Zeche Monopol Schacht Grimberg 2

Die Zeche Monopol Grimberg 1/2 war eines von drei Steinkohlebergwerken in Bergkamen. Es gehörte in der Folge zusammen mit Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 zum Bergwerk Ost mit einer Grubenfeldgröße von 285 km².

Schacht 1 wurde 1890 abgeteuft, 1891 erreichte er bei 453 m Teufe das Karbon. Die Förderung begann 1893. Im Jahre 1995 wurde der Schacht verfüllt. Der Förderturm über Schacht 1 wurde 1997/1998 abgerissen.

Der daneben liegende Schacht 2 wurde 1893 abgeteuft, 1894 ging er bei 82 m Teufe zu Bruch und neu angesetzt ging er 1896 in Betrieb. Ende der 1970er Jahre wurde Grimberg modernisiert, wobei auch der moderne Förderturm über Schacht 2 entstand. Nur wenige Jahre später wurde Grimberg mit den Zechen Haus Aden in Oberaden und Heinrich Robert in Hamm zusammengefasst und die Förderung in Bergkamen eingestellt.

Im Dezember 2019 wurde der Schacht Grimberg 2 mit ca. 36.000 Kubikmetern Beton verfüllt und somit dient er seither nicht mehr als Schacht für Wasserhaltung.

Die Brücken am Fluss

Zwei Brücken führten einst über den Fluß zu den recht großen Luftschutzstollen. Acht Eingänge wiesen den Weg in das sichere Berginnere. Weit über eintausend Mitarbeiter aus mindestens drei Firmen suchten hier Zuflucht . Die Stollen verblieben bis zum Ende des Krieges in ihrem Rohzustand und wurden auch nicht mehr miteinander verbunden.

Bergwerk Prosper-Haniel V Schacht 10

Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop war – ab der Schließung der Zeche Auguste Victoria am 18. Dezember 2015 – das letzte aktive Steinkohlen-Bergwerk im Ruhrgebiet. Das Bergwerk wurde am 21. Dezember 2018 in einem offiziellen Festakt geschlossen, nachdem dort am 14. September die letzte Kohle im Regelbetrieb gewonnen worden war. Damit wurde die Steinkohlenförderung in Deutschland eingestellt.

1976 wurde in der Kirchheller Heide der Aufschluss des neuen Nordfeldes im Grubenfeldbesitz Nordlicht begonnen. Bis 1981 wurde hier der Schacht Prosper 10 (Prosper V) niedergebracht, welcher als neue Seilfahrt- und Materialschachtanlage in Betrieb ging. Nach dessen Fertigstellung wurden die nicht mehr benötigten Schächte Prosper 3 (Prosper II), Möller 5 und Arenberg 1 abgeworfen und verfüllt.

Das Bergwerk Prosper-Haniel umfasste zum Schluss noch die Schächte Prosper 9, Prosper 10, Franz Haniel 1, Franz Haniel 2, den Schacht Hünxe der Zeche Lohberg als Wetterschacht, den Förderberg sowie die Aufbereitung auf Prosper II.

Zeche Pluto

Pluto war in der griechisch-römischen Mythologie der Gott der Unterwelt und später auch der Spender des in Handel und Wirtschaft erzielten Gewinns. Im Namen der Zeche hat man im übertragenen Sinn eine Beziehung zur ‚Unterwelt‘ und zum Gewinnstreben der Bergwerksgesellschaften festgehalten.
Unterirdisch läuft aber schon lange nichts mehr, das Steinkohlebergwerk in Herne im Stadtteil Wanne-Eickel wurde Mitte der 1970er Jahre stillgelegt. Seitdem verwittert auch die Schachthalle, ein 25 Meter hohes Bauwerk, das einsturzgefährdet ist.

Das Bergwerk war zunächst unter dem Namen Zeche St. Nicolaus geführt worden und wurde später umbenannt in Zeche Pluto. Die Zeche gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Außerdem gehörte die Bergbau-Aktien-Gesellschaft Pluto zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für die bergbaulichen Interessen. Das Bergwerk gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Zechen des Regierungsbezirks Arnsberg.

Von der Zeche zeugt heute das unter Denkmalschutz stehende Fördergerüst und einige verbliebene Tagesanlagen. Zu dem Zeugnis historischer Industriekultur gehören die Schachthalle mit Hängebank, das westliche Fördermaschinenhaus mit einer Elektrofördermaschine und Förderseil sowie das östliche Fördermaschinenhaus.

Die Hauptanlage im Stadtteil Bickern entstand ab 1873 mit dem Abteufen von Schacht 2, genannt Wilhelm, der nach dem Kaiser Wilhelm I. benannt wurde. Aufgrund der Flächenreserven wurde der Standort ab 1927 zur Hauptförderanlage.

Neben der Kokerei wurde ab 1903 eine Teerdestillation betrieben. Bis 1910 folgten Schmiermittel- und Lackproduktion. Bis 1977 bestand die Chemische Betriebe Pluto GmbH. Der Nachfolgebetrieb Innospec stellt Zusätze für Kraftstoffe her.

1953 wurde der Schacht 3 nach Entwürfen der Architekten Schupp und Kremmer umgebaut. Das 53 m hohe Doppelbockgerüst ähnelt dem von Zollverein 12. Es ist mit den Fördermaschinenhäusern erhalten. Der Schacht 2 ist nur an einer Markierungstafel erkennbar. Vom Schacht 7, der bis 1954 Hauptförderschacht war sind keine Spuren erhalten, die angrenzende Fläche liegt brach.

In den Gebäuden am Zecheneingang und der Waschkaue sind noch zentrale Einrichtungen der DSK untergebracht (Grubenwehr, Arbeitsmedizinischen Zentrum, Zentralarchiv und der technische Sonderdienst). Westlich davon liegt die Ruhranalytik, ein Labor zur Kohleforschung. Daneben befindet sich so weit wie möglich vom Stadtteil isoliert seit 2011 die neue forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter, die durch eine fünfeinhalb Meter hohe Mauer gesichert ist.

Bergwerk Auguste Victoria

Die Zeche Auguste Victoria (kurz AV), benannt nach der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk der RAG Aktiengesellschaft in Marl und Haltern am See, das am 18. Dezember 2015 geschlossen wurde. Bis zu seiner Schließung war das Bergwerk das drittletzte aktive Steinkohlebergwerk Deutschlands sowie das zweitletzte im Ruhrgebiet.

Schacht 7 wurde ab 1957 in unmittelbarer Nähe von Schacht 3 geteuft und ging 1960 in Betrieb. Schacht 7 wurde als Förderschacht des Bergwerks mit einer Skipanlage ausgerüstet. Die entstandene neue Doppelschachtanlage übernahm 1966 die Förderung von der Schachtanlage 1/2. Letztere wurde mitsamt der Kokerei stillgelegt. Schacht 5 wurde 1968 verfüllt und der Förderturm abgerissen.

