Flugplatz und Heinkel-Werke Oranienburg

Die ehemalige Start- und Landebahn wurde mit der Bundesstraße B96 überbaut. Das Flugplatzgelände dient als Industriegebiet und Solarpark.
Heute sind nur noch wenige Spuren der einstigen Heinkel-Werke Oranienburg vorhanden.

Der Flugplatz Oranienburg befand sich auf einem Gebiet nördlich von Berlin, das im Osten von Oranienburg und im Westen von Leegebruch begrenzt wird. Er wurde von 1936 bis 1939 erbaut und bis 1945 von den Heinkel-Werken Oranienburg als Werksflughafen und von der Luftwaffe der Wehrmacht genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die noch intakten Anlagen der Heinkel-Werke durch die sowjetische Besatzungsmacht fast vollständig demontiert. Die Start- und Landebahn des Werksflugplatzes wurde jedoch instandgesetzt und bis 1994 von den sowjetischen Luftstreitkräften als Militärflugplatz genutzt.

Die Heinkel-Werke Oranienburg (HWO, 1935–1948) waren in der Zeit des Nationalsozialismus ein bedeutender Rüstungsbetrieb. In dem im Wesentlichen von 1936 bis 1938 gebauten Werk wurden Kampfflugzeuge wie die Heinkel He 111, die Heinkel He 177 und die Junkers Ju 88 für die Luftwaffe gefertigt. Zum Werk gehörten auch die beiden neu errichteten Siedlungen Weiße Stadt in Oranienburg und Leegebruch. Zum 1. April 1943 änderte sich die Bezeichnung in Ernst Heinkel AG Werk Oranienburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das eigentliche Werk bis auf den Werkflugplatz, eine Halle und kleinere Nebengebäude komplett abgetragen. Dort und teilweise in der Wohnsiedlung Weiße Stadt in Oranienburg errichtete die Rote Armee einen Militärflugplatz nebst Kaserne. Seit dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde das Gelände Schritt für Schritt in eine zivile Nutzung überführt.

Übriggeblieben ist nur die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Einflughalle und einige Schallschutzwände.

Reichssportflughafen Rangsdorf – Bücker Flugzeugbau GmbH

Wer zufällig nach Rangsdorf kommt, ahnt erst mal nichts von seiner Geschichte und von dem Leben, das sich hier einst abgespielt hat. Vor 80 Jahren fuhren viele Berliner zum Arbeiten nach Rangsdorf, heute ist es umgekehrt. Die 10.000-Einwohner-Gemeinde, zehn Kilometer südlich der Berliner Stadtgrenze, ist ein ruhiger Ort, sieht man mal von dem nahe gelegenen südlichen Autobahnring ab. Hohe Bäume säumen die Straßen, es gibt einen wunderschönen See mit Vogelschutzgebiet und Strandbad. Das ist es dann auch schon mit den Sehenswürdigkeiten. Fast. Denn da gibt es noch ein 108 Hektar großes Areal, überwiegend Wiese mit ein paar verfallenen Gebäuden. Es ist umzäunt, das Tor verschlossen. Besuchen lässt es sich nur mit einer Sondergenehmigung – oder durch eines der Löcher im Zaun, aber das ist selbstverständlich nicht zulässig. Es ist aber auch nicht gerade einladend und ohnehin seit 1945 Sperrgebiet. Davor aber war das Areal neun Jahre lang einer der wichtigsten Flugplätze der Region.

Im März 1935 hatte eine Delegation die Wiesen und Felder zwischen der Bahnlinie und dem See begutachtet und für einen Flugplatz als geeignet erachtet. Kurz danach fiel im Reichsluftfahrtministerium die Entscheidung zum Bau und sofort begannen die Arbeiten. Schon im Herbst begann dann die Produktion von Flugzeugen in den Bücker-Werken, der Flugplatz selbst war im Juli 1936 fertig. Die ersten Flugzeuge konnten hier schon vor der offiziellen Eröffnung am 30. Juli landen – nach nur 14 Monaten Bauzeit.

