Die Brücken am Fluss

Zwei Brücken führten einst über den Fluß zu den recht großen Luftschutzstollen. Acht Eingänge wiesen den Weg in das sichere Berginnere. Weit über eintausend Mitarbeiter aus mindestens drei Firmen suchten hier Zuflucht . Die Stollen verblieben bis zum Ende des Krieges in ihrem Rohzustand und wurden auch nicht mehr miteinander verbunden.

U-Verlagerung Wulfenit

Im schönen Sauerland, in einem alten, mittlerweile anderweitig genutzten Steinbruch fand ich dann nach kurzer Suche doch noch den Stollen, der für die Untertageverlagerung Wulfenit vorgesehen war. Da im Stollen selbst keinerlei Einbauten vorhanden sind, die auf eine U-Verlagerung Rückschlüsse ziehen lassen, gehe ich davon aus, dass die Verlagerung mit der Objektnummer 5131 zwar geplant war, aber nie realisiert wurde.

Deckname Bonit

Die U-Verlagerung mit dem Decknamen Bonit war Teil des faschistischen Rüstungsprojekts Vorwerk Mitte und wurde in einem schon 1890 aufgefahrenen und von Zwangsarbeitern zu Rüstungszwecken ausgebauten Stollen im Oertelsbruch untergebracht. Der ursprüngliche Stollen diente einst der Entwässerung des Steinbruchs und hat eine Länge von 1300 Metern. Bonit war Tanklager für den für die Raketentests benötigten Treibstoff Methanol und gleichzeitig Lager für die auf zwei Testständen im Oertelsbruch bereits getesteten Endstufen der von den Nazis entwickelten und gebauten A4-Rakete.

U-Verlagerung Rotbutt – Zwischen Schieferbergbau und Rüstungsindustrie

Die Geschichte des Schieferbergbaus im Thüringer Schiefergebirge geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird in der Region  Schiefer abgebaut, der als Dach-, Wand- und Tafelmaterial Verwendung findet. Der Unternehmer Oertel übernimmt Brüche, die später nach ihm benannt werden. Im zweiten Weltkrieg werden die entstandenen Stollen und Räume für das Rüstungswerk Vorwerk-Mitte genutzt.

Im Oertelsbruch fanden die Triebwerktests der A4/V2-Rakete statt. Die Anlagen für die Flüssigsauerstoff- und Stickstoffproduktion befanden sich Untertage. Nach Kriegsende wurde der Schieferbruch einige Zeit durch die Alliierten für weitere Tests nachgenutzt. Danach wurde hier bis zum Jahr 2009 weiter Schiefer abgebaut. Heute staut sich das Wasser im ehemaligen Bruch bereits über mehrere Meter. Von den ehemaligen Testständen sind nur noch kleine Mauerreste zu erkennen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Produktionsstätten in den Untergrund verlagert, um die Serienproduktion der V2-Rakete aufrecht zu erhalten und sie vor Bombenangriffen zu schützen.

So übernahmen die Nationalsozialisten 1943 den ehemaligen Schieferbruch bei Lehesten, den der Unternehmer Ernst Oertel betrieb. Unter dem Decknamen "Rotbutt" wurde dieser ab September zur U-Verlagerung ausgebaut.

Zu Beginn der Umbauphase waren bereits durch den vorherigen Schieferbruch einige Kilometer Stollen und zahlreiche unterirdische Abbauräume vorhanden.

Die vorhandenen Abbauräume wurden zu Produktionshallen auf eine Fläche von über 600 qm ausgebaut und zusätzliche Verbindungsstollen angelegt.

Einige Stollen wurden auf eine Höhe von 4 Metern erweitert und eine einzementierte breitspurige Eisenbahnlinie verlegt. Die Hallen zur Produktion des flüssigen Sauerstoffs waren teilweise bis zu 30 Meter hoch. Der Boden war zementiert und die Wände nur mit Kalkfarbe geweißt. Die Decken der unterirdischen Hallen wurden mit Stahlrahmen und Torpedonetzen fixiert, um die Maschinen, Aggregate und technischen Anlagen vor Steinschlag zu schützen.

Die U-Verlagerung Rotbutt diente der Produktion von Stickstoff und flüssigem Sauerstoff und dem Test der Triebwerke der V2-Rakete. Die fertigen Triebwerke der V2 kamen aus Mittelbau „DORA“ und wurden im Schieferbruch auf ihre maximale Leistung getestet. Ungefähr 10% der in „DORA“ hergestellten Triebwerke wurden geprüft und diverse Probeläufe unternommen. Dazu wurden die Triebwerke auf eigens gefertigte Stahlwagen montiert und mit einem Gleissystem zu den Prüfständen der Testanlage gezogen. Für die Höchstlastprüfung der Triebwerke wurden zwei Prüfstände in der großen Abbaugrube des Schieferbruchs errichtet. Die Prüfstände waren aus massivem Beton und hatten eine Höhe von über 4 Metern. Durch eine Öffnung im Boden konnte die Hitze der Triebwerke abgeleitet werden. Die Prüfstände mussten zusätzlich mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden.

Für die Produktion des flüssigen Sauerstoffs und für die Triebwerktests wurden riesige Wassermengen benötigt, die über ein ausgeklügeltes Versorgungssystem von umliegenden Flüssen, Bächen und Teichen abgeleitet und über den Kühlwasserturm in die Produktionshallen und zum Testgelände eingeleitet wurden. Es entstand ein weitläufiges Wasserversorgungssystem.

Der von den Häftlingen hergestellte Sauerstoff wurde unterirdisch in großen Tanks gelagert und während der Tests an die Triebwerke angeschlossen.

In den Hallen wurden 12 Kompressoren für die Herstellung von flüssigem Sauerstoff sowie 4 Kompressoren zur Erzeugung von flüssigem Stickstoff installiert.

Für den Testlauf eines Triebwerks benötigte man über 4 Tonnen Methanol. So gab es im Berg mehrere abgetrennte Kammern, in denen insgesamt über 80.000 Tonnen des hochentzündlichen Methanols lagerten.