1963 wurde Schacht 8 im Feld Lippramsdorf, etwa drei Kilometer nördlich der Schachtanlage 3/7 am nördlichen Ufer der Lippe als Wetterschacht für das nordöstliche Grubenfeld abgeteuft. 1972 wurden die Grubenfelder 3/7 und 8 verbunden. Im Rahmen der Vergrößerung und Ausdehnung des Grubenfeldes wurde die Anlage 1978 als Seilfahrts- und Materialförderschacht ausgebaut und bis 1980 auf ungefähr 1330 m weitergeteuft.

An den Standorten Schacht 3/7, Schacht 8 und 9 wurde zuletzt noch Steinkohle abgebaut. Insgesamt waren dort circa 3800 Menschen beschäftigt. Am 18. Dezember 2015 endete nach rund 116 Jahren Bergbaugeschichte mit der Schließung der Zeche die Steinkohlenförderung in Marl. Somit verblieb das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop bis zu seiner Schließung am 21. Dezember 2018 als letzte Zeche im Ruhrgebiet.

U-Verlagerung Wulfenit

Im schönen Sauerland, in einem alten, mittlerweile anderweitig genutzten Steinbruch fand ich dann nach kurzer Suche doch noch den Stollen, der für die Untertageverlagerung Wulfenit vorgesehen war. Da im Stollen selbst keinerlei Einbauten vorhanden sind, die auf eine U-Verlagerung Rückschlüsse ziehen lassen, gehe ich davon aus, dass die Verlagerung mit der Objektnummer 5131 zwar geplant war, aber nie realisiert wurde.

Deckname Bonit

Die U-Verlagerung mit dem Decknamen Bonit war Teil des faschistischen Rüstungsprojekts Vorwerk Mitte und wurde in einem schon 1890 aufgefahrenen und von Zwangsarbeitern zu Rüstungszwecken ausgebauten Stollen im Oertelsbruch untergebracht. Der ursprüngliche Stollen diente einst der Entwässerung des Steinbruchs und hat eine Länge von 1300 Metern. Bonit war Tanklager für den für die Raketentests benötigten Treibstoff Methanol und gleichzeitig Lager für die auf zwei Testständen im Oertelsbruch bereits getesteten Endstufen der von den Nazis entwickelten und gebauten A4-Rakete.

Zwischen Schieferbergbau und Rüstungsindustrie

Die Geschichte des Schieferbergbaus im Thüringer Schiefergebirge geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird in der Region  Schiefer abgebaut, der als Dach-, Wand- und Tafelmaterial Verwendung findet. Der Unternehmer Oertel übernimmt Brüche, die später nach ihm benannt werden. Im zweiten Weltkrieg werden die entstandenen Stollen und Räume für das Rüstungswerk Vorwerk-Mitte genutzt.

Im Oertelsbruch fanden die Triebwerktests der A4/V2-Rakete statt. Die Anlagen für die Flüssigsauerstoff- und Stickstoffproduktion befanden sich Untertage. Nach Kriegsende wurde der Schieferbruch einige Zeit durch die Alliierten für weitere Tests nachgenutzt. Danach wurde hier bis zum Jahr 2009 weiter Schiefer abgebaut. Heute staut sich das Wasser im ehemaligen Bruch bereits über mehrere Meter. Von den ehemaligen Testständen sind nur noch kleine Mauerreste zu erkennen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Produktionsstätten in den Untergrund verlagert, um die Serienproduktion der V2-Rakete aufrecht zu erhalten und sie vor Bombenangriffen zu schützen.

So übernahmen die Nationalsozialisten 1943 den ehemaligen Schieferbruch bei Lehesten, den der Unternehmer Ernst Oertel betrieb. Unter dem Decknamen "Rotbutt" wurde dieser ab September zur U-Verlagerung ausgebaut.

Zu Beginn der Umbauphase waren bereits durch den vorherigen Schieferbruch einige Kilometer Stollen und zahlreiche unterirdische Abbauräume vorhanden.

Die vorhandenen Abbauräume wurden zu Produktionshallen auf eine Fläche von über 600 qm ausgebaut und zusätzliche Verbindungsstollen angelegt.

Einige Stollen wurden auf eine Höhe von 4 Metern erweitert und eine einzementierte breitspurige Eisenbahnlinie verlegt. Die Hallen zur Produktion des flüssigen Sauerstoffs waren teilweise bis zu 30 Meter hoch. Der Boden war zementiert und die Wände nur mit Kalkfarbe geweißt. Die Decken der unterirdischen Hallen wurden mit Stahlrahmen und Torpedonetzen fixiert, um die Maschinen, Aggregate und technischen Anlagen vor Steinschlag zu schützen.

Die U-Verlagerung Rotbutt diente der Produktion von Stickstoff und flüssigem Sauerstoff und dem Test der Triebwerke der V2-Rakete. Die fertigen Triebwerke der V2 kamen aus Mittelbau „DORA“ und wurden im Schieferbruch auf ihre maximale Leistung getestet. Ungefähr 10% der in „DORA“ hergestellten Triebwerke wurden geprüft und diverse Probeläufe unternommen. Dazu wurden die Triebwerke auf eigens gefertigte Stahlwagen montiert und mit einem Gleissystem zu den Prüfständen der Testanlage gezogen. Für die Höchstlastprüfung der Triebwerke wurden zwei Prüfstände in der großen Abbaugrube des Schieferbruchs errichtet. Die Prüfstände waren aus massivem Beton und hatten eine Höhe von über 4 Metern. Durch eine Öffnung im Boden konnte die Hitze der Triebwerke abgeleitet werden. Die Prüfstände mussten zusätzlich mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden.

Für die Produktion des flüssigen Sauerstoffs und für die Triebwerktests wurden riesige Wassermengen benötigt, die über ein ausgeklügeltes Versorgungssystem von umliegenden Flüssen, Bächen und Teichen abgeleitet und über den Kühlwasserturm in die Produktionshallen und zum Testgelände eingeleitet wurden. Es entstand ein weitläufiges Wasserversorgungssystem.

Der von den Häftlingen hergestellte Sauerstoff wurde unterirdisch in großen Tanks gelagert und während der Tests an die Triebwerke angeschlossen.

In den Hallen wurden 12 Kompressoren für die Herstellung von flüssigem Sauerstoff sowie 4 Kompressoren zur Erzeugung von flüssigem Stickstoff installiert.

