Flugplatz Sperenberg

Das Gelände des späteren Flugplatzes gehörte ursprünglich zur Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, wo bereits von 1870 an militärische Mittel auf ihre Nutzbarkeit untersucht und geprüft wurden. Bis zum Zweiten Weltkrieg war hier eine Ausbildungsstelle der Eisenbahnpioniere. Davon zeugen zahlreiche Brücken- und Schienenreste sowie ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Eisenbahnpioniere auf dem Gelände.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die umfangreiche Nutzung des Geländes weitgehend eingestellt. In den 1950er Jahren war die Sowjetarmee auf der Suche nach einem Flugplatz zur ausschließlich militärischen Nutzung. Es gab eine Untersuchung möglicher Standorte in Drewitz, Rangsdorf und Sperenberg. Nach intensivem Streit mit der DDR um die Finanzierung wurde schließlich ab 1958 auf dem Areal von der DDR ein Flugplatz errichtet, nachdem die Einigung auf Teilung der Kosten erzielt war. Es galt den bereits bestehenden, größeren Flughafen Berlin-Schönefeld vom militärischen Luftverkehr zu entlasten und ausschließlich zivil zu nutzen.

Sperenberg wurde von der 16. Luftarmee der GSSD/WGT bis zu deren Abzug 1994 genutzt. Auf dem Gelände des Flugplatzes verbrachte der zu dem Zeitpunkt per Haftbefehl gesuchte, ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, 1991 seine letzte Nacht auf deutschem Boden, bevor er nach Russland ausgeflogen wurde.

Der Flugplatz sowie das umliegende Gelände, ein insgesamt rund 24 km² großes Areal, werden derzeit nicht genutzt. Sämtliche Gebäude und Installationen sind dem Verfall preisgegeben.