 
Nach der Einnahme der Anlage durch US-Truppen
nutzen diese den Oertelsbruch mehrfach für Tests von Raketentriebwerken unter Beteiligung amerikanischer Fachkräfte. Kurz vor Übergabe des Gebietes an die Rote Armee wird ein Teil der Spezialausrüstung demontiert, einige deutsche Fachkräfte und Angehörige der Betriebsleitung setzen sich in die westlichen Besatzungszonen ab. Im Juli 1945 übernehmen sowjetische Truppen die Reste des Rüstungswerkes. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland nutzt neben anderen Rüstungsstandorten auch die Triebwerktestanlage im Ortelsbruch (Bezeichnung „ZW 8 Lehesten“). Bis zum Frühjahr 1946 finden auf den alten Brennständen sowie einem neu errichteten dritten Prüfstand eine Reihe von Tests statt. Zeitweilig wird eine komplette A4-Rakete montiert und getestet.

Ab April 1946 beginnt die Demontage der unterirdischen Anlagen im Oertelsbruch, die im Oktober weitestgehend abgeschlossen ist. Überraschend wird am 24./ 25. Oktober 1946 ein Teil des technischen Fachpersonals auf sowjetischen Befehl mit ihren Familien in die Sowjetunion abtransportiert, einige dieser Familien kehren erst nach neun Jahren zurück. Die vor Ort verbliebenen deutschen Mitarbeiter werden im November 1946 zum größten Teil entlassen. Zwischen November 1947 und Januar 1948 wird eine große Zahl der noch vor Ort befindlichen Triebwerke gesprengt. Im März 1948 erfolgt auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Zerstörung der unter- und oberirdischen Rüstungsanlagen durch Sprengung.

U-Verlagerung Sardine

Tief unter der alten Brauerei, die 1996 nach fast 150 Jahren Brautätigkeit die Produktion für immer einstellte, befinden sich weitläufige Hohlräume im Buntsandstein. Diese einstigen Bergbaustollen wurden für die Brauerei zum Kühlgewölbe ausgebaut. Es entstanden gigantische, bis zu dreizehn Meter hohe Hallen zwanzig Meter tief in der Erde. Diese imposanten Räumlichkeiten weckten im Zweiten Weltkrieg das Interesse der Nazis, dorthin kriegswichtige Industrie bombensicher verlagern zu können. Unter dem Decknamen Sardine sollte eine Sonneberger Firma hier produzieren, doch dazu ist es wohl nie gekommen. Schlussendlich nutzte die faschistische Wehrmacht diese aussergewöhnliche Anlage als Depot zur Lagerung von Flugabwehrmunition.
Mit dem Bau der nahegelegenen Autobahn wurden einige der weitverzweigten Stollen leider verfüllt.
Der verbliebene Teil überzeugt dennoch weiterhin bemerkenswert eindrucksvoll.

Das Loch im Steinbruch

In dem massiven Fels eines ehemaligen Steinbruchs erstrecken sich unter einem Park dunkle Stollengänge aus dem Zweiten Weltkrieg. Ursprünglich war die zivile Luftschutzanlage mit Krankenhausanbindung um einiges grösser, jedoch wurden einige Teile abgemauert und verfüllt. Somit sind auch alle früheren Eingänge dem Sichtfeld entzogen worden und die Stollen dienen jetzt nur noch den Fledermäusen als Rückzugsort.

U-Verlagerung Andesit

Von einem Luftschutzkeller unter einem ehemaligen Zechengebäude führt eine alte steile Treppe hinab in ein grosses Labyrinth alter Bergwerksstollen. Diese Stollen wurden im Krieg zur U-Verlagerung Andesit ausgebaut. Über die Verlagerung selbst ist nur wenig bekannt, von der Zeche weiss man, dass sie 1966 geschlossen wurde. Auf dem Zechengelände befand sich damals auch die größte Brikettfabrik Europas.

U-Verlagerung Sardelle

Laut der einschlägigen Literatur befand sich die Untertageverlagerung Sardelle einst in zwei Kühlstollen (Brauereikeller) der Brauerei Beyenburg.
Die ehemalige Brauerei – oder der traurige Rest davon – war schnell gefunden.
Die schwer verschlossenen Zugänge von Stollen I sind zur Zeit noch nicht passierbar. Zu
Stollen II jedoch wurde mir der Zugang gewährt. Da sich dieser Keller in Privatbesitz befindet und auch als Keller genutzt wird, sieht es dort auch genau so aus. Dennoch konnte ich einige Fotografien anfertigen, aus denen ersichtlich wird, um was es sich tatsächlich handelt.

Die Sanitätsdepot-Untertageanlage

1969 begannen die Planungen für eine Erweiterung der sich noch im Bau befindlichen Luftschutzanlagen Ost und West der Rheingau Kaserne mit dem Ziel, beide Anlagen zu verbinden und als Sanitätsdepot Untertageanlage zu nutzen. 1972 wurde mit dem Bau begonnen und am 1. Oktober 1975 konnten die ersten Stollen schon genutzt werden – offizielle Übernahme der Anlage feierte man allerdings erst im Mai 1976.
Die Gesamtfläche der Untertageanlage beträgt circa 13.000 m², davon reine Lagerfläche circa 6.000 m². Der Rest besteht aus Verkehrswegen, Bürobauten und technischen Einrichtungen. Bis 1979 entstanden im Außenbereich noch ein Verwaltungs- und ein Werkstattgebäude, sowie eine Umschlaghalle.

Nach Auflösung der Rheingau Kaserne im Jahre 1993, entstand aus dem unterirdischen Sanitätsdepot das Sanitätshauptdepot. Für die erweiterte Aufgabenstellung übernahm man zwei Unterkunftsgebäude und die Sporthalle der ehemaligen Kaserne. In die ehemalige Sporthalle verlagerte die Humanitär- und Ausstattungshilfe des Sanitätsdepots Euskirchen. 1995 waren die Baumaßnahmen zur Abtrennung des unterirdischen Sanitätshauptdepots (SanHDp) von der ehemaligen Kaserne, dem jetzigen Gewerbepark Wispertal, abgeschlossen.