Für den Testlauf eines Triebwerks benötigte man über 4 Tonnen Methanol. So gab es im Berg mehrere abgetrennte Kammern, in denen insgesamt über 80.000 Tonnen des hochentzündlichen Methanols lagerten.

 
Nach der Einnahme der Anlage durch US-Truppen
nutzen diese den Oertelsbruch mehrfach für Tests von Raketentriebwerken unter Beteiligung amerikanischer Fachkräfte. Kurz vor Übergabe des Gebietes an die Rote Armee wird ein Teil der Spezialausrüstung demontiert, einige deutsche Fachkräfte und Angehörige der Betriebsleitung setzen sich in die westlichen Besatzungszonen ab. Im Juli 1945 übernehmen sowjetische Truppen die Reste des Rüstungswerkes. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland nutzt neben anderen Rüstungsstandorten auch die Triebwerktestanlage im Ortelsbruch (Bezeichnung „ZW 8 Lehesten“). Bis zum Frühjahr 1946 finden auf den alten Brennständen sowie einem neu errichteten dritten Prüfstand eine Reihe von Tests statt. Zeitweilig wird eine komplette A4-Rakete montiert und getestet.

Ab April 1946 beginnt die Demontage der unterirdischen Anlagen im Oertelsbruch, die im Oktober weitestgehend abgeschlossen ist. Überraschend wird am 24./ 25. Oktober 1946 ein Teil des technischen Fachpersonals auf sowjetischen Befehl mit ihren Familien in die Sowjetunion abtransportiert, einige dieser Familien kehren erst nach neun Jahren zurück. Die vor Ort verbliebenen deutschen Mitarbeiter werden im November 1946 zum größten Teil entlassen. Zwischen November 1947 und Januar 1948 wird eine große Zahl der noch vor Ort befindlichen Triebwerke gesprengt. Im März 1948 erfolgt auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Zerstörung der unter- und oberirdischen Rüstungsanlagen durch Sprengung.

Deckname Sardine

Tief unter der alten Brauerei, die 1996 nach fast 150 Jahren Brautätigkeit die Produktion für immer einstellte, befinden sich weitläufige Hohlräume im Buntsandstein. Diese einstigen Bergbaustollen wurden für die Brauerei zum Kühlgewölbe ausgebaut. Es entstanden gigantische, bis zu dreizehn Meter hohe Hallen zwanzig Meter tief in der Erde. Diese imposanten Räumlichkeiten weckten im Zweiten Weltkrieg das Interesse der Nazis, dorthin kriegswichtige Industrie bombensicher verlagern zu können. Unter dem Decknamen Sardine sollte eine Sonneberger Firma hier produzieren, doch dazu ist es wohl nie gekommen. Schlussendlich nutzte die faschistische Wehrmacht diese aussergewöhnliche Anlage als Depot zur Lagerung von Flugabwehrmunition.
Mit dem Bau der nahegelegenen Autobahn wurden einige der weitverzweigten Stollen leider verfüllt.
Der verbliebene Teil überzeugt dennoch weiterhin bemerkenswert eindrucksvoll.

Das Loch im Steinbruch

In dem massiven Fels eines ehemaligen Steinbruchs erstrecken sich unter einem Park dunkle Stollengänge aus dem Zweiten Weltkrieg. Ursprünglich war die zivile Luftschutzanlage mit Krankenhausanbindung um einiges grösser, jedoch wurden einige Teile abgemauert und verfüllt. Somit sind auch alle früheren Eingänge dem Sichtfeld entzogen worden und die Stollen dienen jetzt nur noch den Fledermäusen als Rückzugsort.

U-Verlagerung Kauz im Schee-Tunnel

Über dem Bergrücken verläuft die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, sowie die Wasserscheide zwischen den Zuläufen von Wupper und Ruhr. Darunter befindet sich der Tunnel Schee, in dem die Fledermäuse ein Vier-Sterne-Hotel bezogen haben.

 

Der Tunnel Schee ist Teil der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Wuppertal-Wichlinghausen und Hattingen und besteht aus zwei eingleisigen Röhren, die im Ruhrkohlen-Schiefer und -Sandstein bergmännisch aufgefahren wurden. Er unterquert einen, an dieser Stelle 315 Meter hohen Höhenzug, auf dem die Stadtgrenze von Wuppertal zu Sprockhövel verläuft. Die Weströhre des Tunnels wurde am 20. Mai 1884 als Bestandteil der normalspurigen, eingleisigen Kohlenbahn von Barmen, heute ein Stadtteil von Wuppertal, über Sprockhövel nach Hattingen eröffnet. Die zweite Röhre östlich davon, datiert laut einer angebrachten Jahreszahl auf 1902. Die östliche Röhre wurde 1951, die westliche nach Einstellung des Bahnbetriebs 1984 stillgelegt.
In den Jahren 2013 und 2014 wurde die westliche Röhre saniert und zu einem kombinierten Rad- und Wanderweg umgebaut. Seit Dezember 2014 verbindet der Scheetunnel die Kohlenbahntrasse mit der Wuppertaler Nordbahntrasse.

Um den Artenschutz von Fledermäusen gab es erhebliche Auseinandersetzungen zwischen beteiligten Interessenverbänden. Von den Tunneln der so genannten Nordbahntrasse bergen die beiden Röhren der Schee-Tunnel die höchste Artenvielfalt und Individuenzahl. Folgende Arten sind vorhanden: Alpenfledermaus, Kleiner Abendsegler, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus, Großes Mausohr, Rauhautfledermaus und Teichfledermaus. Der Nachweis erfolgte mit Ultraschallmessungen und der Untersuchung von Gewöllen des Waldkauzes.
Die Oströhre ist ein Naturschutzgebiet, mittlerweile vermauert und für Menschen auf Dauer nicht mehr zugänglich.
Es besteht Hoffnung, dass trotz Fußgängern, Skatern und Radfahrern in Zukunft Tiere auch im westlichen Tunnel verbleiben. Dazu wurde aus Brüssel im Juni 2011 die zukünftige Schließung in den Wintermonaten verfügt.

 

Während des Zweiten Weltkriegs verlagerte man zunehmend kriegswichtige Industriebetriebe unter die Erde, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Diese so genannten U-Verlagerungen bekamen je nach Art des genutzten Objektes unterschiedliche Tarnnamen. Für Eisenbahntunnel waren Vogelnamen reserviert und so wurde der Scheetunnel als U-Verlagerung Kauz geführt.

In dem Tunnel wurden nach einer Einrichtungszeit von nur drei Monaten ab August 1944 bis März 1945 von der Firma Homann aus Wuppertal-Vohwinkel Teile des Turbinenjägers Messerschmitt Me 262 montiert.