Am 30. Juli 1936, am Vorabend der Olympischen Sommerspiele, wurde der Reichssportflughafen, so sein offizieller Name, mit dem „Internationalen Kunstflugwettbewerb um den Preis der Nationen“ eröffnet. Die Lage direkt am See ließ es zu, dass hier sowohl Land- als auch Wasserflugzeuge landen konnten. Später wurde der Flugplatz sowohl zivil als auch militärisch genutzt. Hier war Sitz der Bücker Flugzeugbau GmbH, wo erst Sportflugzeuge, später vor allem Schulflugzeuge für die Luftwaffe gebaut und eingeflogen wurden. Fast 1000 Mitarbeiter arbeiteten in den Werken.

Und hier gab es eine Reichssportfliegerschule, in der auch Beate Köstlin Schülerin war. Am 7. August 1937 absolvierte die 17-Jährige den ersten Flug ihres Lebens und lernte nicht nur zusammen mit 59 Männern Wetter- und Motorkunde, sondern auch ihren Fluglehrer, Hans-Jürgen Uhse, kennen. Kurz nach Kriegsbeginn heirateten die beiden. Sie wurde Einfliegerin von Bücker und machte nach dem Krieg bekanntlich als Unternehmerin in einer ganz anderen Branche Karriere, er zog als Jagdflieger in den Krieg und kam 1944 bei einer Kollision mit einem anderen Flugzeug ums Leben.

Zum Flughafen gehörte auch noch der Aero-Club, entworfen von Ernst Sagebiel, dem Architekten, der auch Tempelhof gebaut hatte. Im Aero-Club traf sich am Wochenende die Berliner Prominenz aus Politik und Gesellschaft: Hermann Göring, Ernst Udet, Elly Beinhorn, Heinz Rühmann.

Ab Oktober 1939 war Rangsdorf sogar für ein halbes Jahr Verkehrsflughafen, weil befürchtet wurde, Tempelhof könne nach Kriegsausbruch bombardiert werden. Hier starteten und landeten nun die Verkehrsflugzeuge der Lufthansa, aber auch russische und schwedische Fluggesellschaften. Passagiere checkten bereits in Berlin, im Luftreisebüro in der Friedrichstraße, ein, dann wurden die Fluggäste mit einem Bus nach Rangsdorf gefahren. Am Vormittag wurde abgeflogen, am Nachmittag kamen die Maschinen wieder aus Wien, Rom, Sofia, Istanbul, Danzig oder Kopenhagen zurück. Doch die Luftangriffe auf Tempelhof blieben aus, und so richtig geeignet war Rangsdorf als Verkehrsflughafen wohl doch nicht. Hier gab es ja nicht mal eine befestigte Start- und Landebahn, sondern nur ein rundes Rasenfeld.

Ab 1940 diente Rangsdorf ausschließlich militärischen Zwecken und war nur noch Fliegerhorst. Am 20. Juli 1944 gegen 7 Uhr stieg Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten in ein zweimotoriges Kampfflugzeug der Marke Heinkel HE 111 und flog nach Ostpreußen. Sein Ziel war die Wolfsschanze. In seiner Aktentasche hatte er zwei Sprengladungen. Die erste detonierte um 12.42 Uhr. Drei Stunden später landete Stauffenberg wieder in Rangsdorf und verkündete am Telefon: „Meine Herren, Hitler ist tot.“ Er war es nicht. Stauffenberg wurde noch am selben Tag festgenommen und kurz nach Mitternacht im Bendler-Block erschossen.

An den Widerstandskämpfer erinnert in Rangsdorf heute nur eine kleine Gedenktafel am Ufer des Sees. Und es gibt die Stauffenbergallee, eine Sackgasse. Überhaupt gibt es wenig Zeugnisse der vergangenen Ereignisse rund um diesen Flughafen. Die Sportfliegerschule und die Flugzeughallen am nördlichen Rand existieren nicht mehr, und auch die Ruinen hinter dem Tor am Ende der Straße verraten nicht gleich, dass sie einmal die Werks- und Einfliegerhallen der Bücker-Werke waren. Der Weg dahin führt links an alten, inzwischen restaurierten Werkswohnungen von Bücker vorbei, rechts erst an Plattenbauten, dann an ein paar neugebauten Einfamilienhäusern. Nur wer eine Genehmigung hat, dem öffnet der Wachschutz das Tor.

