Die „Bergische Stahlindustrie“

Von einem der grössten Stahlwerke des Bergischen Landes ist nicht mehr viel übrig und auch das ehemalige Werksgelände hat sich stark verändert.
Alte Hallen wurden geschreddert, Brachen entstanden, neue Hallen wurden gebaut und alte Hallen, in denen im Krieg Panzerungen für Panzer und Geschütze, aber auch Granaten, Geschütze und Stahlhelme produziert wurden, haben mittlerweile neue Inhaber gefunden.
… und unter diesen aktiven alten Hallen, in denen heute noch geschmiedet und gegossen wird, befindet sich eine sehr interessante
Werkluftschutzanlage, deren Räumlichkeiten in Teilen als Scheideanlage genutzt werden.

U-Verlagerung Kauz im Schee-Tunnel

Über dem Bergrücken verläuft die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, sowie die Wasserscheide zwischen den Zuläufen von Wupper und Ruhr. Darunter befindet sich der Tunnel Schee, in dem die Fledermäuse ein Vier-Sterne-Hotel bezogen haben.

 

Der Tunnel Schee ist Teil der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Wuppertal-Wichlinghausen und Hattingen und besteht aus zwei eingleisigen Röhren, die im Ruhrkohlen-Schiefer und -Sandstein bergmännisch aufgefahren wurden. Er unterquert einen, an dieser Stelle 315 Meter hohen Höhenzug, auf dem die Stadtgrenze von Wuppertal zu Sprockhövel verläuft. Die Weströhre des Tunnels wurde am 20. Mai 1884 als Bestandteil der normalspurigen, eingleisigen Kohlenbahn von Barmen, heute ein Stadtteil von Wuppertal, über Sprockhövel nach Hattingen eröffnet. Die zweite Röhre östlich davon, datiert laut einer angebrachten Jahreszahl auf 1902. Die östliche Röhre wurde 1951, die westliche nach Einstellung des Bahnbetriebs 1984 stillgelegt.
In den Jahren 2013 und 2014 wurde die westliche Röhre saniert und zu einem kombinierten Rad- und Wanderweg umgebaut. Seit Dezember 2014 verbindet der Scheetunnel die Kohlenbahntrasse mit der Wuppertaler Nordbahntrasse.

Um den Artenschutz von Fledermäusen gab es erhebliche Auseinandersetzungen zwischen beteiligten Interessenverbänden. Von den Tunneln der so genannten Nordbahntrasse bergen die beiden Röhren der Schee-Tunnel die höchste Artenvielfalt und Individuenzahl. Folgende Arten sind vorhanden: Alpenfledermaus, Kleiner Abendsegler, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus, Großes Mausohr, Rauhautfledermaus und Teichfledermaus. Der Nachweis erfolgte mit Ultraschallmessungen und der Untersuchung von Gewöllen des Waldkauzes.
Die Oströhre ist ein Naturschutzgebiet, mittlerweile vermauert und für Menschen auf Dauer nicht mehr zugänglich.
Es besteht Hoffnung, dass trotz Fußgängern, Skatern und Radfahrern in Zukunft Tiere auch im westlichen Tunnel verbleiben. Dazu wurde aus Brüssel im Juni 2011 die zukünftige Schließung in den Wintermonaten verfügt.

 

Während des Zweiten Weltkriegs verlagerte man zunehmend kriegswichtige Industriebetriebe unter die Erde, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Diese so genannten U-Verlagerungen bekamen je nach Art des genutzten Objektes unterschiedliche Tarnnamen. Für Eisenbahntunnel waren Vogelnamen reserviert und so wurde der Scheetunnel als U-Verlagerung Kauz geführt.

In dem Tunnel wurden nach einer Einrichtungszeit von nur drei Monaten ab August 1944 bis März 1945 von der Firma Homann aus Wuppertal-Vohwinkel Teile des Turbinenjägers Messerschmitt Me 262 montiert.

 

Die heutigen Gesteinslagen haben sich in dieser Region hauptsächlich aus Ablagerungen und Sedimenten riesiger tropischer Meere gebildet. Diese Schichten wurden durch die sogenannte variszische Orogenese aufgefaltet. Diese Gebirgsbildung ist durch die Kollision der damaligen Kontinente verursacht worden. So ist auch das Rheinische Schiefergebirge als deutsches Mittelgebirge entstanden, an dessen Ausläufer wir uns hier befinden.

Der Tunnel stellt einen sehr interessanten geologischen Aufschluss dar, der Einblick in die Schichtenfolge und Struktur der Schichten des „Flözleeren Oberkarbons“ (d.h. im Wesentlichen der Abfolge des Namuriums B) gibt, die sonst nirgends zusammenhängend zu studieren sind. Das geologische Profil des Tunnels wurde erstmals 1959 von K. Patteisky beschrieben und im Jahr 2000 im Zusammenhang mit dem Bau einer Erdgasfernleitung von V. Wrede erneut bearbeitet. Danach reicht das Schichtenprofil von den „Hangenden Alaunschiefern“, die im südlichen Tunnelvoreinschnitt aufgeschlossen waren, über die sandsteinreichen Schichten der Erlenrode- und Hagen-Formation (die früher als „Quarzit-Zone“ und „Grauwacken-Zone“ bezeichnet wurden) bis zur sandsteinarmen Ziegelschiefer-Formation nördlich des Tunnels. Die harten Sandsteinbänke der Erlenrode- und Hagen-Formation setzen der Verwitterung größeren Widerstand entgegen als die benachbarten stärker tonigen Gesteine und bilden daher den Bergrücken, den der Tunnel durchquert.

Im südlichen Teil des Tunnels fallen die aus Tonstein- und Sandsteinlagen bestehenden Schichten recht gleichmäßig mit ca. 60 – 80° nach Norden hin ein. Etwa 500 m vom südlichen (bzw. ca. 250 m vom nördlichen) Mundloch entfernt, ist die Lagerung der Schichten dann unregelmäßig und gestört. Hier zieht eine größere, nach Norden einfallende Überschiebung, der „Berghaus-Wechsel“, hindurch, der die Schichten um etwa 60 m verwirft. Etwa 100 m weiter nördlich, rund 120 m vom nördlichen Mundloch entfernt, treten dann auch südfallende Schichten auf. Der hier zu rekonstruierende Faltenbau steht im Zusammenhang mit einer weiteren Überschiebung, die nach Süden einfällt und etwa 50 m Verwurf besitzen dürfte. Etwa 250 m nördlich, außerhalb des Tunnelportals, streicht dann eine weitere Überschiebung aus, die „Haßlinghäuser Überschiebung“, die aber nicht aufgeschlossen ist.

Der Tiefbunker in der grossen Stadt

Mitten in der City, auf einer etwas grösseren Verkehrsinsel, befindet sich der Zugang zur Unterwelt. Einst war dieser Bunker flächenmässig um einiges grösser, doch in den 50er Jahren wurde der jetzt fehlende Teil abgemauert und höchstwahrscheinlich verfüllt. Die verbliebene Anlage steht hüfthoch unter Wasser und ist nur bei Mondschein zu betreten …

Der Schwarze See

Vom Schwarzen See aus führte nicht nur eine Frischwasserleitung zum Seewerk in Falkenhagen, hier am See lag auch von 1940 bis 1945 das unterirdische Plasmaforschungszentrum der Nazis.
Im Forschungsbunker geht es über Treppen und Aufzug mindestens vier Stockwerke in die Tiefe – die untersten Etagen sind geflutet.
Nach 1949 wurde die Anlage von der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" an die DDR übergeben. Da sich die Forschungseinrichtung offensichtlich noch nutzen ließ, wurde die Anlage der Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut für Physik der Werkstoffbearbeitung angeschlossen und man forschte dort auf dem Gebiet der nuklearen Thermoreaktion.
Einige der alten Gebäude (Wache, Heizhaus, Werkstatt, mehrere Lager, Neutralisation und Labor) stehen heute noch,
das Gelände ist aber in Privatbesitz eines Jägers und das Betreten ohne Sondergenehmigung strengstens verboten. Hier gilt immer noch: Vorsicht, Schusswaffengebrauch!