 

Die heutigen Gesteinslagen haben sich in dieser Region hauptsächlich aus Ablagerungen und Sedimenten riesiger tropischer Meere gebildet. Diese Schichten wurden durch die sogenannte variszische Orogenese aufgefaltet. Diese Gebirgsbildung ist durch die Kollision der damaligen Kontinente verursacht worden. So ist auch das Rheinische Schiefergebirge als deutsches Mittelgebirge entstanden, an dessen Ausläufer wir uns hier befinden.

Der Tunnel stellt einen sehr interessanten geologischen Aufschluss dar, der Einblick in die Schichtenfolge und Struktur der Schichten des „Flözleeren Oberkarbons“ (d.h. im Wesentlichen der Abfolge des Namuriums B) gibt, die sonst nirgends zusammenhängend zu studieren sind. Das geologische Profil des Tunnels wurde erstmals 1959 von K. Patteisky beschrieben und im Jahr 2000 im Zusammenhang mit dem Bau einer Erdgasfernleitung von V. Wrede erneut bearbeitet. Danach reicht das Schichtenprofil von den „Hangenden Alaunschiefern“, die im südlichen Tunnelvoreinschnitt aufgeschlossen waren, über die sandsteinreichen Schichten der Erlenrode- und Hagen-Formation (die früher als „Quarzit-Zone“ und „Grauwacken-Zone“ bezeichnet wurden) bis zur sandsteinarmen Ziegelschiefer-Formation nördlich des Tunnels. Die harten Sandsteinbänke der Erlenrode- und Hagen-Formation setzen der Verwitterung größeren Widerstand entgegen als die benachbarten stärker tonigen Gesteine und bilden daher den Bergrücken, den der Tunnel durchquert.

Im südlichen Teil des Tunnels fallen die aus Tonstein- und Sandsteinlagen bestehenden Schichten recht gleichmäßig mit ca. 60 – 80° nach Norden hin ein. Etwa 500 m vom südlichen (bzw. ca. 250 m vom nördlichen) Mundloch entfernt, ist die Lagerung der Schichten dann unregelmäßig und gestört. Hier zieht eine größere, nach Norden einfallende Überschiebung, der „Berghaus-Wechsel“, hindurch, der die Schichten um etwa 60 m verwirft. Etwa 100 m weiter nördlich, rund 120 m vom nördlichen Mundloch entfernt, treten dann auch südfallende Schichten auf. Der hier zu rekonstruierende Faltenbau steht im Zusammenhang mit einer weiteren Überschiebung, die nach Süden einfällt und etwa 50 m Verwurf besitzen dürfte. Etwa 250 m nördlich, außerhalb des Tunnelportals, streicht dann eine weitere Überschiebung aus, die „Haßlinghäuser Überschiebung“, die aber nicht aufgeschlossen ist.

Der Tiefbunker in der grossen Stadt

Mitten in der City, auf einer etwas grösseren Verkehrsinsel, befindet sich der Zugang zur Unterwelt. Einst war dieser Bunker flächenmässig um einiges grösser, doch in den 50er Jahren wurde der jetzt fehlende Teil abgemauert und höchstwahrscheinlich verfüllt. Die verbliebene Anlage steht hüfthoch unter Wasser und ist nur bei Mondschein zu betreten …

Das Monsterwrack am Elbufer

Einst ernährte es einen ganzen Ort, dann fiel es in einen tiefen Dornröschenschlaf: Seit 1994 stehen die Maschinen still.

Wie ein gewaltiger Dampfer, so scheint es, liegt das ehemalige Kraftwerk an der Elbe vor Anker. Mit seiner strengen, zweckorientierten Formensprache und der harmonischen Staffelung seiner Gebäudeteile gilt es als Klassiker des Industriebaus aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ursprünglich sollte das Kraftwerk, das von 1937 bis 1942 gebaut worden war, das 130 Kilometer entfernt gelegene Berlin mit Strom versorgen. Aber der Zweite Weltkrieg machte diese Pläne zunichte. Nach Kriegsende wurden zwei Jahre lang fast alle Geräte des Werkes als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion verfrachtet. Doch die Tage des Werks waren noch nicht gezählt: 1953 begann man, sechs Jahre lang das ausgeräumte Kohlekraftwerk wieder aufzubauen und sogar um einen zweiten Bau zu erweitern.

Es schien, als würde die Anlage allen Widrigkeiten trotzen. Selbst, als im Juli 1960 ein Militärflugzeug der Nationalen Volksarmee vom Typ Iljuschin Il-14 im Nebel mit einem der vier Schornsteine kollidierte: Das Flugzeug stürzte ab, seine sechs Insassen sowie ein Arbeiter starben. Der Schornstein aber blieb stehen.

Bis 1994 blieb das Kraftwerk Arbeitgeber und Energiespender für die Menschen im mitteldeutschen Braunkohlerevier. Dann kam die Stilllegung, gefolgt von einer erneuten Demontage der technischen Anlagen.
 

Der Schwarze See

Vom Schwarzen See aus führte nicht nur eine Frischwasserleitung zum Seewerk in Falkenhagen, hier am See lag auch von 1940 bis 1945 das unterirdische Plasmaforschungszentrum der Nazis.
Im Forschungsbunker geht es über Treppen und Aufzug mindestens vier Stockwerke in die Tiefe – die untersten Etagen sind geflutet.
Nach 1949 wurde die Anlage von der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" an die DDR übergeben. Da sich die Forschungseinrichtung offensichtlich noch nutzen ließ, wurde die Anlage der Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut für Physik der Werkstoffbearbeitung angeschlossen und man forschte dort auf dem Gebiet der nuklearen Thermoreaktion.
Einige der alten Gebäude (Wache, Heizhaus, Werkstatt, mehrere Lager, Neutralisation und Labor) stehen heute noch,
das Gelände ist aber in Privatbesitz eines Jägers und das Betreten ohne Sondergenehmigung strengstens verboten. Hier gilt immer noch: Vorsicht, Schusswaffengebrauch!

Das Seewerk

Die Wahrheit über das Seewerk in Falkenhagen trat erst ab 1993 stückchenweise ans Tageslicht.

1938 bis 1939 wurden die Grundstückseigentümer durch die Nationalsozialisten enteignet und das Schloss Falkenhagen 1939 abgerissen. An dieser Stelle entstand unter dem Tarnnamen Seewerk ein geheimes Rüstungswerk. 1940 bis 1943 wurde ein unterirdisches Werk zur Herstellung von Chlortrifluorid (N-Stoff) und von 1943 bis 1945 eine Sarin-Großanlage errichtet. Die Fertigstellung war frühestens für Mai/Juni 1945 geplant.

