray. Der endgültige Zusammenschluss mit dem Verbundbergwerk Rheinland zum Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/ Rheinland folgte 1993. Die Förderung der Baufelder kam auf Friedrich Heinrich zu Tage – in Folge dessen wurden die Förderanlagen des Bergwerks Rheinland bis auf Rheinpreussen 8 und 9 stillgelegt. Ab 2002 erhielten die verbliebenen Förderstandorte im Verbund mit Hauptförderstandort Friedrich Heinrich den Namen Bergwerk West.

Die Stillegung des Verbundbergwerks West erfolgte im Dezember 2012.

 

(Text von Ingo, Fotografien von mir – Kaffee und Brötchen von der Tanke)

Zeche Ewald

Die Anfänge des Bergwerksunternehmens gehen zurück auf die am 14. November 1871 in Herten gegründete Gewerkschaft Ewald, die nach dem Essener Gewerken Ewald Hilger benannt wurde. Als weiterer Namensgeber für die am 12. März 1872 in Recklinghausen gegründete Gewerkschaft König Ludwig fungierte der Bayernkönig Ludwig II. Die Gewerken drückten hiermit ihren Dank aus, daß Ludwig II. Wilhelm I. zur Übernahme der Kaiserkrone bewogen hatte.

1871 – Konsolidation der Grubenfelder Professor, Augusta, Emilie, Gottfried und Jobst zum Bergwerk Ewald und Gründung der Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Ewald zu Herten in Westfalen durch die Essener Gewerken Wilhelm Hagedorn, Ewald Hilger, Hugo Honigmann, Dr. jur. Karl Heyden und Wilhelm Schürenberg

1872 – Umbenennung der Zeche Ver. Henriettenglück in König Ludwig und Gründung der Gewerkschaft König Ludwig; erster Grubenvorstand: Friedrich Funke, Friedrich Grillo, Wilhelm Hagedorn, Wilhelm Heyland, Ewald Hilger, Josef Tillmann

1898 – Erwerb der markscheidenden 13 Felder der Zeche Prinz Friedrich Karl I-XIII der Gewerkschaft Henrichenburg

1899 – Ankauf der vier Geviertfelder des Steinkohlenbergwerks Graf Waldersee und des Geviertfeldes Vereinigung I

1900 – Vereinigung dieser mit dem Geviertfeld Ewald-Fortsetzung

1902 – Übergang der Kuxenmehrheit der Gewerkschaft der Zeche Haus Aden auf die Gewerkschaft Ewald

1903 – Auflassung des Steinkohlenbergwerks Ewald-Fortsetzung auf die Gewerkschaft Ewald

1905 – Konsolidierung des Bergwerks Henrichenburg mit der Gewerkschaft König Ludwig

1914 – Ankauf der Reederei und Kohlengroßhandlung Winschermann & Co. in Mülheim (Ruhr) bzw. Duisburg-Ruhrort

1925 – Erwerb der Kuxenmehrheit der Gewerkschaft Blankenburg und Ver. Hammerthal, Stilllegung der beiden Zechen

1930 – Ankauf von 280 Kuxen der Gewerkschaft König Ludwig, gemeinsame Leitung beider Gewerkschaften

1932 – Erhöhung der Beteiligung auf 504 Kuxe

1935 – Verschmelzung der bisherigen Gewerkschaften Ewald und König Ludwig und Gründung der Bergbau-AG Ewald-König Ludwig

Eine entscheidende Wendung nahm die Geschichte des Unternehmens, als die Bergbau-AG Ewald-König Ludwig am 1. April 1940 dem Verkaufsverein Steinkohlengewerkschaft der Reichswerke Hermann Göring/Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb beitrat. Daraus resultierte die Zugehörigkeit der Gesellschaft zum Reichswerke-Konzern.

Da die Nachfolgegesellschaft der Reichswerke, die Aktiengesellschaft für Berg- und Hüttenbetriebe, Berlin und Salzgitter, rund 90 % des Aktienkapitals der Bergbau-AG Ewald-König Ludwig besaß, genehmigte die Hauptversammlung des Bergbauunternehmens 1956 den Abschluss eines Organschaftsvertrages mit der Aktiengesellschaft für Berg- und Hüttenbetriebe.

Drei Jahre später, am 14. November 1959, wurde der Name der Gesellschaft in Ewald-Kohle AG geändert. Ihre Bergbaubetriebe gliederten sich nunmehr in die Bergwerksdirektion Ewald mit der Zentralschachtanlage Zeche Ewald 1/7 in Herten und der Zeche Ewald 3/4 in Gelsenkirchen-Buer-Resse, in die Bergwerksdirektion Ewald-Fortsetzung mit der Zentralschachtanlage Zeche Ewald-Fortsetzung 1/5 in Oer-Erkenschwick, in die Bergwerksdirektion König Ludwig mit der Zentralschachtanlage Zeche König Ludwig 7/8 in Recklinghausen-Suderwich sowie den Schachtanlagen König Ludwig 1/2 und Grullbad-Schacht in Recklinghausen-Süd.