Das Seewerk

Die Wahrheit über das Seewerk in Falkenhagen trat erst ab 1993 stückchenweise ans Tageslicht.

1938 bis 1939 wurden die Grundstückseigentümer durch die Nationalsozialisten enteignet und das Schloss Falkenhagen 1939 abgerissen. An dieser Stelle entstand unter dem Tarnnamen Seewerk ein geheimes Rüstungswerk. 1940 bis 1943 wurde ein unterirdisches Werk zur Herstellung von Chlortrifluorid (N-Stoff) und von 1943 bis 1945 eine Sarin-Großanlage errichtet. Die Fertigstellung war frühestens für Mai/Juni 1945 geplant.

Unter der Bezeichnung Seewerk gehörte die Anlage in Falkenhagen zu einer Reihe von Munitionsfabriken, die im Auftrag der Wehrmacht von der Deutschen Sprengchemie GmbH (DSC) bis 1945 betrieben wurden.

Der Bunker wurde bereits Ende der 1930er Jahre als unterirdische Produktionsstätte geplant. 1939 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Er bestand aus einem zentralen Eisenbahntunnel und unterirdischen Räumen als Produktionsstätte für Chlortrifluorid („N-Stoff“). Bis zur Eroberung durch die Rote Armee im Jahr 1945 wurde hier Chlortrifluorid für die Raketenindustrie des Dritten Reiches hergestellt, das aus Tarngründen als N-Stoff bezeichnet wurde. Die zu dieser Zeit entstandene Raumaufteilung war: Eisenbahntunnel, zwei Produktionshallen und ein Anbau zur Lagerung des Endproduktes.
1942 begann unter Einsatz französischer Kriegsgefangener der Bau der Anschlußbahn vom Bahnhof Briesen bis ins Seewerk. Ab Bahnhof Briesen wurde ein zusätzliches Gleis verlegt und der alte Güterschuppen durch eine neue Güterhalle mit Luftschutzbunker ersetzt. Somit konnten Züge über das Netz der Reichsbahn direkt in die unterirdischen Anlagen fahren.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Die IG Farben, Betreiber der Labore, hatte dort den Auftrag, ein geruchloses, unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.
Unmittelbar vor der Eroberung durch die Rote Armee wurde begonnen, die Anlagen zur Fertigung von Sarin, im südlichen Nebenbereich der eigentlichen Bunkeranlage zu erweitern; die Anlagen wurden aber nicht mehr fertiggestellt.

Im Februar 1945 wurde die komplette Chemiefabrik evakuiert.  60 Güterwagons und 5 Kesselwagen rollten von Falkenhagen nach Bayern. Im April wurde das Werk kampflos von sowjetischen Truppen übernommen.
Im September 1946 baute man die Gleisanlage zwischen Briesen und Falkenhagen komplett ab und transportierte sie nach Osten. Der Verladebahnhof in Briesen wurde zur Getreidemühle umgebaut.

Über die genaue Nutzung zu Zeiten des Kalten Krieges ist wenig Gesichertes bekannt. Nach dem Ende des II.Weltkrieges blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb.
Von 1958 bis 1964 erfolgten die Umbauten der ehemaligen Wehrmachts-Bunkeranlage durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und durch Spezialkräfte der NVA zu einer ABC-sicheren Kommandozentrale des Warschauer Vertrages. Demnach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein und später als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags.

Beim Bunker Falkenhagen handelt es sich um einen viergeschossigen Bunker. Da der gegenwärtige Zustand in großen Teilen einen An- und Umbau (ab 1958) der bereits existierenden Anlage darstellt, musste die Raum- und Funktionsplanung sich an den bereits bestehenden Gegebenheiten orientieren. Zugleich wurden große Teile der früheren Produktionshallen durch Einziehen neuer Etagendecken zur Nutzung im Rahmen des Führungskonzeptes „umfunktioniert“. Die außergewöhnlichen, oberirdischen Bauwerksteile (Türme) sind eine Weiternutzung früherer Verwendung, dann aber für Zuluft, Abluft, Notausstieg und Medienzuführung.

Die Anlage hat eine nutzbare Größe von ca. 14.000 m² (Betriebsräume, Heiztunnel und andere Medienräume nicht mitgerechnet) und besaß mehrere Zugänge. Der Hauptzugang und der Zugang für den Zutritt „5 nach 12“ wurden durch Umbau des ehemaligen Bahntunnels in die Anlage geschaffen. Der Notausstieg ist Bestandteil der ehemaligen Havarieluftabführung und entstand durch Umbau. Der Bunker besaß mehrere oberirdische Gebäudeteile. Neben einem Zuluftturm existieren noch zwei weitere Türme mit großdimensionierten Rohrleitungen. Die Funktion war wie folgt:

    Turm West: Notausstieg und Abluftableitung für den Bereich des dritten Untergeschosses, zugleich genutzt zur Kabeleinführung, weil das Öffnen des Bauwerkes an anderen Stellen erhebliche Probleme bereitete.
    Turm Mitte: Zuluftturm für die Netzersatzanlagen und Abluftturm für Abgase der Generatoren
    Turm Ost: Zuluftturm für die Gesamtanlage.

Der Havarieabluftturm am Hang verlor seine Bedeutung, nachdem der Anschluss an den früheren gefliesten Havarieabluftstollen gekappt wurde, um einen Notausstieg einzubauen, der im dritten Untergeschoss endet.

Das Objekt verfügte über weitere Gebäude, die nach Umbau keine bauliche Verbindung zum Fabrikationsbunker hatten. Zuvor hatten das Generatorengebäude und der frühere Notausstieg Verbindung zum Bauwerk; diese wurden aber planmäßig beim Umbau verschlossen, um das Gesamtbauwerk sicher zu gestalten und eine Hermetisierung zu erreichen. Der Wasserturm hatte zu Produktionszeiten im Zweiten Weltkrieg tatsächlich eine Vorratsfunktion, die der Turm später verlor und als Hundezwinger im inneren Sicherheitsring und Ruheort für müde Wachsoldaten genutzt wurde.

Im vierten Untergeschoss befanden sich mehrere Abteilungen, die durch Drucktüren voneinander getrennt waren. In deren Zentrum verlaufen zwei großzügige Zentralgänge, von denen aus jeweils ca. 20 Kammern von 15 m² Größe erreichbar sind.

 

Luftschutz im Kühlstollen

Den ehemaligen Großbetrieb an dieser Stelle gibt es schon lange nicht mehr. Sämtliche Gebäude wurden damals abgerissen und in dem heutigen kleinen Gewerbegebiet erinnern in der Felswand nur noch die zum Werkluftschutz umgebauten, ehemaligen Kühlstollen an die damalige Werktätigkeit.

U-Verlagerung Sardelle

Laut der einschlägigen Literatur befand sich die Untertageverlagerung Sardelle einst in zwei Kühlstollen (Brauereikeller) der Brauerei Beyenburg.
Die ehemalige Brauerei – oder der traurige Rest davon – war schnell gefunden.
Die schwer verschlossenen Zugänge von Stollen I sind zur Zeit noch nicht passierbar. Zu
Stollen II jedoch wurde mir der Zugang gewährt. Da sich dieser Keller in Privatbesitz befindet und auch als Keller genutzt wird, sieht es dort auch genau so aus. Dennoch konnte ich einige Fotografien anfertigen, aus denen ersichtlich wird, um was es sich tatsächlich handelt.

