Der Schwarze See

Vom Schwarzen See aus führte nicht nur eine Frischwasserleitung zum Seewerk in Falkenhagen, hier am See lag auch von 1940 bis 1945 das unterirdische Plasmaforschungszentrum der Nazis.
Im Forschungsbunker geht es über Treppen und Aufzug mindestens vier Stockwerke in die Tiefe – die untersten Etagen sind geflutet.
Nach 1949 wurde die Anlage von der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" an die DDR übergeben. Da sich die Forschungseinrichtung offensichtlich noch nutzen ließ, wurde die Anlage der Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut für Physik der Werkstoffbearbeitung angeschlossen und man forschte dort auf dem Gebiet der nuklearen Thermoreaktion.
Einige der alten Gebäude (Wache, Heizhaus, Werkstatt, mehrere Lager, Neutralisation und Labor) stehen heute noch,
das Gelände ist aber in Privatbesitz eines Jägers und das Betreten ohne Sondergenehmigung strengstens verboten. Hier gilt immer noch: Vorsicht, Schusswaffengebrauch!

Das Seewerk

Die Wahrheit über das Seewerk in Falkenhagen trat erst ab 1993 stückchenweise ans Tageslicht.

1938 bis 1939 wurden die Grundstückseigentümer durch die Nationalsozialisten enteignet und das Schloss Falkenhagen 1939 abgerissen. An dieser Stelle entstand unter dem Tarnnamen Seewerk ein geheimes Rüstungswerk. 1940 bis 1943 wurde ein unterirdisches Werk zur Herstellung von Chlortrifluorid (N-Stoff) und von 1943 bis 1945 eine Sarin-Großanlage errichtet. Die Fertigstellung war frühestens für Mai/Juni 1945 geplant.

Unter der Bezeichnung Seewerk gehörte die Anlage in Falkenhagen zu einer Reihe von Munitionsfabriken, die im Auftrag der Wehrmacht von der Deutschen Sprengchemie GmbH (DSC) bis 1945 betrieben wurden.

Der Bunker wurde bereits Ende der 1930er Jahre als unterirdische Produktionsstätte geplant. 1939 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Er bestand aus einem zentralen Eisenbahntunnel und unterirdischen Räumen als Produktionsstätte für Chlortrifluorid („N-Stoff“). Bis zur Eroberung durch die Rote Armee im Jahr 1945 wurde hier Chlortrifluorid für die Raketenindustrie des Dritten Reiches hergestellt, das aus Tarngründen als N-Stoff bezeichnet wurde. Die zu dieser Zeit entstandene Raumaufteilung war: Eisenbahntunnel, zwei Produktionshallen und ein Anbau zur Lagerung des Endproduktes.
1942 begann unter Einsatz französischer Kriegsgefangener der Bau der Anschlußbahn vom Bahnhof Briesen bis ins Seewerk. Ab Bahnhof Briesen wurde ein zusätzliches Gleis verlegt und der alte Güterschuppen durch eine neue Güterhalle mit Luftschutzbunker ersetzt. Somit konnten Züge über das Netz der Reichsbahn direkt in die unterirdischen Anlagen fahren.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Die IG Farben, Betreiber der Labore, hatte dort den Auftrag, ein geruchloses, unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.
Unmittelbar vor der Eroberung durch die Rote Armee wurde begonnen, die Anlagen zur Fertigung von Sarin, im südlichen Nebenbereich der eigentlichen Bunkeranlage zu erweitern; die Anlagen wurden aber nicht mehr fertiggestellt.

Im Februar 1945 wurde die komplette Chemiefabrik evakuiert.  60 Güterwagons und 5 Kesselwagen rollten von Falkenhagen nach Bayern. Im April wurde das Werk kampflos von sowjetischen Truppen übernommen.
Im September 1946 baute man die Gleisanlage zwischen Briesen und Falkenhagen komplett ab und transportierte sie nach Osten. Der Verladebahnhof in Briesen wurde zur Getreidemühle umgebaut.

Über die genaue Nutzung zu Zeiten des Kalten Krieges ist wenig Gesichertes bekannt. Nach dem Ende des II.Weltkrieges blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb.
Von 1958 bis 1964 erfolgten die Umbauten der ehemaligen Wehrmachts-Bunkeranlage durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und durch Spezialkräfte der NVA zu einer ABC-sicheren Kommandozentrale des Warschauer Vertrages. Demnach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein und später als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags.