Unter der Bezeichnung Seewerk gehörte die Anlage in Falkenhagen zu einer Reihe von Munitionsfabriken, die im Auftrag der Wehrmacht von der Deutschen Sprengchemie GmbH (DSC) bis 1945 betrieben wurden.

Der Bunker wurde bereits Ende der 1930er Jahre als unterirdische Produktionsstätte geplant. 1939 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Er bestand aus einem zentralen Eisenbahntunnel und unterirdischen Räumen als Produktionsstätte für Chlortrifluorid („N-Stoff“). Bis zur Eroberung durch die Rote Armee im Jahr 1945 wurde hier Chlortrifluorid für die Raketenindustrie des Dritten Reiches hergestellt, das aus Tarngründen als N-Stoff bezeichnet wurde. Die zu dieser Zeit entstandene Raumaufteilung war: Eisenbahntunnel, zwei Produktionshallen und ein Anbau zur Lagerung des Endproduktes.
1942 begann unter Einsatz französischer Kriegsgefangener der Bau der Anschlußbahn vom Bahnhof Briesen bis ins Seewerk. Ab Bahnhof Briesen wurde ein zusätzliches Gleis verlegt und der alte Güterschuppen durch eine neue Güterhalle mit Luftschutzbunker ersetzt. Somit konnten Züge über das Netz der Reichsbahn direkt in die unterirdischen Anlagen fahren.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Die IG Farben, Betreiber der Labore, hatte dort den Auftrag, ein geruchloses, unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.
Unmittelbar vor der Eroberung durch die Rote Armee wurde begonnen, die Anlagen zur Fertigung von Sarin, im südlichen Nebenbereich der eigentlichen Bunkeranlage zu erweitern; die Anlagen wurden aber nicht mehr fertiggestellt.

Im Februar 1945 wurde die komplette Chemiefabrik evakuiert.  60 Güterwagons und 5 Kesselwagen rollten von Falkenhagen nach Bayern. Im April wurde das Werk kampflos von sowjetischen Truppen übernommen.
Im September 1946 baute man die Gleisanlage zwischen Briesen und Falkenhagen komplett ab und transportierte sie nach Osten. Der Verladebahnhof in Briesen wurde zur Getreidemühle umgebaut.

Über die genaue Nutzung zu Zeiten des Kalten Krieges ist wenig Gesichertes bekannt. Nach dem Ende des II.Weltkrieges blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb.
Von 1958 bis 1964 erfolgten die Umbauten der ehemaligen Wehrmachts-Bunkeranlage durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und durch Spezialkräfte der NVA zu einer ABC-sicheren Kommandozentrale des Warschauer Vertrages. Demnach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein und später als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags.

Beim Bunker Falkenhagen handelt es sich um einen viergeschossigen Bunker. Da der gegenwärtige Zustand in großen Teilen einen An- und Umbau (ab 1958) der bereits existierenden Anlage darstellt, musste die Raum- und Funktionsplanung sich an den bereits bestehenden Gegebenheiten orientieren. Zugleich wurden große Teile der früheren Produktionshallen durch Einziehen neuer Etagendecken zur Nutzung im Rahmen des Führungskonzeptes „umfunktioniert“. Die außergewöhnlichen, oberirdischen Bauwerksteile (Türme) sind eine Weiternutzung früherer Verwendung, dann aber für Zuluft, Abluft, Notausstieg und Medienzuführung.

Die Anlage hat eine nutzbare Größe von ca. 14.000 m² (Betriebsräume, Heiztunnel und andere Medienräume nicht mitgerechnet) und besaß mehrere Zugänge. Der Hauptzugang und der Zugang für den Zutritt „5 nach 12“ wurden durch Umbau des ehemaligen Bahntunnels in die Anlage geschaffen. Der Notausstieg ist Bestandteil der ehemaligen Havarieluftabführung und entstand durch Umbau. Der Bunker besaß mehrere oberirdische Gebäudeteile. Neben einem Zuluftturm existieren noch zwei weitere Türme mit großdimensionierten Rohrleitungen. Die Funktion war wie folgt:

    Turm West: Notausstieg und Abluftableitung für den Bereich des dritten Untergeschosses, zugleich genutzt zur Kabeleinführung, weil das Öffnen des Bauwerkes an anderen Stellen erhebliche Probleme bereitete.
    Turm Mitte: Zuluftturm für die Netzersatzanlagen und Abluftturm für Abgase der Generatoren
    Turm Ost: Zuluftturm für die Gesamtanlage.

Der Havarieabluftturm am Hang verlor seine Bedeutung, nachdem der Anschluss an den früheren gefliesten Havarieabluftstollen gekappt wurde, um einen Notausstieg einzubauen, der im dritten Untergeschoss endet.

Das Objekt verfügte über weitere Gebäude, die nach Umbau keine bauliche Verbindung zum Fabrikationsbunker hatten. Zuvor hatten das Generatorengebäude und der frühere Notausstieg Verbindung zum Bauwerk; diese wurden aber planmäßig beim Umbau verschlossen, um das Gesamtbauwerk sicher zu gestalten und eine Hermetisierung zu erreichen. Der Wasserturm hatte zu Produktionszeiten im Zweiten Weltkrieg tatsächlich eine Vorratsfunktion, die der Turm später verlor und als Hundezwinger im inneren Sicherheitsring und Ruheort für müde Wachsoldaten genutzt wurde.

Im vierten Untergeschoss befanden sich mehrere Abteilungen, die durch Drucktüren voneinander getrennt waren. In deren Zentrum verlaufen zwei großzügige Zentralgänge, von denen aus jeweils ca. 20 Kammern von 15 m² Größe erreichbar sind.

 

Reichsbahnausbesserungswerk Salbke

Das RAW Salbke war ein Ausbesserungswerk der Deutschen Reichsbahn im Magdeburger Stadtteil Salbke.
Das Werk entstand als Königliche Eisenbahnhauptwerkstatt Salbke ab 1892 in der Gemarkung des damals noch selbstständigen Dorfes Salbke. Es sollte der Entlastung der bereits 1887 weiter nördlich in Buckau gegründeten Hauptwerkstatt dienen. Die preußische Eisenbahnverwaltung hatte dafür östlich der Eisenbahnstrecke Magdeburg-Leipzig und westlich der damaligen Dorfstraße 33 Hektar bis dahin als Acker genutztes Land erworben. Der Baubeginn erfolgte 1893. Das Werk war großzügig und modern angelegt und nahm am 1. Oktober 1895 seinen Betrieb auf. Die Einweihungsfeier erfolgte am 1. Februar 1896 im Turmpark. Zunächst waren 100 Arbeiter und Beamte beschäftigt, die von den Hauptwerkstätten Magdeburg-Buckau, Stendal, Wittenberge und Potsdam nach Salbke versetzt worden waren.