Am 26. November 2003 gab der Bund die Auflösung des SanHDp Lorch-Rheingau zum Jahresende 2007 bekannt. Am 1. Juli 2007 begann die Auflösungsphase, welche am 31. Dezember 2007 planmäßig abgeschlossen wurde.

Schiefergruben Egon – U-Verlagerung Gangfisch

Die Schiefervorkommen des Nuttlarer Reviers gehören den sogenannten Flinzschichten an, die hier die Grenzschichten des höchsten Mitteldevons (Givet) zum Oberdevon (Adorf) bilden. Sie bestehen aus einer Wechselfolge von Tonschiefern und Kalksteinbänken, die auf der Nordflanke des Ostsauerländer Hauptsattels vielfach gefaltet auftreten. Die einzelnen Schieferlager erreichen Mächtigkeiten von 3 bis etwa 15 Metern und werden durch Kalklagen von Dezimeter- bis einigen Metern Stärke voneinander getrennt. Entsprechend der Faltung fallen die Schichten ganz unterschiedlich ein; z. T. liegen sie auf den Sattelnordflanken auch überkippt. Die Schieferung dagegen zeigt im gesamten Revier ein recht gleichmäßiges Einfallen von 35-45° nach Südosten. Die Qualität der einzelnen Schieferlager war unterschiedlich: Einige Lager zeigten gut spaltbare Schiefer, die zur Dachschieferherstellung geeignet waren, aus anderen Lagern ließen sich nur dickere Platten gewinnen. Derartige stärkere Schieferplatten waren zeitweilig das Hauptprodukt der Schiefergruben im Nuttlarer Revier. Sie wurden als Tischplatten, Treppenstufen, Wandverkleidungen usw. verwandt. Der Abbau und die Bearbeitung derartiger Platten konnten schon relativ früh mechanisiert werden.

Der Schieferbergbau im Nuttlarer Revier lässt sich bis mindestens in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen: Im Jahre 1590 wurden „Schiefersteinkuhlen“ bei Antfeld gegen eine Summe von 400 Reichstalern verpfändet. 1606 fordert der Freiherr von Fürstenberg Schiefer aus Antfelt für den Bau seines neuen Sitzes an. Im Anfang des 18. Jahrhunderts war der Antfelder Schieferbergbau offenbar gut organisiert. Die Brüche waren in fünf Betriebe aufgeteilt, die an jeweils vier „Bergknaben“ verpachtet waren. Im Jahre 1706 wurden beispielsweise aus allen Gruben zusammen 399 Fuder Schiefer gefördert, die auch in die weitere Umgebung bis nach Soest, Beckum oder Paderborn geliefert wurden. Die Verwaltung der Gruben und der Verkauf wurde zentral von der Antfeld´schen Gutsverwaltung vorgenommen. Der Verkaufserlös betrug für das Fuder Dachschiefer 1,70 bis 2 Reichstaler, wovon die „Bergknaben“ 1 Reichstaler erhielten.

Im 19. Jahrhundert betrieben die Pächter dagegen die Gruben auf eigene Rechnung und mußten feste Förderzinsen entrichten. Bis zum Jahre 1850 hatten sich die Schiefergrubenpächter in Antfeld, zeitweilig unter Beteiligung von englischem Kapital, zu zwei Gesellschaften zusammengeschlossen, die vornehmlich die beiden Gruben „Egon“ und „Antfelderbruch“ betrieben. In der Blüte des Schieferbergbaus wurden im Ort bis in die 1940er Jahre sieben Stollen betrieben.

Seit etwa der Jahrhundertwende stagnierte die Entwicklung der Gruben, weil einerseits ein Teil der Märkte durch neue Zollbestimmungen in verschiedenen Nachbarländern verlorenging und andererseits bei meist stagnierenden, teilweise sogar sinkenden Erlösen für die Schieferprodukte die Lohn- und Sozialkosten deutlich stiegen. So führte z. B. die Verkürzung der Arbeitszeit von 12 auf 8 Stunden bei der Nuttlarer Aktiengesellschaft zu einem Produktionsrückgang von 10%. Zu dieser Zeit betrugen die Schichtlöhne der Arbeiter knapp 3 Mark. Ein zusätzliches Einkommen erlangten die Bergleute dadurch, dass sie in der Freizeit Kleinlandwirtschaft betrieben oder anderen Nebenbeschäftigungen nachgingen. Die Arbeiter der Nuttlarer Schieferbau-Aktiengesellschaft waren Mitglieder eines Konsumvereins, der mit Unterstützung der Werksleitung eine preisgünstige Versorgung mit Lebensmitteln sicherte.

Nach dem 2. Weltkrieg verbesserte sich die Lage der Nuttlarer Schiefergruben vorübergehend noch einmal. In Antfeld arbeiteten zuletzt noch die Gruben Königsgrube und Egon II. Als letzte Grube des Nuttlarer Reviers schloß die Grube „Ostwig“ zu Beginn der neunziger Jahre.

Die Egon-Gruben bestanden aus mehreren Einzelgruben. Die Untertageverlagerung Gangfisch in Grube Egon I wurde im Herbst 1945 mit 80 Tonnen Dynamit von amerikanischen Soldaten gesprengt. Die Reste sind, zum Ärger der Fledermausschützer, seit einigen Jahren massiv verwahrt worden.

Unter dem Park

Noch vor wenigen Monaten stand diese recht grosse Stollenanlage unter einer Innenstadt im Südosten des Ruhrgebietes weitestgehend unter Wasser. Mittlerweile ist sie fast völlig trockengefallen und wir können sie mühelos begehen. An einer grossen Parkanlage mitten in der City steigen wir die ausgetretenen Stufen hinab in die Unterwelt und es wird merklich kühler. Uns öffnet sich eine andere Welt

Unter der Wohnsiedlung

In einer Wohnsiedlung einer Ruhrgebietsgroßstadt befindet sich in einer alten Mauer eine unscheinbare Tür … hinter dieser Tür verschwindet der Großstadtlärm und es öffnet sich eine längst vergessene Stollenanlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die wenigsten Anwohner wissen, was sich unter ihren Häusern und Vorgärten befindet.