Die fast 100-jährige Geschichte des Unternehmens endete nach der Gründung der Ruhrkohle AG (RAG) am 27. November 1968 mit der Übernahme in die Bergbau AG Essen (17. November 1969) und nach deren Auflösung in die Bergbau AG Herne-Recklinghausen (1. Januar 1972).

In den Jahren 1972 bis zur Schliessung 2000 erfolgten noch mehrere Zusammenlegungen der Zeche Ewald mit den Zechen Schlägel und Eisen sowie Zeche Hugo.

 

Zu den Fotos

Zeche Schlägel & Eisen

Die 126-jährige Tradition des Bergwerks Schlägel und Eisen endete mit der Stillegung im Jahr 2000 – ein Grossteil der Tagesanlagen der ehemals 8 Schächte umfassenden Anlage ist eingeebnet. Ein Gebäudeensemble um Schacht 3 ist erhalten, einige Bauwerke am Standort 5/6, sowie der Gebäudebestand an Schacht 8 werden saniert und einer Nachnutzung zugeführt. Alles in Allem ein trauriger Rest der Zeche Schlägel & Eisen – auf Hochglanz saniert ein lustiger Spielplatz, der nicht ansatzweise die niedergegangene Bergbautradition im Ruhrgebiet wiederspiegelt.

 

Text von Ingo, Fotografien von mir – Brötchen und Kaffee von der Tanke

Schacht 3 Zeche Ewald Fortsetzung – Bergwerk Blumenthal-Haard

Das Bergwerk, anfangs Graf Waldersee, später Ewald Fortsetzung genannt, ging 1902 in Förderung. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeche weiter ausgebaut. Auf dem Gründungsareal nahe des Ortszentrums entstand die Anlage Ewald Fortsetzung.

1902 wurde mit dem Abteufen von Schacht 3 begonnen, der 1904 mit einem Deutschen Strebengerüst in Betrieb ging.

In den 1930er Jahren führten Absatzschwierigkeiten infolge der Weltwirtschaftskrise dazu, dass Ewald Fortsetzung von 1931 bis 1938 stillgelegt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fördermenge auf das bis dahin höchste Jahresergebnis gesteigert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Förderung von Steinkohle bei knapp 4.500 Beschäftigten um eine Million Tonnen.

1969 wurde die Zeche Ewald Fortsetzung mitsamt Kokerei in die neugegründete Ruhrkohle AG eingegliedert. Die höchste Förderleistung der Zeche wurde 1974 mit knapp 1,47 Millionen Tonnen erreicht. 1975 erfolgte ein Durchschlag zur Zeche General Blumenthal.

Am 1. Oktober 1992 wurde die Zeche Ewald Fortsetzung mit der Zeche General Blumenthal zum Bergwerk Blumenthal/Haard zusammengelegt. Die Schächte 1/2/3 sowie 4/5 wurden als Bergwerk Haard weitergeführt.

1997 wurde Schacht 2, 1999 die Schächte 1, 3, 4 und 5 verfüllt. Im Anschluss daran erfolgten die Abrissarbeiten.

Übriggeblieben sind die Verwaltungs- und Sozialgebäude, wodurch das Erscheinungsbild der Straßenfront in etwa erhalten blieb. Von den eigentlichen Betriebsanlagen blieb der Schacht 3 mit einem Deutschen Strebengerüst und der Schachthalle erhalten. Er soll noch restauriert werden und ist nicht frei zugänglich. Das restliche Gelände ist abgeräumt und liegt brach. Daran wird sich mittelfristig wohl nicht viel ändern.

Zur Fotogalerie

Re-Visit bei Sonnenschein

Zeche Westerholt – Bergwerk Lippe

1907 wurde in Gelsenkirchen mit dem Abteufen der Schachtanlage Westerholt 1/2 begonnen – 1910 wurden deutsche Strebengerüste über den Schächten errichtet und die Zeche Westerholt nahm den Betrieb auf. 1912 erfolgte die Inbetriebnahme einer Kokerei.

1927 ging die Zeche Westerholt in den Besitz der Hibernia AG über, 1929 wurde die Kokerei erweitert. 1930 wurde in der Nachbarschaft der Zeche Westerholt das Baufeld Polsum erschlossen und sollte mit einem Doppelschacht eigenständig in Betrieb gehen – 1941 wurden die Teufarbeiten zum ersten Förderschacht Polsum 1 aufgenommen. Durch die Kriegsereignisse kamen die Arbeiten an Polsum 1 1943 zum erliegen – nach dem Krieg wurde das Baufeld Polsum der Zeche Westerholt angeschlossen, der Schacht Polsum 1 ging als Nebenschacht von Westerholt 1949 in Betrieb.