Werk W

NVA Treib- und Schmierstofflager 44

Das verlassene Treib- und Schmierstofflager 44 der NVA wurde schon 1939 als  Teilbereich, genannt "Werk W", des nationalsozialistischen Rüstungsbetriebes Paraxolwerk Niederlehme errichtet und diente den Nazis als Lagerstätte für Methanol.
Das Werk W der Paraxol GmbH produzierte von 1940-1945 Pentaerythrit als Grundstoff zur Herstellung des Explosivstoffes Nitropenta. Methanol war der Ausgangsstoff zur Herstellung von Formaldehyd, welches anschliessend in einem mehrstufigen Prozess zusammen mit Acetaldehyd zu Pentaerythrit verarbeitet wurde.
Das Methanol wurde in drei großen, unterirdischen Tanks gelagert.

Von 1945-1950 wurden mehrere Hallen des Werkes sowie alle Maschinen und Ausrüstungen durch Spezialdemontagekommandos der Roten Armee demontiert. Mehrere Gebäude wurden gesprengt, die Tanks des Werk W jedoch wurden nicht angetastet.
Nach der Enteignung ging das komplette Werk 1948 in das Eigentum der Gemeinde über, die dann weitere Teile des verbliebenen Inventars verkaufte.

1951 übernahm die KVP (Kasernierte Volkspolizei) das Hauptobjekt. Durch die aus der KVP hervorgegangene NVA wurde es ab 1956 umgebaut und erweitert. Bis 1990 war es Standort verschiedener NVA-Nachrichteneinheiten.

Das einstige Methanollager wurde ab 1963 als Treib- und Schmierstofflager 44 (TSL-44) der LSK/LV (Luftstreitkräfte/Luftverteidigung) der NVA genutzt. Dazu wurden einige Umbauten und Ergänzungen vorgenommen. In den 1970er Jahren wurde ein Doppeltank errichtet, der die bisherige Lagerkapazität mindestens verdreifachte. In allen Tanks wurde Jet-Treibstoff TS-1 (Kerosin) gelagert.

Nach Auflösung der NVA ging das Objekt an die Bundeswehr, wurde kurze Zeit später als entbehrlich eingestuft und somit in das Vermögen der Finanzverwaltung des Bundes übertragen. Damit endete die Nutzung als Betriebsstofflager.

Die Sanitätsdepot-Untertageanlage

1969 begannen die Planungen für eine Erweiterung der sich noch im Bau befindlichen Luftschutzanlagen Ost und West der Rheingau Kaserne mit dem Ziel, beide Anlagen zu verbinden und als Sanitätsdepot Untertageanlage zu nutzen. 1972 wurde mit dem Bau begonnen und am 1. Oktober 1975 konnten die ersten Stollen schon genutzt werden – offizielle Übernahme der Anlage feierte man allerdings erst im Mai 1976.
Die Gesamtfläche der Untertageanlage beträgt circa 13.000 m², davon reine Lagerfläche circa 6.000 m². Der Rest besteht aus Verkehrswegen, Bürobauten und technischen Einrichtungen. Bis 1979 entstanden im Außenbereich noch ein Verwaltungs- und ein Werkstattgebäude, sowie eine Umschlaghalle.

Nach Auflösung der Rheingau Kaserne im Jahre 1993, entstand aus dem unterirdischen Sanitätsdepot das Sanitätshauptdepot. Für die erweiterte Aufgabenstellung übernahm man zwei Unterkunftsgebäude und die Sporthalle der ehemaligen Kaserne. In die ehemalige Sporthalle verlagerte die Humanitär- und Ausstattungshilfe des Sanitätsdepots Euskirchen. 1995 waren die Baumaßnahmen zur Abtrennung des unterirdischen Sanitätshauptdepots (SanHDp) von der ehemaligen Kaserne, dem jetzigen Gewerbepark Wispertal, abgeschlossen.

Am 26. November 2003 gab der Bund die Auflösung des SanHDp Lorch-Rheingau zum Jahresende 2007 bekannt. Am 1. Juli 2007 begann die Auflösungsphase, welche am 31. Dezember 2007 planmäßig abgeschlossen wurde.

U-Verlagerung Sumpfhuhn

 Erbaut wurden diese unterirdischen Anlagen, wie auch der Flughafen selbst, zwischen 1937 und 1941. Planender Architekt war Ernst Sagebiel unter der Ägide Albert Speers. Doch während die Arbeiten am Flughafen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges ins Stocken kamen und teilweise erst in den 50er-Jahren abgeschlossen wurden, hat man die Keller- und Bunkeranlagen im geplanten Umfang fertig gestellt. Nach 1943 wurden die unter dem Hangar verlaufenden Tunnelröhren zur Montage von Jagdflugzeugen genutzt. Der Luftkrieg hatte die Begehrlichkeiten für unterirdische und somit unsichtbare Produktionsstandorte geweckt. Und ähnlich der Salzstöcke in den Mittelgebirgen wurde so auch unter Tempelhof Kriegsgerät zusammengezimmert. Konkret betraf dies die beiden Jagdflugzeuge Focke-Wulf 190 und die JU-87, die unter dem Beinamen "StuKa" von der NS-Propaganda zur Wunderwaffe stilisiert wurde. Die improvisierte Flugzeugmontage hat indes keine Spuren hinterlassen. Anders als der 400 Meter lange kombinierte Eisenbahn- und Straßentunnel, der dem oberirdischen Verlauf des Flughafengebäudes über weite Strecken folgt. Noch immer bildet er die wichtigste Nordost-Südwest-Verbindung innerhalb des Komplexes, auch wenn ihn immer weniger Fahrzeuge passieren. Züge rollen dort längst nicht mehr.

Wandmalereien im Lufthansabunker

Die Welt unter dem Flughafen ist eine verschachtelte Bunkerlandschaft, die die Enge und die Angst physisch erfahrbar werden lässt. Liebevoll und doch gleichsam hilflos etwa die Ausgestaltung eines alten Luftschutzkellers, dem sogenannten Lufthansa-Bunker: Wandmotive von Wilhelm Busch sollten Berliner Bombennächte vor allem für Kinder erträglicher gestalten. Ein ironisches Bild, nicht nur im Rückblick – der listige Wilhelm Busch hätte für die NS-Diktatur sicher andere Motive übrig gehabt als die seiner kindlichen Schelme. Überraschend gut erhalten sind Buschs Motive nach all den Dekaden. Und eine Sentenz des Zeichners, der zu Lebzeiten gerade noch die ersten Doppeldeckermaschinen erlebt haben dürfte, will gar vorzüglich in die Katakomben eines Flughafens und in die euphorische Frühzeit der Luftfahrt passen: "Begeistert blickt er in die Höh, Willkommen herrliche Idee."

Objekt Koralle

„Wir glauben an die Zukunft der Deutschen. Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt.“

Zeilen aus dem  Schwur der Verschwörer. Zeilen, verfasst  von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem bekanntesten der gescheiterten Hitler-Attentäter. Der Schwur war gedacht für die „Zeit danach“, einer Zeit nach dem „Führer“, die nicht zustande kam. Heute ist das Dokument nahezu vergessen. So wie die Stätte, an der es verfasst wurde – das „Lager Koralle“.

Dieses befand sich nur eine halbe Stunde nördlich von Berlin. Zwischen 1943 und 1945 hatte das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) hier sein Hauptquartier. Noch heute stehen die Ruinen. Von ihrer Existenz, versteckt im Wald, wissen nur wenige.

Das Objekt war zuerst als Marine-Nachrichtenschule gedacht und erhielt den Namen „Koralle“ erst später. Die Bauarbeiten begannen 1939 in dem stark bewaldeten Gebiet.

Aufgrund der immer größer werdenden Gefahr durch Fliegerbomben wurde beschlossen, die Führungszentrale des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM) aus Berlin in ein sichereres Gebiet zu verlegen. Am 30. Januar 1943 bezog es seinen Sitz im Lager Koralle. Wenig später wurde vor Ort auch die Hauptfunkstelle des Befehlshabers der U-Boote (BdU) eingerichtet. Damit liefen nun alle Nachrichtenverbindungen für den U-Boot-Krieg im bombensicheren Nachrichtenbunker der Station ein.