Der Tiefbunker

Obwohl Solingen nicht im sogenannten Führer-Sofortprogramm aufgrund des „Geheimen Führerbefehls“ vom September 1940 als Luftschutzort I. Ordnung aufgenommen wurde, war die private und auch städtische Initiative doch sehr hoch. Bereits 1938 wurden die ersten drei Winkeltürme errichtet und schon 1939 plante die Stadt den weiteren Ausbau des Luftschutzes, worauf gleich vierzehn Großprojekte und eine Vielzahl von kleineren Schutzräumen vorgestellt wurden.

Solingen war eigentlich nur ein kleines Nest, allerdings war die Stadt beispielgebend für ganz NRW. Es war die im Regierungsbezirk Düsseldorf am besten für den Luftschutz vorbereitete Stadt. Zu verdanken war das Herrn Oberbaurat Dörich, der nicht nur für den Luftschutz, sondern auch für den Wiederaufbau verantwortlich war.
Solingen bot ein komplettes Netz an Luftschutzbauten, Rettungsstellen etc. Es waren viele verschiedene Arten von Bunkern vorhanden und fast alles lässt sich sehr genau aufgrund der Akten nachvollziehen, die grösstenteils erhalten sind.

Da in Solingen ein Großteil der Blankwaffenfertigung (Bayonette, Ehrendolche, Schwerter), Teile der Flugzeugindustrie (Motoren, Kleinteile) und auch Teile der Rüstungsindustrie (Panzerschreck, Nabenproduktion, Panzerketten, Feuerwaffen) angesiedelt waren und sich einige der Firmen im Stadtgebiet befanden, wurde hier auch ein umfassender Werkluftschutz geführt.

Auch die Nähe zum Ruhrgebiet machte diese Vorsorge nötig, da Solingen nahe der Ein- und Ausflugzonen der feindlichen Bomber in dieses Gebiet lag.

1942 entstand, mit Zuhilfenahme von französischen und jugoslawischen Kriegsgefangenen, Solingens größter Luftschutzstollen. Der Luftschutzstollen S4 war Teil des Bunker- und Schutzraumprogrammes, zu dem in Solingen neun bedeutende Bauten gehören. Drei Eingänge führten einst in dieses grosse Stollensystem, 370 Meter lang sind die Stollengänge. Der halbrunde Bau hat eine Höhe von gut 3,50 Meter und eine Breite von vier Metern. Über dem Ziegelbogen ist eine Betonschicht mit einer Stärke von 62 cm, darüber meterhoch Erde. Der Stollen selbst wurde im Jahre 1942 gebaut und bot nach seinem Ausbau 1600 Menschen Platz. Mehr als zwei Kriegsjahre lang nahm die riesige Luftschutzanlage den Einwohnern ein wenig die Angst vor den britischen und amerikanischen Bomberverbänden, die Solingen erstmals im Spätherbst 1943 erfolglos und dann vernichtend am 4. und 5. November 1944 angriffen. Dabei war der Stollen anfangs nur für etwa 600, später für 1600 Flüchtende ausgelegt. Doch bei Angriffen platzte er jedesmal aus allen Nähten. Bei Bauarbeiten in den 90er Jahren hatte man versehentlich ein Rohr abgebaut. Danach lief der Stollen zu einem großen Teil voll Wasser. Faulgase strömen immer noch aus verrottetem Holz und machen das Atmen unmöglich. Früher gab es hier drei Lüftungsanlagen, zwei waren mannshoch. Sie sind heute nur noch verrostete Zeitzeugen des großen Krieges und sorgen eher für Betroffenheit beim Betrachter als für frische Luft …

Re-Visit

 

 

Wilhelmshöhe

Wer vor über 150 Jahren im Tal der Wupper einen schönen Abend verbringen wollte, für den war das Elberfelder Vergnügungslokal Wilhelmshöhe am Engelnberge die erste Adresse. Hier wurde gegessen, getrunken, gefeiert und getanzt. Hier ging es gesellig zu. Andreas Böttger sen. war nicht nur Gastwirt – er betrieb auch seine eigene, kleine Privatbrauerei. In alten Aufzeichnungen von 1838 findet sich der Satz: "Bierbrauerei u. Sommerwirthschaft zur „Wilhelmshöhe“ woselbst eine naturhistorisch merkwürdige Höhle …".
Unter dem ehemaligen Lokal befand sich also damals eine kleine Höhle. Diese wurde vom Gastwirt und Brauer Böttger ein wenig ausgebaut und bis ca. 1858/59 braute und lagerte er dort seinen frischen Gerstensaft.
Nach Aufgabe seines Geschäftes gerieten die unterirdischen Hohlräume mehr oder minder in Vergessenheit. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zum Luftschutz erweitert und ausgebaut, drei Lüftungsanlagen installiert und boten so nun mehreren hundert Menschen Zuflucht während des Bombenhagels auf Elberfeld.
Lange Zeit nach dem Krieg stand der Stollen leer, bis ein Weinhändler dort sein Geschäft und Lager eröffnete … doch seit über zwanzig Jahren ist auch er wieder fort und in dem
Stollen herrschen wieder Dunkelheit und Stille.

Luftschutz an der ehemaligen Nordbahntrasse

Hier hat sich mittlerweile so vieles verändert … über der Erde  –  … aber unter der Erde sieht es immer noch so aus, wie in alten Zeiten.

Als auf der Nordbahntrasse die Gleise entfernt wurden um einen Fahrradweg durch ganz Wuppertal zu realisieren, verschwand auch das aus Beton gefertigte Eingangsbauwerk, gelegen in unmittelbarer Nähe zum Schienenstrang. Heute befindet sich auf dem Treppenabgang der Sandkasten eines Spielplatzes und somit ist von dem Eingang in den recht grossen Bunker mit seinem verzweigten Stollensystem nichts mehr zu sehen, das darauf hindeuten könnte, dass in Kriegszeiten nicht nur Bahnbedienstete und Fahrgäste bei Bombenangriffen dort Schutz suchten. Zwei weitere Eingänge sowie ein Notausgang befanden sich in einer nahegelegenen Firma. Somit kann davon ausgegangen werden, dass diese Luftschutzanlage nicht nur ein Bahnbunker war, sondern gleichzeitig als Werkluftschutz diente.