Beim Bunker Falkenhagen handelt es sich um einen viergeschossigen Bunker. Da der gegenwärtige Zustand in großen Teilen einen An- und Umbau (ab 1958) der bereits existierenden Anlage darstellt, musste die Raum- und Funktionsplanung sich an den bereits bestehenden Gegebenheiten orientieren. Zugleich wurden große Teile der früheren Produktionshallen durch Einziehen neuer Etagendecken zur Nutzung im Rahmen des Führungskonzeptes „umfunktioniert“. Die außergewöhnlichen, oberirdischen Bauwerksteile (Türme) sind eine Weiternutzung früherer Verwendung, dann aber für Zuluft, Abluft, Notausstieg und Medienzuführung.

Die Anlage hat eine nutzbare Größe von ca. 14.000 m² (Betriebsräume, Heiztunnel und andere Medienräume nicht mitgerechnet) und besaß mehrere Zugänge. Der Hauptzugang und der Zugang für den Zutritt „5 nach 12“ wurden durch Umbau des ehemaligen Bahntunnels in die Anlage geschaffen. Der Notausstieg ist Bestandteil der ehemaligen Havarieluftabführung und entstand durch Umbau. Der Bunker besaß mehrere oberirdische Gebäudeteile. Neben einem Zuluftturm existieren noch zwei weitere Türme mit großdimensionierten Rohrleitungen. Die Funktion war wie folgt:

    Turm West: Notausstieg und Abluftableitung für den Bereich des dritten Untergeschosses, zugleich genutzt zur Kabeleinführung, weil das Öffnen des Bauwerkes an anderen Stellen erhebliche Probleme bereitete.
    Turm Mitte: Zuluftturm für die Netzersatzanlagen und Abluftturm für Abgase der Generatoren
    Turm Ost: Zuluftturm für die Gesamtanlage.

Der Havarieabluftturm am Hang verlor seine Bedeutung, nachdem der Anschluss an den früheren gefliesten Havarieabluftstollen gekappt wurde, um einen Notausstieg einzubauen, der im dritten Untergeschoss endet.

Das Objekt verfügte über weitere Gebäude, die nach Umbau keine bauliche Verbindung zum Fabrikationsbunker hatten. Zuvor hatten das Generatorengebäude und der frühere Notausstieg Verbindung zum Bauwerk; diese wurden aber planmäßig beim Umbau verschlossen, um das Gesamtbauwerk sicher zu gestalten und eine Hermetisierung zu erreichen. Der Wasserturm hatte zu Produktionszeiten im Zweiten Weltkrieg tatsächlich eine Vorratsfunktion, die der Turm später verlor und als Hundezwinger im inneren Sicherheitsring und Ruheort für müde Wachsoldaten genutzt wurde.

Im vierten Untergeschoss befanden sich mehrere Abteilungen, die durch Drucktüren voneinander getrennt waren. In deren Zentrum verlaufen zwei großzügige Zentralgänge, von denen aus jeweils ca. 20 Kammern von 15 m² Größe erreichbar sind.

 

Das geplante Kavernenkraftwerk

 

Zum Bau einer bombensicheren Energieversorgung in Form eines Kavernenkraftwerkes wurde dieser Stollen in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, in den Zeiten des "Kalten Krieges", in den Hardtberg getrieben. Das Projekt jedoch wurde abgebrochen und der angefahrene Stollen wurde verschlossen. Seit 2015 wird die Anlage vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. offiziell betreut. Da sich in dem Berg ein Großhöhlensystem befindet und auch beim Stollenvortrieb Kleinhöhlenteile angeschnitten wurden, erhoffen wir uns bei der zukünftigen Forschungsarbeit einiges an Neuentdeckungen. Potential wäre vorhanden …

 


 

Tag des Geotops 2015

Der schon traditionell am Wuppertaler Hardtberg stattfindende Tag des Geotops hielt diesmal für die Besucher eine Besonderheit bereit: Zum ersten Mal konnte der Hardtstollen mit seiner großen Kaverne zugänglich gemacht werden. So war es kaum verwunderlich, dass die Anmeldungen die Anzahl der freien Plätze schnell überstieg. Kurzfristig wurden die Gruppen vergrößert und die Anzahl der Führungen von 7 auf 9 erhöht, so dass über 200 Besucher durch den Stollen geführt werden konnten. Mehr dazu: klick hier