Nach dem Vormarsch der Roten Armee und Einkesselung Berlins erging am 19. April 1945 der Befehl zur Verlegung in das Ausweichquartier Objekt Forelle bei Plön und acht Tage später nach Flensburg-Mürwik.

Seit Jahrzehnten zieht sich das Moos über meterdicke Betonwände. Mutmaßlich sowjetische Soldaten  haben in kyrillischen Buchstaben Botschaften für die Nachwelt hinterlassen. Sie sprengten nach dem Sieg über Nazi-Deutschland die militärische Anlage  (andere Quellen sprechen von Zerstörung bereits durch die deutsche Wehrmacht). Es gab einen Flakbunker, einen Hochbunker und einen unterirdischen Bunker. In dem unterirdischen Bunker operierte die Zentrale des OKM. Hinzu kamen ein Offizierskasino, Baracken, mehrere Löschwasserteiche und andere kleinere Objekte. Die Gebäude waren zum Teil unterirdisch miteinander verbunden. Das Lager Koralle war mit zahlreichen Anlagen zur Telekommunikation ausgestattet.

„Koralle“-Kern  war der unterirdische, zwei Etagen tiefe Bunker.  Allein seine Bodenplatte war zwei Meter dick, die Seitenwände dreieinhalb Meter.  Hier war die Leitstelle der Marine untergebracht. Von hier aus steuerten die Nazis um Großadmiral Karl Dönitz (letzes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches) in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges Kampfschiffe sowie U-Boote, schickten noch hunderte Soldaten in den sinnlosen Tod.

Etwa 1500 Wehrmachtsangehörige und Zivilisten sollen laut Zeitzeugen 1944 im Objekt beschäftigt gewesen sein. Nach dem Krieg nutzte  die DDR-Bereitschaftspolizei die Ruine zum Training für den Häuserkampf. Und heute? Die Geheimniskrämerei ist groß. Denn es gibt trotz intensiver (erfolgloser) Suche noch immer Gerüchte, dass in der gut einen Quadratkilometer großen Anlage Schätze vergraben sind. Metertief gegrabene Löcher im Waldboden sind stumme Zeugen der hartnäckigen Jagd. 

Bunker Komplex 5000

Die Bunker des „Komplex 5000“, intern auch als „Investkomplex 17“ bezeichnet, waren Teil eines militärischen Investitionsprogramms zur planmäßigen Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR, das auch mit dem Befehl Nr. 10/73 des MfS vom 5. Februar 1973 in engem Zusammenhang stand. Alle diesem Befehl unterliegenden Maßnahmen zur Geheimhaltung des Investitionsprogramms erfolgten unter der Tarnbezeichnung 'Filigran'. Die Bauwerke wurden im Auftrag des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR angelegt und sollten im Krisen- und Kriegsfall Schutz der Führung und die Kommunikation mit dem Militär (NVA) und den verbündeten Streitkräften des Warschauer Paktes gewährleisten.

Einzelobjekte:

17/5001: "Honecker-Bunker" Hauptführungsstelle des Nationalen Verteidigungsrates der DDR („Perle“)
Daten:
    Nutzfläche: 7.500 m²
    Umbauter Raum: 96.000 m³
    Rauminhalt: 65.000 m³
    170 Räume
    24 Lager

„Perle“ war der Deckname für die Bunkeranlage in Prenden (Gemeinde Wandlitz), die auf drei Ebenen unter der Erde an der Ützdorfer Straße, zwischen den Strombergen und dem Bogensee, errichtet wurde. Der zwischen 1978 und 1983 gebaute, über 7.500 m² große Bunker ist eines der größten und bekanntesten unterirdischen Schutzbauwerke auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die offiziell Sonderbauwerk 17/5001 (SBW 17/5001) genannte Anlage galt als technische Meisterleistung und war bei ihrer Indienststellung im Jahr 1983 das wohl aufwändigste Bauwerk seiner Art im gesamten Ostblock.
Große Teile der dreigeschossigen Anlage sind elastisch gelagert, um auch die Stoßwelle einer Kernwaffendetonation abfangen zu können (Schutzklasse A). Hierzu wurden Federmechanismen und stickstoffgefüllte Pneumokord-Stoßdämpfer (PKU) verwendet. Knapp 350 Personen (laut Übergabeprotokoll), darunter die Mitglieder des NVR und dessen Vorsitzender Erich Honecker, hätten hier Zuflucht gefunden. Umgangssprachlich wird das Objekt 5001 daher auch als Honecker-Bunker bezeichnet.
Der Bunker wurde nach der „Wende“ in der DDR von der Bundeswehr übernommen, untersucht und 1993 versiegelt und aufgegeben. Die oberirdischen Tarnaufbauten wurden abgerissen. Die darunter befindlichen Zugänge und Betonhauben für Zu- und Abluft wurden wegen des einsetzenden Bunkertourismus von der örtlichen Forstbehörde mit Aushub zugeschüttet. Inzwischen steht die Anlage unter Denkmalschutz. Ende 2008 wurde der Eingangsbereich mit einer Betonplombe verschlossen.
Der nördliche Teil des Kasernengeländes befindet sich in Privatbesitz und das Betreten ist nicht gestattet.

 

17/5002: Funksendezentrale (geschützte Sendestelle)

17/5005: "Mielke-Bunker" Führungsbunker MfS

17/5011: Nachrichtenbunker

17/5020: Hubschrauberlandeplatz (Anlaufpunkt)

Das Objekt 17/5020, intern auch als „Anlaufpunkt“ bezeichnet, befand sich an der Ortsverbindungsstraße Bernau–Wandlitz und wurde als Hubschrauberlandeplatz und Kurier-, Melde- und Verteilerzentrale in drei Kilometer Entfernung zur Waldsiedlung gebaut. Die Nähe zum Wohnsitz der Mitglieder des Politbüros sollte hauptsächlich den „gedeckten Rückzug“ der Mitglieder des NVR sowie der restlichen privilegierten Mitglieder der Regierung per Flugzeug oder Hubschrauber Richtung Osten sicherstellen. Für eine Evakuierung hätte die Staatsführung auch per Helikopter direkt aus der Waldsiedlung ausgeflogen werden können. Die Bunkerbauten sind kleiner und haben nachrangige Bedeutung und Funktion im Komplex 5000. Es handelt sich um mehrere Fahrzeugbunker (sechs Stück unter den Bereitschaftsgebäuden) und einen zentralen FB-75-Komplex. Weiterhin gibt es einen geschützten Keller im Towergebäude und mehrere Kleinbunker, sowie FB-3-Mannschaftsbunker auf dem Gelände. Die Anlage ist überwiegend abgerissen worden. Lediglich die beiden großen Bunkerbauwerke, welche sich unter den Unterkunftsbaracken befanden, sowie der große Garagenbunker gleich dahinter, wurden an Ort und Stelle belassen. Sie dienen heute als Behausung für Fledermäuse.

Objektdaten:
    Bau 1981 bis 19.12.1984 durch VEB GAN Spezialbau Bernau (Baukosten 22 Mio. Mark)
   
2 Bunker Typ MB/BS-STB-81 mit Garagenanbau für je 9 Fahrzeuge, monolithischer Garagenbunker, Schutzklasse E,
    Netzersatzanlage mit je 75 kVA, Montageschacht, Zugang über Tarnbaracke
    Tower mit Schutzkeller (Netzersatzanlage 50 kVA, Notausstieg), 2 Postenbunker FB-3/M,
    2 stationäre Landescheinwerfer APM-90 mit Schutzbauwerk, Start- und Landebahn (375 m), Wachgebäude, Kfz-Halle

Eine weitere interessante Anlage, zugehörig zum Objekt 17/5020, befand sich gut im Wald versteckt und von einer Hochspannungssicherungsanlage (HSA) umzäunt, in ca. 1000 Meter Entfernung auf der anderen Seite der Bundesautobahn 11. Dabei handelt es sich um das Teilobjekt TO 28.1, den sogenannten Nahmarkierungspunkt (NMP) für das Flugfeld. Die dort in einer Höhe von 19 Meter errichtete Antennenanlage vom Typ SHG 19/70, hatte eine Spannweite von 70 Meter und war in paralleler Richtung zur Achse des Flugfeldes gespannt.