Höhle ohne Namen

In den von Grauwacke und Tonschiefer beherrschten Honsel-Schichten ist verkarstungsfähiger Kalkstein nur in geringer Ausdehnung zu finden. Doch gerade in diesen Kalklinsen hat die Natur oft zahlreiche Höhlengänge geformt, die mehrere Kilometer erreichen können. Dass diese Kalklinsen gefunden werden, hängt meist vom Zufall ab. Wie vor einigen Tagen im sauerländischen Altenaffeln, als sich ganz im Osten der Honsel-Schichten bei einer Baumaßnahme plötzlich ein Zugang in die Unterwelt auftat. Am letzten Samstag erfolgte durch eine Gruppe des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. eine Befahrung. Nachdem ein erster Teil der Höhle vermessen und fotodokumentiert wurde, konnte weiteres Neuland entdeckt werden, so dass die Höhle jetzt eine vorläufige Ganglänge von ca. 100 Metern aufweist. Nach den Ergebnissen der  Vermessung ist im  Bereich der Baugrube eine Stabilisierung erforderlich. Die Höhle kann aber erhalten bleiben. Die Eigentümer des Grundstücks, unter dem die Höhle liegt, werden dieser Neuentdeckung bald einen Namen geben und der Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. übernimmt die Betreuung und wird die, noch namenlose Höhle weiter vermessen und erforschen. An mehreren Stellen können sich noch Fortsetzungen ergeben.

(akkhev.wordpress.com/2016/08/14/ueberraschend-neue-hoehle-im-sauerland-gefunden)

Die Schiefergrube

Die letzte Dachschiefergrube am Mittelrhein schloss ihre Pforten 1985. Durch den Einsatz von Kunstschiefer ging die Nachfrage an Dachschiefer in den 1960/70er-Jahren stark zurück. So kam auch für diese Grube im Rheinischen Schiefergebirge schon 1965 das unausweichliche Aus.

Werkluftschutz Hüttenwerk

Gegründet wurde das Walz- und Puddelwerk im Jahre 1847 und in seiner Blütezeit waren dort bis zu siebentausend Menschen beschäftigt. Heute deutet nur mehr wenig auf die ehemalige Existenz des einst vier Kilometer langen Werkes hin. Der letzte Abstich im Jahre 1972 bedeutete das Aus der Produktion und den Rückbau des gigantischen Betriebes, der bis ins Jahr 2010 dauerte. Übriggeblieben ist dieser Werkluftschutzstollen.

Der Werkluftschutzstollen

 

Während des Zweiten Weltkriegs kam es zwischen 1942 und 1945 zu Bombenabwürfen über der Stadt, welche eigentlich dem nahegelegenen Düsseldorf galten. Deshalb liess die kleine Firma in Erkrath in den Südhang hinter dem Werksgebäude für ihre Belegschaft einen Luftschutzstollen schlagen. Heute ist dieser kleine Stollen kaum noch aufzufinden. Wir begaben uns dennoch auf die Suche und wurden auch fündig.

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Das geplante Kavernenkraftwerk

 

Zum Bau einer bombensicheren Energieversorgung in Form eines Kavernenkraftwerkes wurde dieser Stollen in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, in den Zeiten des "Kalten Krieges", in den Hardtberg getrieben. Das Projekt jedoch wurde abgebrochen und der angefahrene Stollen wurde verschlossen. Seit 2015 wird die Anlage vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. offiziell betreut. Da sich in dem Berg ein Großhöhlensystem befindet und auch beim Stollenvortrieb Kleinhöhlenteile angeschnitten wurden, erhoffen wir uns bei der zukünftigen Forschungsarbeit einiges an Neuentdeckungen. Potential wäre vorhanden …

 


 

Tag des Geotops 2015

Der schon traditionell am Wuppertaler Hardtberg stattfindende Tag des Geotops hielt diesmal für die Besucher eine Besonderheit bereit: Zum ersten Mal konnte der Hardtstollen mit seiner großen Kaverne zugänglich gemacht werden. So war es kaum verwunderlich, dass die Anmeldungen die Anzahl der freien Plätze schnell überstieg. Kurzfristig wurden die Gruppen vergrößert und die Anzahl der Führungen von 7 auf 9 erhöht, so dass über 200 Besucher durch den Stollen geführt werden konnten. Mehr dazu: klick hier

Noch mehr Bilder vom Tag des Geotops 2015, klick hier

Bilder vom TdG 2016

https://akkhev.wordpress.com/2016/09/23/tag-des-geotops-2016-in-der-hardtkaverne/

Fotos vom TdG 2018

Während sich die Wuppertaler oben auf der Hardt am Sonntag (15.09.2019) bei 23 Grad auf den Wiesen sonnten, wateten gut 60 Meter unter ihnen gruppenweise Menschen in Gummistiefeln und Jacken durch die sonst verschlossenen Hohlräume.

Fotos vom TdG 2019

 

Eine Handvoll Impressionen vom "TdG 2020"

Die unfertige Anlage

 

Hierhin sollte einst die Produktion kriegswichtiger Güter des gegenüberliegenden Edelstahlwerkes verlagert werden. Zwei, mit Stahlbeton ausgebaute Einfahrten führen in den Schiefer. In der linken Einfahrt kann man noch sehen, dass dort einmal Schienen lagen. Bedingt dadurch, dass mit der Auffahrung der Anlage viel zu spät begonnen wurde, ist aus diesem Vorhaben jedoch nichts mehr geworden, obwohl mit den Arbeiten teilweise bis zu eintausend Zwangsarbeiter beschäftigt wurden. Zum Werkluftschutz selber gab es unter den Produktionshallen der Firma weitreichende Räumlichkeiten, welche teilweise auch heute noch erhalten sind.

Kleiner Brauereistollen

 

Im Laufe der Geschichte gab es in Wuppertal so an die zweihundert Brauereien, die den bekömmlichen Gerstensaft in grossen und auch in kleinen Mengen produzierten. Diese Brauereien sind nun alle Geschichte. Doch hin und wieder findet sich noch ein Relikt aus alter Zeit. Hier haben wir den Kühlstollen einer kleinen Privatbrauerei aus Elberfeld, der im Krieg zum Luftschutz umgebaut wurde.