1898/1899 wurde das Werk aufgrund der ständig steigenden Zahl der zu wartenden Fahrzeuge ein erstes Mal erweitert und beschäftigte mittlerweile 400 Mitarbeiter. Strom wurde zunächst in der Kesselanlage selbst erzeugt, wobei man auf 220 Volt Gleichstrom zurückgriff und damit eine so starke Batterie speiste, dass in den ersten Jahren vor- und nachmittags die Stromerzeugung eingestellt wurde. Über die Anlage erfolgte auch die Beleuchtung der Bahnhöfe Magdeburg Südost und Magdeburg Buckau. Die Eigenerzeugung wurde nach Anschluss an das städtische Stromnetz dann jedoch eingestellt.

Vor dem Ersten Weltkrieg hatte das Werk bereits mehr als 1000 Mitarbeiter. Es wurden neben Güterwagen und Spezialgüterwagen auch Personenwagen gewartet und ab 1904 auch Lehrlinge ausgebildet. Von zuerst nur sechs, stieg deren Anzahl bis 1918 auf immerhin dreissig an. Kriegsbedingt wurden während des Ersten Weltkriegs auch rüstungsbezogene Aufgaben übernommen und Waggons für Militärtransporte umgebaut und eingerichtet –  ausserdem eine Plannäherei aufgebaut sowie die Fertigung von Lichtpatronen aufgenommen. Zur Unterstützung der Buckauer Werkstatt wurden während des Krieges auch Lokomotivtender bearbeitet. Viele der Arbeiten wurden von Frauen übernommen, die an die Stelle von zum Kriegsdienst eingezogenen Männern traten.

Nach der politischen Wende des Jahres 1989 wurde der Betrieb und die Belegschaftszahl immer weiter reduziert.
Ende 1998 erfolgte die Schließung des Werks. Es ist seit dem ungenutzt und verfällt.

Die durch Vandalismus geschädigten Gebäude befinden sich zum Teil in einem ruinösen Zustand. Die ehemaligen Gleisanlagen wurden größtenteils demontiert und sind nicht mehr vorhanden.

Größtes Bauwerk des Geländes ist die elfschiffige Wagenreparaturwerkstatt. Diese sehr große Halle wurde ab 1893 geplant und dann in mehreren Bauabschnitten in den Jahren 1894/95, 1899 und 1911 gebaut. Im Endzustand hat die Halle eine Größe von 165 mal 242 Metern und somit eine Fläche von fast 40.000 m².
Durch die Tore an der Südseite der Halle führten 45 Eisenbahngleise.

(Auszug aus Wikipedia)

Luftschutz im Kühlstollen

Den ehemaligen Großbetrieb an dieser Stelle gibt es schon lange nicht mehr. Sämtliche Gebäude wurden damals abgerissen und in dem heutigen kleinen Gewerbegebiet erinnern in der Felswand nur noch die zum Werkluftschutz umgebauten, ehemaligen Kühlstollen an die damalige Werktätigkeit.

Deckname Andesit

Von einem Luftschutzkeller unter einem ehemaligen Zechengebäude führt eine alte steile Treppe hinab in ein grosses Labyrinth alter Bergwerksstollen. Diese Stollen wurden im Krieg zur U-Verlagerung Andesit ausgebaut. Über die Verlagerung selbst ist nur wenig bekannt, von der Zeche weiss man, dass sie 1966 geschlossen wurde. Auf dem Zechengelände befand sich damals auch die größte Brikettfabrik Europas.

Am Schwarzenstein

Wo heute Birken aus eingefallenen Dächern wuchern, da wurde mehr als 100 Jahre lang das wohl wichtigste Kapitel der Altenaer Industriegeschichte geschrieben.

Gegründet wurde das Unternehmen 1861. In Werdohl-Bärenstein wurden zunächst Messingdrähte und Messingknopfblech hergestellt. 1868 erwarb das Unternehmen das bereits bestehende Eisenwerk am Schwarzenstein und kurz darauf begann der Aufschwung, da das Unternehmen sich dort mit Münzen beschäftigte.

1871 wurde das Deutsche Reich gegründet – und damit auch das Münzwesen völlig neu geordnet. Nickel war ein wesentlicher Bestandteil der in Altena produzierten Münzrohlinge. Bei der Verhüttung fielen große Mengen Schlacke an, die per Seilbahn über die Lenne auf die „Aschenkippe“ am Breitenhagen befördert wurde.

Neben den Münzen wurde am Schwarzenstein auch Neusilberblech hergestellt. Das brachte vor allem zu Kriegszeiten viel Geld ein, weil es zur Herstellung von Munition benötigt wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde aus der Firma Basse und Selve erst eine GmbH und wenig später eine Aktiengesellschaft. Es folgte die Inflation mit einem drastischen Rückgang der Münzproduktion. Wenig später schloss sich Basse und Selve mit zwei anderen Unternehmen zur Berg-Heckmann-Selve AG zusammen. 1930 folgte die nächste Fusion, die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) waren geboren. Hauptsitz des Unternehmens wurde Frankfurt am Main. VDM galt als größter Hersteller von Roh-, Halb- und Fertigerzeugnissen aus Nichteisenmetallen und -legierungen. Die Werke in Werdohl und Altena wurden als Zweigniederlassungen geführt, ihre besondere Kompetenz lag in Legierungen mit Anteilen von Kupfer, Nickel und Chrom – also in Edelstählen.

1977 wurden die Zweigniederlassungen Altena und Werdohl zum VDM-Geschäftsbereich Kupfer und Nickel zusammengeschlossen, Firmensitz wurde Werdohl. Neben der am Schwarzenstein ansässigen Verwaltung musste auch die Gießerei nach Werdohl umziehen. Am Schwarzenstein blieb lediglich ein sogenanntes Plattierwalzwerk – es war technisch nicht möglich gewesen, die betagte Anlage nach Werdohl zu bringen. 1980 wurde das Werk Schwarzenstein endgültig geschlossen. VDM ist seither in Altena nur mit dem Werk Linscheid vertreten.

U-Verlagerung Sardelle

Laut der einschlägigen Literatur befand sich die Untertageverlagerung Sardelle einst in zwei Kühlstollen (Brauereikeller) der Brauerei Beyenburg.
Die ehemalige Brauerei – oder der traurige Rest davon – war schnell gefunden.
Die schwer verschlossenen Zugänge von Stollen I sind zur Zeit noch nicht passierbar. Zu
Stollen II jedoch wurde mir der Zugang gewährt. Da sich dieser Keller in Privatbesitz befindet und auch als Keller genutzt wird, sieht es dort auch genau so aus. Dennoch konnte ich einige Fotografien anfertigen, aus denen ersichtlich wird, um was es sich tatsächlich handelt.