 

17/5021: Teilgeschützte Sendestelle

Wohnungsbau

Nicht realisierte Einzelobjekte:

Aus Kostengründen wurden in Abweichung zur ursprünglichen Planung folgende Einzelobjekte nicht realisiert:

    Objekt 17/5004 (Zentrale Datenverarbeitungsanlage)
    Objekt 17/5012 (Wechselführungsstelle)
    Objekt 17/5022 (zweite teilgeschützte Sendestelle)

Das Gegenstück in der Bundesrepublik Deutschland war der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit in Rheinland-Pfalz.

Im Sperrgebiet

In den Tiefen der Wälder Brandenburgs versteckt sich, als Hinterlassenschaft der russischen Besatzer, diese unterirdische, zweietagige Bunkeranlage. Erbaut in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, diente dieser Nachrichtenbunker als Troposphären- und Richtfunkstelle der Nachrichtenzentrale "Ranet" in Wünsdorf.

Tiefbunker „Danziger Freiheit“

Im Jahre 1941 aus Reichsmitteln gebaut, gab dieser Tiefbunker 1200 bis 2000 Personen auf 1000m² Schutz vor den fallenden Bomben.
Drei Eingangsbauwerke führten den Schutzsuchenden in über 77 Einzelräume.
Noch 1953 belief sich die Gesamtanzahl der Übernachtungen
in diesem Bunker durch Flüchtlinge aus dem Osten und ausgebombte und obdachlos gewordene Personen auf rund 70.000.

Der Warnamtbunker

Warnämter waren in der Bundesrepublik Deutschland bis in die 1990er Jahre mit der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung vor Gefahren im Frieden und Verteidigungsfall betraut. Sie gehörten zum Zivilschutz.

Die Warnämter unterstanden dem Bundesamt für Zivilschutz und fielen wie der gesamte Zivilschutz in den Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Sie waren untere Bundesbehörden. Beim Warndienst konnte man als freiwilliger Helfer tätig werden. Eine mehrjährige Verpflichtung wurde als Wehrersatzdienst angerechnet. Da es aber nur wenige Warnämter gab, war es schwer, eine solche Verpflichtung bei Umzug einzuhalten.

Die Warnämter wurden 1957/58 infolge des immer bedrohlicher wirkenden Kalten Krieges gegründet. Davor war, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der aus dem Reichsluftschutzbund hervorgegangene Bundesluftschutzverband bzw. der Warn- und Alarmdienst des Luftschutzhilfsdienstes zuständig.

Die Warnämter wurden Mitte der 1990er Jahre aufgelöst. Zunächst hielt man Einrichtungen für die Warnung der Bevölkerung größtenteils für verzichtbar. Ab 2000 wurden diverse Projekte zu Forschungszwecken eingerichtet, die sich zum Beispiel mit der Warnung mittels besonderer Funkuhren und ähnlicher Methoden befassten. Momentan erfolgt die Warnung der Bevölkerung über das SatWaS.

Mit „Gefahren“ waren zu Beginn nur militärische Gefahren wie Luftangriffe, Fernwaffenbeschuss (Artillerie) und in späterer Zeit auch Angriffe mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen gemeint (ABC-Waffen). Zur Abwehr atomarer Gefahren wurde vom Warndienst ein Messnetz zur Messung der Umweltradioaktivität aufgebaut. Dieses ODL-Messnetz verfügte über ca. 1500 Messstellen. Nach der Auflösung der Warnämter ist dieses Messnetz am 1. Juli 1997 an das Bundesamt für Strahlenschutz übergegangen, wo es weiterhin unterhalten wird. Im Laufe der Zeit wurde der Gefahren-Begriff weiter gefasst: Der Warndienst sollte von nun an auch vor zivilen Gefahren (wie beispielsweise Schadstoffaustritten und anderem) warnen; ferner konnte zentral für mehrere Orte Feuer- beziehungsweise Katastrophenalarm ausgelöst werden. Dazu wurden neue Sirenensignale geschaffen.

Die Wartung, der Bau und der Unterhalt von Sirenen und Leitungen war der Deutschen Bundespost übertragen, die auch für die Anmietung von Aufstellflächen für Warnanlagen zuständig war.

Außer den Sirenen unterhielten die Warnämter das sogenannte Warnnetz. Dabei handelte es sich um eine Art Telefonanlage mit Rundspruchstellen, das heißt, die Warnämter konnten an alle bis zu 12.000 angeschlossenen sogenannten „Warnstellen“ Durchsagen machen. An das Warnnetz waren neben den Hauptverwaltungsbeamten und den Leitstellen auch bestimmte Betriebe angeschlossen, die durch Rechtsverordnung hierzu verpflichtet wurden.

Die zehn bundesdeutschen Warnämter bestanden jeweils aus einem eingezäunten Gelände in abgelegener Lage mit Verwaltungsgebäude, Unterkunftsgebäude, Kommunikationsturm und dem Warnamtbunker. Die Gebäude waren so angeordnet, dass sie aus der Luft wie eine zivile Einrichtung aussahen. Die stark geschützten Bunker waren jeweils gleichartig aufgebaut und ermöglichten der Warnamtbelegschaft einen Aufenthalt von 30 Tagen ohne Kontakt zur Außenwelt. Heute sind die Liegenschaften in Privatbesitz oder werden zum Beispiel von der Bundespolizei oder dem THW genutzt.

Die Anlagen des Warndienstes waren als Zivilschutzeinrichtungen völkerrechtlich besonders geschützt.

Hinter dem Begriff Warnamt Eifel verbirgt sich der verbunkerte Ausweichsitz der nordrhein-westfälischen Landesregierung bei Kall.

(Wikipedia)

Unter dem Park

Noch vor wenigen Monaten stand diese recht grosse Stollenanlage unter einer Innenstadt im Südosten des Ruhrgebietes weitestgehend unter Wasser. Mittlerweile ist sie fast völlig trockengefallen und wir können sie mühelos begehen. An einer grossen Parkanlage mitten in der City steigen wir die ausgetretenen Stufen hinab in die Unterwelt und es wird merklich kühler. Uns öffnet sich eine andere Welt

Unter der Wohnsiedlung

In einer Wohnsiedlung einer Ruhrgebietsgroßstadt befindet sich in einer alten Mauer eine unscheinbare Tür … hinter dieser Tür verschwindet der Großstadtlärm und es öffnet sich eine längst vergessene Stollenanlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die wenigsten Anwohner wissen, was sich unter ihren Häusern und Vorgärten befindet.

Werkluftschutz unter Wasser

Die Pumpen laufen Tag und Nacht …

Auf der Suche nach etwas viel grösserem, fanden wir zufällig an einem längst zurückgebauten, privaten Bahnanschluss diesen kleinen Werkluftschutzstollen. Ein Grossteil dieser ringförmig angelegten Anlage ist mit zwei mannshohen Mauern abgetrennt und mit starker Folie wasserdicht ausgelegt worden. Dann flutete man den abgetrennten Teil und dieses so entstandene Kühlbecken wird von der recht grossen, heute noch produzierenden Firma zum Kühlen ihrer Maschinen benutzt. Der trockenen Fusses begehbare Teil des Bunkers besitzt einen Eingang und drei Notausgänge.

Der Solinger Theaterbunker

Die Anlage besteht aus zwei in sich abgeschlossenen, verhältnismässig kleinen Röhrenbunkern (dreireihiges Ziegelgewölbe, kein Beton), die nicht miteinander verbunden sind. Leider war bis zum jetzigen Zeitpunkt nur einer der Teilbereiche betretbar.