U-Verlagerung Trusche

 

Eine der damals wohl größten und bekanntesten Brauereien im Bergischen Raum, gegründet 1845 und 1853 sehr grosszügig auf einem Areal nah der City an einem Felshang neu erbaut.

Zu dieser Brauerei gehörten vier in den Berg getriebene Felsenkeller und grosse, mehrmals erweiterte Kelleranlagen zur Gärung. Als 1884 die mechanische Kühlung eingeführt wurde, verloren die Kühlstollen ihre Bedeutung und mit dem 1917 vollendeten Umzug des gesamten Betriebes gerieten sie für einige Jahrzehnte fast in Vergessenheit … bis sie im Zweiten Weltkrieg als wichtige unterirdische Produktionsstätten wiederentdeckt wurden.

Heute schlummern diese ehemaligen Felsenkeller ihren Dornröschenschlaf. Stollen Eins ist vermauert worden und Stollen Zwei wurde mit einer Betonplombe versehen. Somit sind diese beiden Stollen nicht mehr zugänglich.

Wir haben das grosse Glück, Stollen Drei, der auch dem Zivilen Luftschutz diente und Stollen Vier heute fotografisch dokumentieren zu dürfen.

Der Kühlstollen

 

Schon lange bevor die Familie Küpper 1893 in Köln ihre Zweigniederlassung gründete, braute sie unter dem Namen Bergische Brauereigesellschaft seit ca.1828 als eine der größten Wuppertaler Brauereien (bis zu ihrem Zusammenschluss mit der Wicküler-Brauerei zur Wicküler-Küpper Brauerei AG) ihr Bier hier im Tal. 

Zum Kühlen des Bieres wurden diese Stollen in den Hang getrieben …

Werkluftschutzanlage Sch.

Einen schönen und aufgeräumten Werkluftschutz haben wir hier im Volmetal entdeckt. Kein Müll und kein Vandalismus, so gefällt mir das. Die Anlage gehört zu einem Schmiedeunternehmen, welches sich nach der Fahrradteileproduktion in den frühen Anfängen nach und nach auf geschmiedete Auto- und LKW-Teile (wie zB. Achsteile) spezialisierte.

Diese Anlage hat nichts mit der U-Verlagerung Krebs I zu tun, die ungefähr 800 Meter weiter nordwestlich liegt.

Die U-Verlagerung Sägefisch

Der Kontakt wurde uns durch den örtlichen Fledermausschutzverein vermittelt und am Wochenende trafen wir dann einen schon etwas älteren Herrn im Cafe Patronaat im Riemst. Ich war von Anfang an sehr skeptisch und wurde immer skeptischer. Was uns der alte Herr in gebrochenem Deutsch alles erzählte, klang erstmal mehr als unglaublich. Als der alte Mann dann jedoch seine Mappe öffnete und uns alte Schwarz/Weiss-Fotos zeigte, wurden seine Geschichten von deutschen Soldaten, von Zwangsarbeitern und von unterirdischer Rüstungsproduktion plötzlich sehr interessant und lebendig. So verbrachten wir doch noch einige Stunden im Patroonat um uns dann mit einer sehr detaillierten Skizze auf den Weg zu machen. Nicht auf Anhieb, aber wir fanden nach intensiver Suche den Eingang in die von den Amerikanern teilgesprengte, 60.000qm grosse Anlage eines Tages doch noch. Tief im Berg breitete sich vor uns ein Areal aus Räumlichkeiten und Gängen aus. Der hintere Teil ist komplett ausbetoniert, Maschinensockel sind noch vorhanden. Mehrere Wasserbecken und sogar ein Tiefbrunnen befinden sich dort. Der vordere Bereich wurde durch die Sprengung stark in Mitleidenschaft gezogen und im Laufe der letzten Jahrzehnte als Ort der Entsorgung missbraucht. Alles in allem eine sehr interessante Anlage mit einer beeindruckenden Geschichte. U-Verlagerung Sägefisch

Die verschollene U-Verlagerung Pyrit

 

Ein Fahrstollen eines jetzt nicht mehr existenten Steinbruchs im Volmetal wurde zur Untertageverlagerung ausgebaut. Wer hier einst produzieren oder reparieren sollte, ist genauso ungeklärt wie die Frage, ob diese Verlagerung jemals fertiggestellt wurde und überhaupt zum Einsatz kam.

Der ehemalige Steinbruch ist seit Ende der 70er, bzw. den frühen 80er Jahren mit dem Parkplatz der Stadthalle überbaut – und somit ist auch der Fahrstollen nicht mehr zugänglich und für immer verschwunden …

Zu den Fotos der Anlage

revisit nach über fünf Jahren

Die untertägige Flugzeugwerft

 

Gottlob "Espe" Espenlaub war deutscher Pilot und Flugzeugkonstrukteur.
Ab 1923 konstruierte er eigene Segelflugzeuge und so entstanden später die von ihm gegründeten
Flugzeugwerke-Espenlaub. Er gilt als Pionier der Raketenflugzeuge. Auf dem Flugplatz Düsseldorf-Lohausen führte er Experimente mit Raketentreibsätzen bestückten Segelflugzeugen durch. Nach einem Absturz, den er schwer verletzt überlebte, wurden die Versuche eingestellt.
1939 verlegte er sein Flugzeugwerk von Düsseldorf auf den
Flugplatz Langerfeld in Wuppertal. Während des Zweiten Weltkrieges konstruierte Gottlob Espenlaub Luftabwehrdrachen besonderer Größe, die wie Fesselballons als Sperrgürtel um deutsche Industrieanlagen und Flughäfen eingesetzt wurden.
Über seine Aktivitäten während des Zweiten Weltkriegs hat sich Espenlaub nach Kriegsende nicht näher geäußert, Unterlagen wurden zum Teil bewusst vernichtet.
Ende der 1920er-Jahre gab Espenlaub seine Fliegerkarriere nach mehreren nur mit Glück überlebten Abstürzen auf. Hauptbetätigungsfeld war fortan sein Flugzeugreparaturbetrieb mit anfänglich 80, im Dritten Reich bis zu 2.253 Mitarbeitern (darunter viele Zwangsarbeiter).
1939, mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, errichtete Gottlob Espenlaub am West- und Nordrand des Flugplatzes Langerfeld zwei seiner Espenlaub-Flugzeugwerke (
Werk 1 und Werk 2), in dem Flugzeugteile hergestellt und Reparaturen an Maschinen der Luftwaffe ausgeführt wurden. Eine weitere Werft wurde am südlichen Rand des Flugplatzes an der Schwelmer Straße eröffnet (Werk 3). 1944 verlegte Espenlaub sein Werk aus Kassel auch hierhin. Zuvor hatte Espenlaub die Genehmigung erhalten, in zwei nahegelegenen Eisenbahntunneln sogenannte Untertageverlagerungen einzurichten. So enstand im Linderhauser Tunnel, auf Schwelmer Stadtgebiet, mit dem Tarnnamen „Meise 1“ das Werk 4 und die U-Verlagerung "Falke" im Reichsbahntunnel "Präsident Höft" wurde das Werk 5. Zusätzlich bekam Espenlaub einen Stollenneubau, das Werk 6 – die U-Verlagerung mit dem Tarnnamen "Blutstein", tief im Ehrenberg.