Nach der Jahrtausendwende wollte ein polnischer Investor die Bücker-Werke wiederbeleben und in eine der noch funktionstüchtigen Hallen des alten Werks die Endmontage der Bü 131 Jungmann verlegen. Es sollte eher eine Manufaktur als ein großes Werk werden. Bücker-Maschinen sind heute Oldtimer, die nachgebauten Flugzeuge sind nur etwas für betuchte Liebhaber. Doch das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Rangsdorfer. Der Investor blieb in Polen und baute die Bü 131 im schlesischen Jasienica. Nach seinem Tod bei einem Flugunfall wurde die Produktion 2006 wieder eingestellt.

Karlshorsts vergessener Flughafen

Wilhelm von Siemens, der Sohn des bedeutenden Werner von Siemens, war einst neben derer von Treskow Besitzer des weitläufigen Areals. Weil Luftschiffe seinerzeit vor allem für den militärischen Einsatz gefragt waren, wandte sich der preußische Generaloberst Helmuth von Moltke (1848-1916) 1907 an Siemens mit der Bitte, sich bei der Produktion von Motorluftschiffen zu engagieren. Siemens ließ daraufhin vom Architekten Karl Janisch, dem Erbauer von Siemensstadt, eine drehbare Luftschiffhalle bauen – die erste ihrer Art weltweit. 1909 begann der Bau jener Halle, die 135 Meter lang, 25 Meter hoch und 25 Meter breit war. Je nach dem, wie der Wind stand, konnte die Halle so positioniert werden, dass ein- und ausfahrende Luftschiffe nicht durch Windböen beschädigt wurden. Denn genau das war das Problem der einst von Ferdinand Graf von Zeppelin konstruierten Luftschiffe. Ihr Korpus bestand aus Aluminium, das sich bei jeder kleinsten Kollision verbog. Bei den von den Siemens-Schuckert-Werken gebauten Luftschiffen jedoch setzte man auf eine Gummi-Konstruktion. 1911 ging das erste Exemplar auf eine Fahrt über den Dächern von Karlshorst. Die längste Strecke, die es zurücklegte, betrug 270 Kilometer ins thüringische Gotha. Flugzeit: 6 Stunden und 53 Minuten. Nach einem Umbau galt das Luftschiff als das schnellste seiner Art weltweit. Weil aber die Bedienung der Luftschiffe auf lange Sicht für die Angehörigen des Militärs zu kompliziert war, stellte man das Projekt 1912 ein – das Gelände aber wurde vom Militär weiter genutzt.

Das Ende des Luftschiffhafens war gleichzeitig der Anfang des Flughafens Karlshorst. Bereits seit 1916 landeten auf dem 154 Hektar großen Areal Doppeldecker. Auf Bestreben der Gemeinde Friedrichsfelde, zu der Karlshorst einst gehörte, kaufte man das Gelände und verpachtete es an die Militärverwaltung. Ab Herbst 1917 montierte man dort Flugzeuge und bildete Soldaten für die Luftbildfotografie aus. Mit Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Projekt eingestellt. Der Weiterbetrieb erfolgte durch die Sicherheitspolizei. Zudem wurde eine Fliegerstaffel für den Grenzschutz Ost in Karlshorst aufgestellt. Mit neun Flugzeugen versahen die einstigen Militärpiloten nun im Dienst der Polizei ihre Arbeit – bis auf der Grundlage des Versailler Vertrages der Flugbetrieb gänzlich eingestellt wurde. Nach nur vier Jahren Flugbetrieb dienten die Hallen sodann gewerblichen Mietern. Bis 2002 befand sich dort die Forschungsanstalt für Schiffahrt, Wasser- und Grundbau, die in der heutigen Bundesanstalt für Wasserbau aufgegangen ist.