Als bei den Bauarbeiten im Theaterumfeld die Überreste eines alten Bunkers zutage kamen, war dies zumindest für Kenner der Zeitgeschichte keine Überraschung. Der Stadtarchivar musste aber doch einige Nachforschungen anstellen, um näheres über die knapp 80 Jahre alten Mauern herauszufinden. Eines ist demnach klar: Der Bunker dürfte aus den Anfangszeiten des Zweiten Weltkriegs stammen. Der Originalzugang zum Bunker ist im Zuge des Theaterneubaus zwischen 1960 und 1963 zerstört worden. Der Einstieg ist jetzt nur noch unter erschwerten Bedingungen über Steigeisen durch den schmalen Schacht eines der Notausgänge möglich.

 

Update:

Durch eine glückliche Fügung wurde jetzt bei weiteren Baumassnahmen auch die zweite Röhre kurzzeitig geöffnet …

 

 

 

Wilhelmshöhe

Wer vor über 150 Jahren im Tal der Wupper einen schönen Abend verbringen wollte, für den war das Elberfelder Vergnügungslokal Wilhelmshöhe am Engelnberge die erste Adresse. Hier wurde gegessen, getrunken, gefeiert und getanzt. Hier ging es gesellig zu. Andreas Böttger sen. war nicht nur Gastwirt – er betrieb auch seine eigene, kleine Privatbrauerei. In alten Aufzeichnungen von 1838 findet sich der Satz: "Bierbrauerei u. Sommerwirthschaft zur „Wilhelmshöhe“ woselbst eine naturhistorisch merkwürdige Höhle …".
Unter dem ehemaligen Lokal befand sich also damals eine kleine Höhle. Diese wurde vom Gastwirt und Brauer Böttger ein wenig ausgebaut und bis ca. 1858/59 braute und lagerte er dort seinen frischen Gerstensaft.
Nach Aufgabe seines Geschäftes gerieten die unterirdischen Hohlräume mehr oder minder in Vergessenheit. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zum Luftschutz erweitert und ausgebaut, drei Lüftungsanlagen installiert und boten so nun mehreren hundert Menschen Zuflucht während des Bombenhagels auf Elberfeld.
Lange Zeit nach dem Krieg stand der Stollen leer, bis ein Weinhändler dort sein Geschäft und Lager eröffnete … doch seit über zwanzig Jahren ist auch er wieder fort und in dem
Stollen herrschen wieder Dunkelheit und Stille.

Luftschutz an der ehemaligen Nordbahntrasse

Hier hat sich mittlerweile so vieles verändert … über der Erde  –  … aber unter der Erde sieht es immer noch so aus, wie in alten Zeiten.

Als auf der Nordbahntrasse die Gleise entfernt wurden um einen Fahrradweg durch ganz Wuppertal zu realisieren, verschwand auch das aus Beton gefertigte Eingangsbauwerk, gelegen in unmittelbarer Nähe zum Schienenstrang. Heute befindet sich auf dem Treppenabgang der Sandkasten eines Spielplatzes und somit ist von dem Eingang in den recht grossen Bunker mit seinem verzweigten Stollensystem nichts mehr zu sehen, das darauf hindeuten könnte, dass in Kriegszeiten nicht nur Bahnbedienstete und Fahrgäste bei Bombenangriffen dort Schutz suchten. Zwei weitere Eingänge sowie ein Notausgang befanden sich in einer nahegelegenen Firma. Somit kann davon ausgegangen werden, dass diese Luftschutzanlage nicht nur ein Bahnbunker war, sondern gleichzeitig als Werkluftschutz diente.

Zivilschutz in einer Ruhrgebietsgroßstadt

Merklich kälter wurde es, als wir auf ausgetretenen Stufen langsam nach unten gingen. Überall liegt Schutt, Schrott und Gerümpel. Kein Neuzeitdreck, sondern alte Relikte. Hier unten war schon seit langer Zeit niemand mehr. Keine Graffitis, keine Schmierereien. Die breiten, nachleuchtenden Streifen an den Wänden tauchen die endlosen Gänge und Räume in ein gespenstisches und fahles, grünliches Licht. Leider steht die Hälfte der Anlage so tief unter Wasser, dass wir trotz unserer Stiefel diesmal noch nicht weiterkamen …

Galerie 2

Die Rettungsstelle unter dem Marktplatz

 Im August 1940 wurde die Baugenehmigung für diese Rettungsstelle erteilt und im August 1941 wurde sie fertiggestellt. Die Außenwände sind aus 50cm dickem Beton und die Decke aus Stahlbeton. In den Duschräumen, Aborten und Behandlungszimmern wurden die Wände gefliest, alle anderen Räume erhielten Zementputz. In der Rettungsstelle gab es Heizung, Notstromerzeuger, Brunnen, Gasdrucktüren und natürlich eine Be- und Entlüftungsanlage. Die Baukosten betrugen rund 80.000 RM. Zwei Haupteingänge und sechs Notausgänge waren vorhanden. An Decken und Wänden wurde nachleuchtende Farbe aufgetragen. Auf dem heutigen Marktplatz erinnert nichts mehr an die unterirdische Rettungsstelle, alle oberirdischen Eingangsbauten wurden beseitigt.

Tiefstollenanlage

 

Kaum eine andere deutsche Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg so von alliierten Bombenangriffen heimgesucht wie der Kohle-, Stahl- und Logistikstandort Dortmund. Die Royal Air Force flog allein zwischen Mai 1943 und März 1945 insgesamt 105 Angriffe auf die Stadt. Offiziell kamen dabei 6341 Menschen ums Leben. Am 12. März 1945 warfen rund 1000 Flugzeuge binnen 50 Minuten eine Bombenlast von 4851 Tonnen über Dortmund ab — der größte Bombenangriff des gesamten Kriegs.

Die Nazis wussten um die Bedeutung Dortmunds als mögliches Ziel von Bombardements und trieben den Bau einer riesigen Anlage unter der City voran. Zeitzeugen berichten, bereits in den 1930er Jahren sei unter der Innenstadt gegraben worden — angeblich getarnt als U-Bahn-Bau. Mit dem großangelegten Bau von Luftschutzeinrichtungen begann die zuständige "Organisation Todt", eine militärisch strukturierte Bautruppe, benannt nach ihrem Führer Fritz Todt, jedoch erst in den 1940er Jahren.

Wahrscheinlich aber wurden die Arbeiten erst im Jahr 1942 begonnen. Das geht zumindest aus einem Gedächtnisprotokoll hervor, das im Auftrag der Stadt Dortmund am 1. August 1966 verfasst worden war. Zuvor waren in Dortmund schon andere Luftschutzanlagen errichtet worden, etwa der nach dem Krieg als Hotel genutzte Bunker vor der Westfalenhalle , mit dessen Bau bereits im Jahr 1938 begonnen wurde.

Aus dem Papier vom 1. August 1966 geht hervor, dass die zuständige Organisation Todt für den Bau "Kriegsgefangene, Fremdarbeiter und später auch sogenannte Instandsetzungstrupps der örtlichen Luftschutzleitung" heranzog. Die technische Leitung oblag laut Papier der Tiefbau- und Bohrfirma Deilmann in Dortmund-Kurl. Die Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Banike sei lediglich Erfüllungsgehilfin gewesen und habe keinen Einfluss auf den Bau der Anlage gehabt. Der zuständige Luftschutzleiter habe unbegrenzt Zugriff auf Reichsmittel gehabt, um die Arbeiten zu finanzieren.

In einem Aktenvermerk vom 2. August 1943 wird festgehalten, dass "ab sofort" sämtliche Luftschutzbauarbeiten in Dortmund der Organisation Todt unterstellt werden. Ausländische Arbeiter sollten "im Verhältnis 10 Ausländer auf einen Deutschen" eingesetzt und in Lagern untergebracht werden. Die deutschen Arbeiter sollten dabei helfen, die ausländischen Kräfte im Lager zu überwachen, da sich das Lager jedoch in unmittelbarer Nähe der Baustelle im Westpark befand, wurde auf eine verpflichtende Unterbringung der Deutschen verzichtet.