Werkluftschutz im Hang

Arbeitsmaiden … das waren diese bedauernswerten Geschöpfe, die zur Arbeit beim RAD (Reichsarbeitsdienst) verpflichtet wurden – ob sie wollten oder nicht – "ehrenamtlich" … freiwillig und ohne Entgelt.

Vom Beginn des Zweiten Weltkrieges an, wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt. Der Reichsarbeitsdienst war ein Bestandteil der Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland und ein Teil der Erziehung im Nationalsozialismus.
Für Frauen betrug die Dienstzeit seit 1939 sechs Monate, die jedoch häufig durch eine Notdienstverpflichtung verlängert wurde. Im Juli 1941 wurde die Dienstzeit durch den Kriegshilfsdienst um weitere sechs auf zwölf Monate ausgedehnt … im April 1944 auf 18 Monate verlängert und im November 1944 schließlich vollständig entfristet. Die durch die Dienstzeitverlängerungen des Jahres 1944 gewonnenen zusätzlichen Kräfte kamen überwiegend als Flakhelferinnen zum Einsatz.

Der weibliche RAD wurde als Ersatz für fehlende, männliche Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und als sogenannter Kriegshilfsdienst (KHD) in Ämtern und Schreibstuben, in der Rüstungsproduktion und im öffentlichen Nahverkehr verwendet. Frauen konnten auch Wehrmachthelferin werden (Synonym ‚Blitzmädel‘). Ab 1944 wurde die weibliche Jugend auch für die Bedienung von Flak-Scheinwerfern zur Lenkung von Flakgeschützen und Nachtjagd-Einheiten der Luftwaffe herangezogen.

Während des Arbeitsdienstes lebten die „Arbeitsmaiden“ kaserniert in sogenannten Lagern.
Der Tagesablauf mit seinen detaillierten Dienstplänen, ließ den RAD-Leistenden wenig Zeit zur eigenen Verfügung und glich dem der Soldaten: Ohne Mittagsruhe summierte sich die reine Dienstzeit je Woche auf rund 76 Stunden. Zudem gab es in der knappen Freizeit praktisch keine Rückzugsmöglichkeiten. Auch die Abende waren in aller Regel verplant, und eine Möglichkeit, das Lager außerhalb der Dienstzeiten zu verlassen, war in der Regel nicht vorgesehen; dies bedurfte – wie beim Militär – einer besonderen Erlaubnis. Der RAD ersetzte das bisherige soziale Umfeld völlig. So sollte in der neuen „Gemeinschaft“ eine kollektive Identität ausgebildet werden.

In diesem Werkluftschutzstollen eines großen Stahlwerks der Rüstungsindustrie befand sich ein abgeteilter Bereich, der nur für die dort arbeitenden Mädels reserviert war …

Solingens Badeanstalten

Am 28. Mai 1903 wurde das Birker Bad als erste städtische Badeanstalt Solingens eingeweiht. Neben den seinerzeit üblichen, öffentlichen Reinigungsbädern wurde auch ein Schwimmbecken gebaut. Ursprünglich im Inneren mit üppigem Jugendstildekor geschmückt, wurde das Bad nach massiven Kriegsschäden in den 1950er Jahren vereinfacht wieder aufgebaut.

1928/1930 wurde die Badeanstalt Ohligs in der bauzeit-typischen, modernen Formensprache der 1920/30er Jahre mit Anklängen an den Backsteinexpressionismus errichtet. Grundlage war ein Entwurf des Architekten Kurt Wüstermann, Barmen, für eine Badeanstalt mit Schwimmbad sowie Dusch-, Wannen- und Heilbädern.

Beide Bäder schlossen 2011 endgültig Ihre Pforten und werden in Kürze für neue Nutzungen umgebaut.

Flugplatz und Heinkel-Werke Oranienburg

Die ehemalige Start- und Landebahn wurde mit der Bundesstraße B96 überbaut. Das ehemalige Flugplatzgelände dient als Industriegebiet und Solarpark.
Heute sind nur noch wenige Spuren der einstigen Heinkel-Werke Oranienburg vorhanden.

Der Flugplatz Oranienburg befand sich auf einem Gebiet nördlich von Berlin, das im Osten von Oranienburg und im Westen von Leegebruch begrenzt wird. Er wurde von 1936 bis 1939 erbaut und bis 1945 von den Heinkel-Werken Oranienburg als Werksflughafen und von der Luftwaffe der Wehrmacht genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die noch intakten Anlagen der Heinkel-Werke durch die sowjetische Besatzungsmacht fast vollständig demontiert. Die Start- und Landebahn des Werksflugplatzes wurde jedoch instandgesetzt und bis 1994 von den sowjetischen Luftstreitkräften als Militärflugplatz genutzt.

Die Heinkel-Werke Oranienburg (HWO, 1935–1948) waren in der Zeit des Nationalsozialismus ein bedeutender Rüstungsbetrieb. In dem im Wesentlichen von 1936 bis 1938 gebauten Werk wurden Kampfflugzeuge wie die Heinkel He 111, die Heinkel He 177 und die Junkers Ju 88 für die Luftwaffe gefertigt. Zum Werk gehörten auch die beiden neu errichteten Siedlungen Weiße Stadt in Oranienburg und Leegebruch. Zum 1. April 1943 änderte sich die Bezeichnung in Ernst Heinkel AG Werk Oranienburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das eigentliche Werk bis auf den Werkflugplatz, eine Halle und kleinere Nebengebäude komplett abgetragen. Dort und teilweise in der Wohnsiedlung Weiße Stadt in Oranienburg errichtete die Rote Armee einen Militärflugplatz nebst Kaserne. Seit dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde das Gelände Schritt für Schritt in eine zivile Nutzung überführt.

Übriggeblieben ist nur die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Einflughalle und einige Schallschutzwände.

Reichssportflughafen Rangsdorf – Bücker Flugzeugbau GmbH

Wer zufällig nach Rangsdorf kommt, ahnt erst mal nichts von seiner Geschichte und von dem Leben, das sich hier einst abgespielt hat. Vor 80 Jahren fuhren viele Berliner zum Arbeiten nach Rangsdorf, heute ist es umgekehrt. Die 10.000-Einwohner-Gemeinde, zehn Kilometer südlich der Berliner Stadtgrenze, ist ein ruhiger Ort, sieht man mal von dem nahe gelegenen südlichen Autobahnring ab. Hohe Bäume säumen die Straßen, es gibt einen wunderschönen See mit Vogelschutzgebiet und Strandbad. Das ist es dann auch schon mit den Sehenswürdigkeiten. Fast. Denn da gibt es noch ein 108 Hektar großes Areal, überwiegend Wiese mit ein paar verfallenen Gebäuden. Es ist umzäunt, das Tor verschlossen. Besuchen lässt es sich nur mit einer Sondergenehmigung – oder durch eines der Löcher im Zaun, aber das ist selbstverständlich nicht zulässig. Es ist aber auch nicht gerade einladend und ohnehin seit 1945 Sperrgebiet. Davor aber war das Areal neun Jahre lang einer der wichtigsten Flugplätze der Region.