1952 wurde westlich der Zeche Westerholt die Kokerei Hassel errichtet, 1953 erfolgte nach Inbetriebnahme von Hassel der Abbruch der alten Kokerei Westerholt. 1956 wurde auf dem Gelände der alten Kokerei mit den Arbeiten am Zentralförderschacht 3 begonnen – ausgerüstet mit Gestellförderung ging das Schwestermodell des Schachtes General Blumenthal 11 1961 in Betrieb.

1969 folgte die Übernahme der Zeche Westerholt in die Ruhrkohle-AG. 1968 wurdeSchacht Altendorf im Baufeld Polsum niedergebracht – 1970 wurde der Schacht Altendorf in Betrieb genommen. 1980-81 wurde das Baufeld Polsum durch den Schacht Polsum 2 weiter erschlossen. 1987 bis 1991 wurde Schacht 1 als zentraler Seilfahrts- und Materialschacht tiefer geteuft und mit einem neuen Förderturm überbaut.

1998 nach der Übernahme durch die Deutsche Steinkohle AG erfolgte die Zusammenlegung der Bergwerke Westerholt und Fürst Leopold zum Bergwerk Lippe.

Mit dem Bergwerk Lippe schloss 2008 das letzte fördernde Steinkohle-Bergwerk in Gelsenkirchen.

Text von IngoFotografien von mir – Catering von McD

Re-Visit

Operation Molch – Codename Seehahn

 

In dem naheliegenden kleinen Dörfchen erzählt man dem fremden Wanderer gerne die Geschichte, dass hier einst V1 und V2 Raketen unterirdisch gebaut wurden. Diese Geschichten entsprechen nicht ganz der Wahrheit.

Den bereits vorhandenen unterirdischen 9.200 qm großen Komplex im tiefen Kalkstein ließ das Oberkommando der Luftwaffe unter Leitung der Organisation Todt von der Deutschen Armee mit Zwangsarbeitern aus Belgien und den Niederlanden ab März 1944 zur bombensicheren Reparatur von Flugzeumotoren des Typs BMW 801 zu einer mit Aussenanlagen ausgestatteten Gesamtgröße von 13.000 qm ausbauen. Zu der komplett eingerichteten Werkstatt gehörten auch sechs Motorprüf- und Testanlagen sowie eine unterirdische Tankstelle und ein Dombunker für die Lokomotive der vorhandenen Schmalspurbahn. Als die US-Armee das Gebiet im September 1944 einnahm, lief die Anlage bereits Tag und Nacht mit 10% der veranschlagten Gesamtkapazität von 250 Motorreparaturen täglich.

Heute dient diese fest verschlossene und nicht zugängliche Anlage als Fledermauswinterquartier für mindestens vier Arten.

Zu den Fotos der Anlage "Valerie 15"

Zu den Fotos der Aussenanlagen (Ruinen der Test- und Prüfstände)

 

… und direkt nebenan befindet sich der alte Steinbruch, in dem auf 9000 qm die des Volkswagenwerkes Fallersleben gebauten Fieseler Fi 103 zwischengelagert wurden.

Zeche Hasard

 

Die stillgelegte Zeche Hasard (oder Cheratte 10) befindet sich in der Wallonischen Region in Belgien.
Der erste Schacht zur Gewinnung von Steinkohle wurde im Jahre 1850 gelegt, aber nach einem Unfall im Jahre 1877 wieder geschlossen. Die Wiedereröffnung erfolgte dreißig Jahre später, im Jahr 1907, und bis 1977 wurde dort Kohle gefördert; die Zeche war mit vier Schächten das wichtigste Unternehmen der Société anonyme des Charbonnages du Hasard. Durch Urban Exploration ist die Zeche auch im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert noch bekannt. Eine Sanierung des Geländes und der Abriss einiger Gebäude sind zwischen 2014 und 2015 geplant.
 
Der Schacht 'Puits No 1' wurde 1907 bis 170 m abgeteuft. Darüber wurde ein bemerkenswerter Malakow-Turm errichtet, der bis heute erhalten geblieben ist. Der ursprünglich über Schacht 2 (Teufe 313 m) stehende Stahl-Förderturm aus dem Jahre 1923 wurde nach der Stillegung der Grube abgerissen. Der mit 480 m tiefste Schacht 3 aus dem Jahre 1938 war ursprünglich zur Turmförderung konzipiert, wurde aber zu einem Fördergerüst mit seitlicher Abstützung und Flurfördermaschine (Bobine) umgebaut. Über den oberhalb der eigentlichen Anlage stehenden Schacht 'Puits Hoignée' wurde Abraum transportiert. Der Abraumförderstollen mündet direkt an Schacht 1 unterhalb des Malakow-Turmes. Die Grube wurde 1977 geschlossen. Sie steht unter Denkmalschutz und verfügt teilweise noch über maschinelle Ausstattung. Insgesamt sind 3 Schächte erhalten, von denen sich 2 unmittelbar auf der Anlage befinden.