80.000 bis 100.000 Menschen sollten in den gigantischen Katakomben Zuflucht finden. 19 Eingänge standen der Bevölkerung zur Verfügung, um bei Alarm in die Unterwelt zu fliehen. Der Haupteingang befand sich gegenüber des Hauptbahnhofs, an der Katharinentreppe. Allerdings lag die Treppe damals wohl noch ein ganzes Stück näher am Hauptbahnhof als heute. Die Topographie des Bereichs zwischen Bahnhof und Kampstraße wurde nach dem Krieg erheblich geändert. Der Straßenverlauf ebenfalls. So verlief die Straße "Königswall" bis zur Neugestaltung der City nicht etwa auf dem historischen Wall, sondern schräg von Nordosten nach Südwesten. Dort, wo heute der Königswall liegt, befand sich die Schmiedingstraße, die heute wiederum parallel zum Hellweg verläuft.

Auch die inzwischen abgerissenen alten Pavillons vor der Petrikirche standen auf einem Bunkereingang. Als sie abgerissen wurden, kam für kurze Zeit eine Treppe, die in den Untergrund führte, ans Tageslicht. Inzwischen ist dieser Eingang jedoch wieder fest verschlossen.

Auch bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes tat sich plötzlich ein Loch auf und gewährte Neugierigen einen Blick in Dortmunds unterirdische Vergangenheit. Doch auch dieses Loch ist längst gestopft. Ein weißer Kamin mit Lüftungsschlitzen, ungefähr vor der Bahnhofsbuchhandlung und unter der Treppe, die zu den Regionalzügen führt, steht jetzt auf dem Loch und sorgt für die nötige Be- und Entlüftung der Anlage.

Der Historiker Michael Foedrowitz ist einer der wenigen Menschen, die die Anlage nach dem Krieg besichtigen konnten. Ende der 90er Jahre drehte er dort eine Dokumentation mit dem Titel "Bunkerwelten". Er spricht von zwei nicht miteinander verbunden Systemen unter der Stadt. "Das ist die größte Anlage dieser Art in Europa", ist sich der Bunker-Experte sicher. Dr. Andreas Immenkamp, Oberkustos des LWL-Industriemuseums "Zeche Zollern", fügt sogar hinzu: "Außerhalb Europas wird es keine vergleichbare Anlage geben, da nie der Bedarf bestand, eine zu bauen." Ergo sei das Labyrinth unter der Stadt die weltweit größte zivile Luftschutzanlage.

Die Ausmaße sind in der Tat gigantisch. 4,8 Kilometer lang sind die Gänge und erstrecken sich verwinkelt und mit zahlreichen Nebentunneln in einer Tiefe von 3,50 Metern bis 17 Metern vom Westpark bis zum Probsteihof. "Einige der Räume sind Hallen", erklärt Foedrowitz. Diese sollten zweigeschossig ausgebaut werden, um noch mehr Menschen aufnehmen zu können.

Daraus wurde jedoch nichts, die Arbeiten an den Tunneln stoppten mit Kriegsende. Im Bereich des ehemaligen Körnerplatzes, das heutige Westentor, befindet sich eine solche unterirdische Halle. Dort in der Nähe liegt auch noch der einzige von außen einsehbare und erkennbare Eingang.

Der Ausbau der Tunnelabschnitte ist unterschiedlich weit fortgeschritten. "Für den Bau wurden ab 1943 Zwangsarbeiter herangezogen", erklärt Foedrowitz. Bei Fliegeralarm hätten die Bautrupps die Anlage verlassen müssen, bevor die Zivilbevölkerung in den Bunker strömte. Gearbeitet wurde bis Kriegsende. Augenzeugen, die wissen, wie es heute in dem Labyrinth aussieht, berichten, die jüngeren Stollen seien lediglich grob in den Fels geschlagen, während andere Teile des Gangsystems sauber mit betonierten Wänden ausgebaut seien.

(derwesten.de)

Zu den Fotos der Anlage

Werkluftschutz Hüttenwerk

Gegründet wurde das Walz- und Puddelwerk im Jahre 1847 und in seiner Blütezeit waren dort bis zu siebentausend Menschen beschäftigt. Heute deutet nur mehr wenig auf die ehemalige Existenz des einst vier Kilometer langen Werkes hin. Der letzte Abstich im Jahre 1972 bedeutete das Aus der Produktion und den Rückbau des gigantischen Betriebes, der bis ins Jahr 2010 dauerte. Übriggeblieben ist dieser Werkluftschutzstollen.

Der Werkluftschutzstollen

 

Während des Zweiten Weltkriegs kam es zwischen 1942 und 1945 zu Bombenabwürfen über der Stadt, welche eigentlich dem nahegelegenen Düsseldorf galten. Deshalb liess die kleine Firma in Erkrath in den Südhang hinter dem Werksgebäude für ihre Belegschaft einen Luftschutzstollen schlagen. Heute ist dieser kleine Stollen kaum noch aufzufinden. Wir begaben uns dennoch auf die Suche und wurden auch fündig.

Zur Fotogalerie

Das geplante Kavernenkraftwerk

 

Zum Bau einer bombensicheren Energieversorgung in Form eines Kavernenkraftwerkes wurde dieser Stollen in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, in den Zeiten des "Kalten Krieges", in den Hardtberg getrieben. Das Projekt jedoch wurde abgebrochen und der angefahrene Stollen wurde verschlossen. Seit 2015 wird die Anlage vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. offiziell betreut. Da sich in dem Berg ein Großhöhlensystem befindet und auch beim Stollenvortrieb Kleinhöhlenteile angeschnitten wurden, erhoffen wir uns bei der zukünftigen Forschungsarbeit einiges an Neuentdeckungen. Potential wäre vorhanden …

 


 

Tag des Geotops 2015

Der schon traditionell am Wuppertaler Hardtberg stattfindende Tag des Geotops hielt diesmal für die Besucher eine Besonderheit bereit: Zum ersten Mal konnte der Hardtstollen mit seiner großen Kaverne zugänglich gemacht werden. So war es kaum verwunderlich, dass die Anmeldungen die Anzahl der freien Plätze schnell überstieg. Kurzfristig wurden die Gruppen vergrößert und die Anzahl der Führungen von 7 auf 9 erhöht, so dass über 200 Besucher durch den Stollen geführt werden konnten. Mehr dazu: klick hier

Noch mehr Bilder vom Tag des Geotops 2015, klick hier

Bilder vom TdG 2016

https://akkhev.wordpress.com/2016/09/23/tag-des-geotops-2016-in-der-hardtkaverne/

Fotos vom TdG 2018

Während sich die Wuppertaler oben auf der Hardt am Sonntag (15.09.2019) bei 23 Grad auf den Wiesen sonnten, wateten gut 60 Meter unter ihnen gruppenweise Menschen in Gummistiefeln und Jacken durch die sonst verschlossenen Hohlräume.

Fotos vom TdG 2019

Das Haus mit der Nummer 6

 

Das alte Haus nahe der Kirche birgt ein Geheimnis, welches erst offenbar wird, nachdem man die ausgetretenen und knarrenden Stufen in den Keller hinabgestiegen ist.

Von da aus führt eine weitere, steile Treppe tief hinab in einen alten und verlassenen Weltkriegsbunker. Wir bekamen dort eine Privatführung …

Danke Klaus!

Die unfertige Anlage

 

Hierhin sollte einst die Produktion kriegswichtiger Güter des gegenüberliegenden Edelstahlwerkes verlagert werden. Zwei, mit Stahlbeton ausgebaute Einfahrten führen in den Schiefer. In der linken Einfahrt kann man noch sehen, dass dort einmal Schienen lagen. Bedingt dadurch, dass mit der Auffahrung der Anlage viel zu spät begonnen wurde, ist aus diesem Vorhaben jedoch nichts mehr geworden, obwohl mit den Arbeiten teilweise bis zu eintausend Zwangsarbeiter beschäftigt wurden. Zum Werkluftschutz selber gab es unter den Produktionshallen der Firma weitreichende Räumlichkeiten, welche teilweise auch heute noch erhalten sind.