 

Entgegen aller Unkenrufe: Es gab niemals Räume oder Verbindungsgänge zwischen den beiden Eisenbahntunnelröhren der ehemaligen Untertageverlagerung "Meise 1" … wir haben das überprüft.

 

 

Operation Molch – Codename Seehahn

 

In dem naheliegenden kleinen Dörfchen erzählt man dem fremden Wanderer gerne die Geschichte, dass hier einst V1 und V2 Raketen unterirdisch gebaut wurden. Diese Geschichten entsprechen nicht ganz der Wahrheit.

Den bereits vorhandenen unterirdischen 9.200 qm großen Komplex im tiefen Kalkstein ließ das Oberkommando der Luftwaffe unter Leitung der Organisation Todt von der Deutschen Armee mit Zwangsarbeitern aus Belgien und den Niederlanden ab März 1944 zur bombensicheren Reparatur von Flugzeumotoren des Typs BMW 801 zu einer mit Aussenanlagen ausgestatteten Gesamtgröße von 13.000 qm ausbauen. Zu der komplett eingerichteten Werkstatt gehörten auch sechs Motorprüf- und Testanlagen sowie eine unterirdische Tankstelle und ein Dombunker für die Lokomotive der vorhandenen Schmalspurbahn. Als die US-Armee das Gebiet im September 1944 einnahm, lief die Anlage bereits Tag und Nacht mit 10% der veranschlagten Gesamtkapazität von 250 Motorreparaturen täglich.

Heute dient diese fest verschlossene und nicht zugängliche Anlage als Fledermauswinterquartier für mindestens vier Arten.

Zu den Fotos der Anlage "Valerie 15"

Zu den Fotos der Aussenanlagen (Ruinen der Test- und Prüfstände)

 

… und direkt nebenan befindet sich der alte Steinbruch, in dem auf 9000 qm die des Volkswagenwerkes Fallersleben gebauten Fieseler Fi 103 zwischengelagert wurden.

Ein privater Luftschutzstollen

 

Das Privathaus eines Großindustriellen, gebaut in den frühen 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dass solche Unternehmerdomizile über Luftschutzeinrichtungen verfügten, ist keine Neuigkeit. Meistens sind Kellerräume verstärkt oder einzelne Keller als Bunker ausgebaut worden, als der Bombenkrieg über Deutschland begann. Doch unter diesem Haus, in weit mehr als 20 Metern Tiefe, erstreckt sich ein Stollensystem, wie es nicht jeder Privatmann mit seiner Familie bei Luftangriffen aufsuchen konnte. Nach Besichtigung der Anlage können wir davon ausgehen, dass nicht nur die Familie dort Schutz gefunden hat, sondern dass dort auch gearbeitet wurde.

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Boschberg GmbH – NV Three Mountain

 

Einst sollten hier untertägig V-Waffenteile hergestellt werden …

Die Anfänge dieses ehemaligen Bergwerks gehen zurück bis in die Römerzeit. Der komplette Berg ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte durch den Abbau des Kalksteins mit unzähligen Tunneln und Stollen durchzogen worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Tunnelsystem in den Steinbrüchen von der Deutschen Armee genutzt.  1943 besetzte die Organisation Todt das nahegelegene Schloß und die geplante unterirdische Verlagerung der Produktionsanlage zur Flugzeugmotorenfertigung der Firma Fokker begann. Innerhalb von drei Monaten wurde der Boden des Tunnelsystems betoniert, die Stollenanlage mit elektrischer Beleuchtung versehen und sämtliche benötigten Maschinen aufgestellt. Zur Produktion von V-Waffen oder Flugzeugmotoren ist es hier jedoch nie gekommen. Innerhalb von nur drei Tagen wurden sämtliche Maschinen wieder abgebaut und der Spuk verschwand …

Nicht zuletzt durch diesen Vorausbau erweckte die weitläufige Stollenanlage mit ihren insgesamt rund fünfundzwanzig Kilometern Tunnelstrecke zu Beginn des Kalten Krieges die Aufmerksamkeit der NATO. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Zeiten des Kalten Krieges, wurde das markante Tunnelsystem von den Alliierten übernommen und man begann, die Anlage zu einem Top-Secret-NATO-Hauptquartier zu erweitern. So entstand zwischen 1954 und 1960 eine der geheimsten Geheimanlagen der NATO in Europa.

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Die Timpenhöhle

 

Am linken Hang des Ennepetals gelegen, gehört die Timpenhöhle mit 128 Metern Ganglänge zu den mittelgroßen Höhlen im Großraum Ennepetal. Auch diese Höhle wurde, wie fast alle vorhandenen unterirdischen Hohlräume, im letzten Weltkrieg zum Luftschutz genutzt.