Reste des alten Flughafens, der einst zur Gemarkung Biesdorf zählte, muss man nicht lange suchen: An der Köpenicker Allee ragen noch die Kuppeln der Flugzeughallen in den Himmel. Doch die denkmalgeschützten Gebäude sind in einem erbärmlichen Zustand. Mauern, Zäune und Stacheldraht versperren Neugierigen den Weg auf das Areal. Viel mehr als die Kuppelhallen ist nicht übrig von jenem Flughafen, der in der Zeit des Ersten Weltkrieges zunächst als Produktionsstandort für Luftschiffe und später vom Militär als Ausbildungsbasis für Luftbildfotografen genutzt wurde. Auf großen Teilen des einstigen Flughafens stehen seit Jahrzehnten Kleingartenanlagen.

Flugplatz Sperenberg

Das Gelände des späteren Flugplatzes gehörte ursprünglich zur Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, wo bereits von 1870 an militärische Mittel auf ihre Nutzbarkeit untersucht und geprüft wurden. Bis zum Zweiten Weltkrieg war hier eine Ausbildungsstelle der Eisenbahnpioniere. Davon zeugen zahlreiche Brücken- und Schienenreste sowie ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Eisenbahnpioniere auf dem Gelände.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die umfangreiche Nutzung des Geländes weitgehend eingestellt. In den 1950er Jahren war die Sowjetarmee auf der Suche nach einem Flugplatz zur ausschließlich militärischen Nutzung. Es gab eine Untersuchung möglicher Standorte in Drewitz, Rangsdorf und Sperenberg. Nach intensivem Streit mit der DDR um die Finanzierung wurde schließlich ab 1958 auf dem Areal von der DDR ein Flugplatz errichtet, nachdem die Einigung auf Teilung der Kosten erzielt war. Es galt den bereits bestehenden, größeren Flughafen Berlin-Schönefeld vom militärischen Luftverkehr zu entlasten und ausschließlich zivil zu nutzen.

Sperenberg wurde von der 16. Luftarmee der GSSD/WGT bis zu deren Abzug 1994 genutzt. Auf dem Gelände des Flugplatzes verbrachte der zu dem Zeitpunkt per Haftbefehl gesuchte, ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, 1991 seine letzte Nacht auf deutschem Boden, bevor er nach Russland ausgeflogen wurde.

Der Flugplatz sowie das umliegende Gelände, ein insgesamt rund 24 km² großes Areal, werden derzeit nicht genutzt. Sämtliche Gebäude und Installationen sind dem Verfall preisgegeben.

U-Verlagerung Sumpfhuhn

 Erbaut wurden diese unterirdischen Anlagen, wie auch der Flughafen selbst, zwischen 1937 und 1941. Planender Architekt war Ernst Sagebiel unter der Ägide Albert Speers. Doch während die Arbeiten am Flughafen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges ins Stocken kamen und teilweise erst in den 50er-Jahren abgeschlossen wurden, hat man die Keller- und Bunkeranlagen im geplanten Umfang fertig gestellt. Nach 1943 wurden die unter dem Hangar verlaufenden Tunnelröhren zur Montage von Jagdflugzeugen genutzt. Der Luftkrieg hatte die Begehrlichkeiten für unterirdische und somit unsichtbare Produktionsstandorte geweckt. Und ähnlich der Salzstöcke in den Mittelgebirgen wurde so auch unter Tempelhof Kriegsgerät zusammengezimmert. Konkret betraf dies die beiden Jagdflugzeuge Focke-Wulf 190 und die JU-87, die unter dem Beinamen "StuKa" von der NS-Propaganda zur Wunderwaffe stilisiert wurde. Die improvisierte Flugzeugmontage hat indes keine Spuren hinterlassen. Anders als der 400 Meter lange kombinierte Eisenbahn- und Straßentunnel, der dem oberirdischen Verlauf des Flughafengebäudes über weite Strecken folgt. Noch immer bildet er die wichtigste Nordost-Südwest-Verbindung innerhalb des Komplexes, auch wenn ihn immer weniger Fahrzeuge passieren. Züge rollen dort längst nicht mehr.