Noch mehr Bilder vom Tag des Geotops 2015, klick hier

Bilder vom TdG 2016

https://akkhev.wordpress.com/2016/09/23/tag-des-geotops-2016-in-der-hardtkaverne/

Fotos vom TdG 2018

Während sich die Wuppertaler oben auf der Hardt am Sonntag (15.09.2019) bei 23 Grad auf den Wiesen sonnten, wateten gut 60 Meter unter ihnen gruppenweise Menschen in Gummistiefeln und Jacken durch die sonst verschlossenen Hohlräume.

Fotos vom TdG 2019

Unterirdisches Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken

 

Im Rahmen von "Wuppertal 24h live" öffneten die Stadtwerke Wuppertal heute ein unterirdisches Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken für den interessierten Besucher.

 

Regenüberlaufbecken (RÜB)

Kläranlagen sind technische Bauwerke, die nur eine bestimmte Wassermenge aufnehmen und reinigen können. Bei starkem Regen wird diese Wassermenge überschritten, so dass die Reinigungsleistung einer Kläranlage beeinträchtigt wird. Um das zu verhindern, baut man vor die jeweiligen Klärwerke RÜB, deren Aufgabe das Zwischenspeichern von Abwasser ist. Zusätzlich drosselt ein RÜB die weitergeleitete Wassermenge, so dass die angeschlossene Kläranlage gleichmäßig mit Abwasser beschickt wird. Das überschüssige Wasser wird im RÜB gespeichert. Erst nach dem Regen wird es der Kläranlage zum Reinigen zugeführt. RÜB sind für normale Regenereignisse der Region bemessen.
Falls mehr Regen fällt und die Speicherkapazität des Beckens überschritten wird, wird das stark verdünnte und somit nicht mehr klärpflichtige Wasser aus dem Becken in ein Gewässer geleitet. Hier wirkt dann die Selbstreinigungskraft der Gewässer: Kleinstlebewesen und Organismen bauen die geringe Restverschmutzung ab.

Regenrückhaltebecken (RRB)

Die Aufgabe eines RRB ist, eine große Wassermenge kurzfristig aufzunehmen, um sie danach „gedämpft“ weiterzuleiten. Beim Betrieb Becken und Netze gibt es häufig die Verfahrenskombination RÜB/RRB. Das nicht mehr klärpflichtige Abwasser, das aus dem RÜB kurzzeitig in vergleichsweise hoher Menge abgeschlagen wird, würde, wenn es direkt in ein kleines Gewässer liefe, dort eine hohe hydraulische Belastung erzeugen. Kleinere Organismen würden dann weggespült. Damit dies nicht passiert, schaltet man bei Bedarf hinter das RÜB ein RRB. Hier wird die Wassermenge, die in kurzer Zeit ins Becken stürzt, aufgefangen und über eine so genannte Rohrdrossel, d. h. ein vergleichsweise kleines Rohr, langsam dem Gewässer zudosiert. Auf diese Weise gibt es keine Spülstöße, die der Gewässerfauna schaden können.

(Wupperverband)

Zur Bildergalerie

The Lost River

 

Der Mühlengraben, dessen genaue Entstehungszeit nicht überliefert ist, ist mittelalterlichen Ursprungs. Die Forschung geht davon aus, dass es sich bei dem heute 2,66 Kilometer langen Graben zunächst um einen natürlichen Seiten- oder Totarm der Wupper gehandelt hat, der zu einem Ober- und Untergraben der 1336 erstmals erwähnten Barmer Mühle erweitert wurde. Die Barmer Mühle war eine von drei herzoglichen Bannmühlen im Amt Beyenburg, zu dem Barmen zwischen 1399 und 1806 gehörte, und lag in Höhe der heutigen Bergischen Synagoge.

Auf dem Gelände, das sich zwischen dem Seitenarm und der Wupper aufspannte, lagen die 1466 erstmals erwähnten Hofschaften Dörner Hof (herzoglicher Oberhof Barmens) und Werth. Der Name Werth bezeichnet als Toponym für eine Flussinsel die Lage des Hofes zwischen den beiden Wasserläufen. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich auf der Grenze zwischen den beiden Hofschaften das Dorf Gemarke, der Siedlungskern der späteren Großstadt Barmen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts floss der Mühlengraben fast vollständig oberirdisch und wurde dann, mit dem Wachsen Barmens zur Industriestadt, zunehmend mit Gewerbebetrieben und vor allem Wohnhäusern überbaut.