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Unter dem Westpark

 

Das ehemalige Stahl- und Hüttenwerk Rheinhausen
 

Nach der Stilllegung der Produktion wurden fast alle Gebäude abgerissen, zurück blieb eine dicht mit Spontanvegetation überzogene Industriebrache. Oberirdisch deuten heute nur noch das Colosseum, die Jahrhunderthalle, zwei Kühltürme und der Wasserturm darauf hin, dass im heutigen Westpark einmal das Stahl- und Hüttenwerk Rheinhausen stand. Hier wurden 160 Jahre lang Stahlprodukte von der Kirchenglocke über Kanonen bis hin zum ICE-Radreifen hergestellt. 1968 wurden die Hochöfen stillgelegt und 1985 ebenso das Stahlwerk.

Der entscheidende Schritt in die Rüstungsproduktion erfolgte schon 1863 durch die Genehmigung der Generalversammlung, das Hammerwerk 2 und die Kanonenwerkstatt zu bauen. 1866 begann die Produktion mit 100 Gußstahlgeschützen für die Königliche Bayrische Regierung.

Eine erwähnenswerte Besonderheit war die Schlackenbeseitigung im Gußstahlwerk. Diese wurde unterirdisch angelegt und konnte mit Zügen befahren werden. Man kann noch die Gleise teilweise erkennen, auf welchen die Wagen zum Abtransport der Schlacken unter den Siemens Martin Öfen fuhren. Die Entsorgung noch heißer Schlacken ist besonders wichtig, damit der Produktionsablauf nicht gestört wird. Durch die Verlagerung in den Untergrund ersparte man sich den zusätzlichen Platzbedarf vergleichbarer Werke. Die komplett unterirdische Schlackenabfuhr wurde um 1934 im Rahmen der großen Umbaumaßnahmen geschaffen. Gleichzeitig wurden in diesem Bereich bombensichere Luftschutzräume hergerichtet. Normale Hochbunker sucht man hier vergeblich. Fast der gesamte bauliche Luftschutz wurde in oder unter die Erde gelegt. Ein einziger Bunker (Luftschutz-Befehlsstelle mit Warnzentrale) war zumindest teilweise oberirdisch und hatte ein Erdgeschoß. Alle anderen LS-Anlagen bestanden aus stark verstärkten LSR in den Kellern, aus Deckungsgräben, aus Stollenanlagen und Tiefbunkern.

Ein weit verzweigtes System von Gängen und Tunneln, die während der Bombenangriffe auf Bochum auch als Bunker genutzt wurden, führte zur eigentlichen, so genannten Schlackenbahn. Unterirdisch gelegen, grenzt an die ehemalige Schlackenbahn auch der ein oder andere Bunkerraum. Heute deutet oberirdisch nichts mehr auf die noch erhaltenen Anlagen hin.

Durch die Stillegung und den Abriss vieler Bauwerke wurden manche verbliebenen unterirdischen Bereiche (meist Kelleranlagen und Bunker) erst einmal dem Auge entzogen und vergessen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schlosshöhle

 

Ein kleiner, aber feiner Zufallsfund wurde uns durch die Schlosshöhle beschert. Mit ihren achtzehn Metern ist sie nicht besonders lang, hat aber doch viel Schönheit zu zeigen. Kein Kalk, dafür aber bietet sich ein reichliches Vorkommen an Kupfer, Markasit, Brauneisenstein, Mangan, Schwefel, Gips, Pyrit und anderem. Stark vererzt erinnern ihre Wände schon ein wenig an Altbergbau.

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Luftschutz im Braukeller

 

Im östlichen Teil der Stadt befindet sich diese relativ große, ehemalige Zivilschutzanlage. Tief in den Berg gehauen und somit gut geschützt, bot dieser ehemalige, zum Luftschutz umgebaute Bierkeller der Bevölkerung den nötigen Schutz vor Fliegerangriffen. Ehemals vier Zugänge hatte die Anlage, von denen heute einer noch vorhanden ist. Dadurch bedingt, dass der Brauereikeller sehr verwinkelt angelegt war, wurden in diesem Luftschutzstollen drei Lüftungsanlagen benötigt und auch betrieben.

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Der alte Bergwerkstollen

 

Laut meiner Recherche handelt es sich bei diesem Objekt um einen in einem Steinbruch in die Wand getriebenen Stollen, der im letzten Weltkrieg zum Dombunker ausgebaut und auch als solcher benutzt wurde. In diesem Dombunker wurde ein Eisenbahngeschütz mit einer 24-cm-Kanone untergestellt. Der Steinbruch existiert heute nicht mehr und ist als solcher auch kaum noch zu erkennen. Das Gelände wird komplett anderweitig genutzt, nur die nebenan verlaufende Bahnlinie ist auch heute noch in Betrieb.

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Im Basalt

 

Unser Re-Visit des erst kürzlich besuchten Basaltlava-Bergwerkes diente unter anderem der Beantwortung der Frage, ob die unter dem Thema "U-Verlagerung Igel" auf einigen Internetseiten gezeigten Bilder auch wirklich dieser ehemaligen Untertageverlagerung zuzuordnen sind. Wir hatten von Anfang an Zweifel an dieser These … und bekamen diese Zweifel jetzt auch bestätigt!

Die überall zu findenden Bilder der angeblichen Anlage zeigen einen von ehemals achtundzwanzig vorhanden gewesenen Gär- und Lagerkellern der ehemaligen ortsansässigen Brauereien, die diese unterirdischen Steinbrüche für sich ausbauten und nutzten. – Ein schön anzuschauender Bierkeller, mehr nicht. Keine U-Verlagerung.

Fast alle dieser ehemaligen Braukeller sind inzwischen dem weiterhin aktiven Tagebau zum Opfer gefallen. Die Frage, ob die Verlagerung mit dem Decknamen Igel nun auch darunter war, läßt sich noch nicht zweifelsfrei beantworten. Wir werden der Sache aber auf den Grund gehen und falls die Bagger uns nicht zuvor kommen, die Anlage auch finden. Da die U-Verlagerung laut alten Aufzeichnungen ungefähr zwei Kilometer weiter weg vom Standpunkt dieses Bierkellers liegt, werden wir beim nächsten Besuch tiefer in den Berg vordringen müssen …

Zu den Fotos des Brauereikellers