Wandmalereien im Lufthansabunker

Die Welt unter dem Flughafen ist eine verschachtelte Bunkerlandschaft, die die Enge und die Angst physisch erfahrbar werden lässt. Liebevoll und doch gleichsam hilflos etwa die Ausgestaltung eines alten Luftschutzkellers, dem sogenannten Lufthansa-Bunker: Wandmotive von Wilhelm Busch sollten Berliner Bombennächte vor allem für Kinder erträglicher gestalten. Ein ironisches Bild, nicht nur im Rückblick – der listige Wilhelm Busch hätte für die NS-Diktatur sicher andere Motive übrig gehabt als die seiner kindlichen Schelme. Überraschend gut erhalten sind Buschs Motive nach all den Dekaden. Und eine Sentenz des Zeichners, der zu Lebzeiten gerade noch die ersten Doppeldeckermaschinen erlebt haben dürfte, will gar vorzüglich in die Katakomben eines Flughafens und in die euphorische Frühzeit der Luftfahrt passen: "Begeistert blickt er in die Höh, Willkommen herrliche Idee."

Die untertägige Flugzeugwerft

 

Gottlob "Espe" Espenlaub war deutscher Pilot und Flugzeugkonstrukteur.
Ab 1923 konstruierte er eigene Segelflugzeuge und so entstanden später die von ihm gegründeten
Flugzeugwerke-Espenlaub. Er gilt als Pionier der Raketenflugzeuge. Auf dem Flugplatz Düsseldorf-Lohausen führte er Experimente mit Raketentreibsätzen bestückten Segelflugzeugen durch. Nach einem Absturz, den er schwer verletzt überlebte, wurden die Versuche eingestellt.
1939 verlegte er sein Flugzeugwerk von Düsseldorf auf den
Flugplatz Langerfeld in Wuppertal. Während des Zweiten Weltkrieges konstruierte Gottlob Espenlaub Luftabwehrdrachen besonderer Größe, die wie Fesselballons als Sperrgürtel um deutsche Industrieanlagen und Flughäfen eingesetzt wurden.
Über seine Aktivitäten während des Zweiten Weltkriegs hat sich Espenlaub nach Kriegsende nicht näher geäußert, Unterlagen wurden zum Teil bewusst vernichtet.
Ende der 1920er-Jahre gab Espenlaub seine Fliegerkarriere nach mehreren nur mit Glück überlebten Abstürzen auf. Hauptbetätigungsfeld war fortan sein Flugzeugreparaturbetrieb mit anfänglich 80, im Dritten Reich bis zu 2.253 Mitarbeitern (darunter viele Zwangsarbeiter).
1939, mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, errichtete Gottlob Espenlaub am West- und Nordrand des Flugplatzes Langerfeld zwei seiner Espenlaub-Flugzeugwerke (
Werk 1 und Werk 2), in dem Flugzeugteile hergestellt und Reparaturen an Maschinen der Luftwaffe ausgeführt wurden. Eine weitere Werft wurde am südlichen Rand des Flugplatzes an der Schwelmer Straße eröffnet (Werk 3). 1944 verlegte Espenlaub sein Werk aus Kassel auch hierhin. Zuvor hatte Espenlaub die Genehmigung erhalten, in zwei nahegelegenen Eisenbahntunneln sogenannte Untertageverlagerungen einzurichten. So enstand im Linderhauser Tunnel, auf Schwelmer Stadtgebiet, mit dem Tarnnamen „Meise 1“ das Werk 4 und die U-Verlagerung "Falke" im Reichsbahntunnel "Präsident Höft" wurde das Werk 5. Zusätzlich bekam Espenlaub einen Stollenneubau, das Werk 6 – die U-Verlagerung mit dem Tarnnamen "Blutstein", tief im Ehrenberg.

Zu den Fotos der Anlage Blutstein

 

Entgegen aller Unkenrufe: Es gab niemals Räume oder Verbindungsgänge zwischen den beiden Eisenbahntunnelröhren der ehemaligen Untertageverlagerung "Meise 1" … wir haben das überprüft.