(Wikipedia)

Zur Bildergalerie


Es wird darauf hingewiesen, dass der Mühlengraben zwar die Gewässereigenschaft verloren hat, aber dennoch als Regenwasserkanal, mit erheblichen Zuläufen bei Regenereignissen, genutzt wird. Darüber hinaus ist er Bestandteil von Regenwasserbehandlungsmaßnahmen mit Ableitungen über Absturzbauwerke in den Entlastungssammler Wupper.

 
Die WSW Energie & Wasser AG betreibt im Auftrag der Stadt Wuppertal die Stadtentwässerung. Hierzu gehören ein Kanalnetz einschl. verrohrte Bachläufe mit einer Gesamtlänge von ca. 1500 km und 200 Sonderbauwerke, wie z. B. Pumpstationen, Regenbecken, Stauraumkanäle usw. Die Einleitungen in diese Anlagen unterscheiden sich in Menge und Zusammensetzung erheblich und können in Abhängigkeit zum Einzugsgebiet und zur Witterung ständig variieren. Das Entstehen einer sowohl toxischen als auch explosiven Atmosphäre ist gar nicht so selten. Hinzu kommen während Regenereignissen noch Einstau- und Überflutungssituationen, die in den meisten Fällen ohne lange Vorlaufzeiten entstehen und immer mit Ertrinkungsgefahren verbunden sind. In ähnlichen Situationen ist es bereits in Deutschland zu tödlichen Unfällen gekommen. Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass wegen dieser besonderen Gefährdung das Betriebspersonal des Wuppertaler Kanalbetriebs aufgrund berufsgenossenschaftlichen Vorschriften besonders geschult und mit entsprechenden Schutzausrüstungen ausgestattet ist. Nur so ist ein relativ sicheres Betreten gewährleistet. Desweiteren sind im Mühlengraben über weite Strecken Fernwärmeleitungen verlegt. Hier besteht punktuell Verbrühungsgefahr.
 
Aus den dargelegten Gründen ist das Betreten der Entwässerungsanlagen durch betriebsfremde Personen immer gefährlich! Die WSW Energie & Wasser AG untersagt daher betriebsfremden Personen generell das Betreten aller Entwässerungsanlagen. Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein unbefugtes Betreten auch den Tatbestand des Hausfriedensbruches erfüllt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das unterirdische Wasserbauwerk

 

Am Samstag, 15. September 2012, gewährten die WSW im Rahmen von "Wuppertal 24h live" einen ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen der Wuppertaler Trinkwasserversorgung. Eine der beiden Kammern des Trinkwasserbehälters, in der sonst bis zu 5 Meter hoch das Wasser steht, war an diesem Tag trockenen Fußes begehbar. Mit ihren zahlreichen Säulen und der gewölbten Decke war die Anlage auf jeden Fall einen Besuch wert.

Der historisch bedeutsame Wasserbehälter wurde 1895 für das damalige Ruhr-Wasserwerk Volmarstein von der Stadt Barmen erbaut. Das Wasserwerk versorgte unter anderem Barmen und Langerfeld mit Trinkwasser. Das Wasserwerk Volmarstein wurde im Jahr 1883 gebaut und ist seit 1982 im Besitz der AVU. Es liefert seitdem kein Trinkwasser mehr für Wuppertal, da Barmen und Langerfeld über Talsperrenwasserwerke ausreichend mit Trinkwasser versorgt sind. Der Trinkwasserbehälter besteht aus verputztem Ziegelmauerwerk. Die gewölbte Decke ruht auf Tragsäulen. Er ist mit zwei Kammern versehen, so dass diese unabhängig voneinander betrieben werden können. Insgesamt fasst der Behälter 5.700 m³ Trinkwasser und kann einen Höchststand von 5 Metern erreichen. Der Trinkwasserbehälter versorgt mehr als 25.000 Einwohner und ist einer der größeren Wasserbehälter der WSW. Das Versorgungsgebiet verläuft vom Rott über den Sedansberg und Wichlinghausen bis hin zur Straße "Vor der Beule".