Der Neumarktbunker

Noch heute ist die alte Bedingung gültig, dass dieser Platz nicht überbaut werden darf.

1640 wurde eine Wiese zur Nutzung als Friedhof von der Gemeinde aufgekauft und mit einer Mauer umgeben. Damals lag diese Wiese noch ausserhalb der Elberfelder Innenstadt. Elberfeld war damals noch ein Dorf … doch schon 1808 (Elberfeld war flächenmässig gewachsen) musste der Friedhof wegen einer "allgemeinen landesherrlichen Verordnung" von 1803, wonach Begräbnisstätten außerhalb der Städte verlegt werden mussten, aus der "Innenstadt" weichen. Als neue Begräbnisstätte wurde eine schon seit 1785 im Besitz der Gemeinde befindliche Fläche an der heutigen Else-Lasker-Schüler-Strasse (ein "Feld am neuen Teich") ausgewählt. Dieser neue Friedhof wurde jedoch nur gut fünfzig Jahre genutzt und findet heute als Parkanlage Verwendung, in der sich auch Wuppertals letzter Winkelturm befindet.

Vom alten Friedhof, der 1808 aufgegeben werden musste, wurden die Grabsteine und Grabmäler abgeräumt und die freigewordene Fläche verkaufte man der Stadt mit der oben bereits erwähnten Bedingung, zur Errichtung eines "neuen Marktplatzes".

Im Gegensatz zu den Nachbarstädten Remscheid und Solingen, war Wuppertal im letzten Krieg auf Grund des LS-Sofortprogrammes ein 'Luftschutzort erster Ordnung'. Dementsprechend wurden hier überdurchschnittlich viele Bunker und Luftschutzstollen errichtet, die Zahl von gut 350 ist überliefert. Der Bunker vor dem ehemaligen Elberfelder Rathaus fällt auch in die Zeit dieser regen Bautätigkeit. Die Gänge ziehen sich unter dem Neumarkt entlang, es gibt Holzbänke und Abgänge zu mehr als 40 Räumen. 450 Personen konnten unter dem Neumarkt Schutz finden.

Heute ist diese aufgegebene Anlage leider zu nichts mehr nütze. Nie habe ich eine verkommenere und verdrecktere, stinkende Anlage gesehen, als diese. Schade um dieses ehemals schöne Teil.

Kleiner Brauereistollen

 

Im Laufe der Geschichte gab es in Wuppertal so an die zweihundert Brauereien, die den bekömmlichen Gerstensaft in grossen und auch in kleinen Mengen produzierten. Diese Brauereien sind nun alle Geschichte. Doch hin und wieder findet sich noch ein Relikt aus alter Zeit. Hier haben wir den Kühlstollen einer kleinen Privatbrauerei aus Elberfeld, der im Krieg zum Luftschutz umgebaut wurde.

U-Verlagerung Trusche

 

Eine der damals wohl größten und bekanntesten Brauereien im Bergischen Raum, gegründet 1845 und 1853 sehr grosszügig auf einem Areal nah der City an einem Felshang neu erbaut.

Zu dieser Brauerei gehörten vier in den Berg getriebene Felsenkeller und grosse, mehrmals erweiterte Kelleranlagen zur Gärung. Als 1884 die mechanische Kühlung eingeführt wurde, verloren die Kühlstollen ihre Bedeutung und mit dem 1917 vollendeten Umzug des gesamten Betriebes gerieten sie für einige Jahrzehnte fast in Vergessenheit … bis sie im Zweiten Weltkrieg als wichtige unterirdische Produktionsstätten wiederentdeckt wurden.

Heute schlummern diese ehemaligen Felsenkeller ihren Dornröschenschlaf. Stollen Eins ist vermauert worden und Stollen Zwei wurde mit einer Betonplombe versehen. Somit sind diese beiden Stollen nicht mehr zugänglich.

Wir haben das grosse Glück, Stollen Drei, der auch dem Zivilen Luftschutz diente und Stollen Vier heute fotografisch dokumentieren zu dürfen.

Luftschutzstollen

 

Diese alte, trockene und gut erhaltene Stollenanlage fanden wir nach kurzer Recherche mitten in einem Wohngebiet unter einem Gullideckel.

Als oberirdisch eines Tages Teile einer Strasse wegsackten, machte man natürlich erstmal den Bunker dafür verantworlich. So wurde ein Teilbereich grosszügig abgemauert und von oben mit Beton verfüllt. Der somit abgetrennte Bereich, jetzt hinter der Verfüllung, ist auf diesen Bildern noch zu sehen.

Unter dem Park

 Im Dezember 1943 wurde dieser Luftschutzstollen gebaut um 5000 Menschen Schutz zu bieten. Der Bunker hat eine geschätzte Länge von 350m. Hinter einigen Vermauerungen besteht jedoch die Möglichkeit, dass es dort weitergeht und die Anlage eigentlich um einiges grösser gewesen ist.. Nach dem Krieg wurde der Stollen einige Zeit zur Champignonzucht genutzt. An den Wänden kann man noch gut erkennen, wie hoch das Wasser zwischenzeitlich mal gestanden haben muss. Während unserer Begehung waren es höchstens 10-15cm Wasserstand. 

Der Kühlstollen

 

Schon lange bevor die Familie Küpper 1893 in Köln ihre Zweigniederlassung gründete, braute sie unter dem Namen Bergische Brauereigesellschaft seit ca.1828 als eine der größten Wuppertaler Brauereien (bis zu ihrem Zusammenschluss mit der Wicküler-Brauerei zur Wicküler-Küpper Brauerei AG) ihr Bier hier im Tal. 

Zum Kühlen des Bieres wurden diese Stollen in den Hang getrieben …

Werkluftschutzanlage Sch.

Einen schönen und aufgeräumten Werkluftschutz haben wir hier im Volmetal entdeckt. Kein Müll und kein Vandalismus, so gefällt mir das. Die Anlage gehört zu einem Schmiedeunternehmen, welches sich nach der Fahrradteileproduktion in den frühen Anfängen nach und nach auf geschmiedete Auto- und LKW-Teile (wie zB. Achsteile) spezialisierte.

Diese Anlage hat nichts mit der U-Verlagerung Krebs I zu tun, die ungefähr 800 Meter weiter nordwestlich liegt.

Die Reise zum Ende der Nacht

Der Kontakt wurde uns durch den örtlichen Fledermausschutzverein vermittelt und am Wochenende trafen wir dann einen schon etwas älteren Herrn im Cafe Patronaat im Riemst. Ich war von Anfang an sehr skeptisch und wurde immer skeptischer. Was uns der alte Herr in gebrochenem Deutsch alles erzählte, klang erstmal mehr als unglaublich. Als der alte Mann dann jedoch seine Mappe öffnete und uns alte Schwarz/Weiss-Fotos zeigte, wurden seine Geschichten von deutschen Soldaten, von Zwangsarbeitern und von unterirdischer Rüstungsproduktion plötzlich sehr interessant und lebendig. So verbrachten wir doch noch einige Stunden im Patroonat um uns dann mit einer sehr detaillierten Skizze auf den Weg zu machen. Nicht auf Anhieb, aber wir fanden nach intensiver Suche den Eingang in die von den Amerikanern teilgesprengte, 60.000qm grosse Anlage eines Tages doch noch. Tief im Berg breitete sich vor uns ein Areal aus Räumlichkeiten und Gängen aus. Der hintere Teil ist komplett ausbetoniert, Maschinensockel sind noch vorhanden. Mehrere Wasserbecken und sogar ein Tiefbrunnen befinden sich dort. Der vordere Bereich wurde durch die Sprengung stark im Mitleidenschaft gezogen und im Laufe der letzten Jahrzehnte als Ort der Entsorgung missbraucht. Alles in allem eine sehr interessante Anlage mit einer beeindruckenden Geschichte und einer abenteuerlichen Reise dorthin …

U-Verlagerung Ziege