Im März 1935 hatte eine Delegation die Wiesen und Felder zwischen der Bahnlinie und dem See begutachtet und für einen Flugplatz als geeignet erachtet. Kurz danach fiel im Reichsluftfahrtministerium die Entscheidung zum Bau und sofort begannen die Arbeiten. Schon im Herbst begann dann die Produktion von Flugzeugen in den Bücker-Werken, der Flugplatz selbst war im Juli 1936 fertig. Die ersten Flugzeuge konnten hier schon vor der offiziellen Eröffnung am 30. Juli landen – nach nur 14 Monaten Bauzeit.

Am 30. Juli 1936, am Vorabend der Olympischen Sommerspiele, wurde der Reichssportflughafen, so sein offizieller Name, mit dem „Internationalen Kunstflugwettbewerb um den Preis der Nationen“ eröffnet. Die Lage direkt am See ließ es zu, dass hier sowohl Land- als auch Wasserflugzeuge landen konnten. Später wurde der Flugplatz sowohl zivil als auch militärisch genutzt. Hier war Sitz der Bücker Flugzeugbau GmbH, wo erst Sportflugzeuge, später vor allem Schulflugzeuge für die Luftwaffe gebaut und eingeflogen wurden. Fast 1000 Mitarbeiter arbeiteten in den Werken.

Und hier gab es eine Reichssportfliegerschule, in der auch Beate Köstlin Schülerin war. Am 7. August 1937 absolvierte die 17-Jährige den ersten Flug ihres Lebens und lernte nicht nur zusammen mit 59 Männern Wetter- und Motorkunde, sondern auch ihren Fluglehrer, Hans-Jürgen Uhse, kennen. Kurz nach Kriegsbeginn heirateten die beiden. Sie wurde Einfliegerin von Bücker und machte nach dem Krieg bekanntlich als Unternehmerin in einer ganz anderen Branche Karriere, er zog als Jagdflieger in den Krieg und kam 1944 bei einer Kollision mit einem anderen Flugzeug ums Leben.

Zum Flughafen gehörte auch noch der Aero-Club, entworfen von Ernst Sagebiel, dem Architekten, der auch Tempelhof gebaut hatte. Im Aero-Club traf sich am Wochenende die Berliner Prominenz aus Politik und Gesellschaft: Hermann Göring, Ernst Udet, Elly Beinhorn, Heinz Rühmann.

Ab Oktober 1939 war Rangsdorf sogar für ein halbes Jahr Verkehrsflughafen, weil befürchtet wurde, Tempelhof könne nach Kriegsausbruch bombardiert werden. Hier starteten und landeten nun die Verkehrsflugzeuge der Lufthansa, aber auch russische und schwedische Fluggesellschaften. Passagiere checkten bereits in Berlin, im Luftreisebüro in der Friedrichstraße ein, dann wurden die Fluggäste mit einem Bus nach Rangsdorf gefahren. Am Vormittag wurde abgeflogen, am Nachmittag kamen die Maschinen wieder aus Wien, Rom, Sofia, Istanbul, Danzig oder Kopenhagen zurück. Doch die Luftangriffe auf Tempelhof blieben aus, und so richtig geeignet war Rangsdorf als Verkehrsflughafen wohl doch nicht. Hier gab es ja nicht mal eine befestigte Start- und Landebahn, sondern nur ein rundes Rasenfeld.

Ab 1940 diente Rangsdorf ausschließlich militärischen Zwecken und war nur noch Fliegerhorst. Am 20. Juli 1944 gegen 7 Uhr stieg Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten in ein zweimotoriges Kampfflugzeug der Marke Heinkel HE 111 und flog nach Ostpreußen. Sein Ziel war die Wolfsschanze. In seiner Aktentasche hatte er zwei Sprengladungen. Die erste detonierte um 12.42 Uhr. Drei Stunden später landete Stauffenberg wieder in Rangsdorf und verkündete am Telefon: „Meine Herren, Hitler ist tot.“ Er war es nicht. Stauffenberg wurde noch am selben Tag festgenommen und kurz nach Mitternacht im Bendler-Block erschossen.

An den Widerstandskämpfer erinnert in Rangsdorf heute nur eine kleine Gedenktafel am Ufer des Sees. Und es gibt die Stauffenbergallee, eine Sackgasse. Überhaupt gibt es wenig Zeugnisse der vergangenen Ereignisse rund um diesen Flughafen. Die Sportfliegerschule und die Flugzeughallen am nördlichen Rand existieren nicht mehr, und auch die Ruinen hinter dem Tor am Ende der Straße verraten nicht gleich, dass sie einmal die Werks- und Einfliegerhallen der Bücker-Werke waren. Der Weg dahin führt links an alten, inzwischen restaurierten Werkswohnungen von Bücker vorbei, rechts erst an Plattenbauten, dann an ein paar neugebauten Einfamilienhäusern. Nur wer eine Genehmigung hat, dem öffnet der Wachschutz das Tor.

Nach der Jahrtausendwende wollte ein polnischer Investor die Bücker-Werke wiederbeleben und in eine der noch funktionstüchtigen Hallen des alten Werks die Endmontage der Bü 131 Jungmann verlegen. Es sollte eher eine Manufaktur als ein großes Werk werden. Bücker-Maschinen sind heute Oldtimer, die nachgebauten Flugzeuge sind nur etwas für betuchte Liebhaber. Doch das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Rangsdorfer. Der Investor blieb in Polen und baute die Bü 131 im schlesischen Jasienica. Nach seinem Tod bei einem Flugunfall wurde die Produktion 2006 wieder eingestellt.

Die Tierfutterfabrik

Die sogenannte Behrnsche Mühle ist seit 1992 leerstehend. Das ehemalige Kraftfuttermischwerk, eine markante städtebauliche Architektur, beschäftigte bis zu seiner Schließung 120 Arbeitskräfte. Bis zuletzt wurde das Werk mit modernen technischen Anlagen ausgestattet, von denen in den Ruinen jedoch nichts mehr vorhanden ist. Die Gebäude wurden von Metalldieben komplett entkernt.
Das Werk mit eigener Anlegestelle und Bahnanschlusz, wurde einst über den Schiffsverkehr und per Bahn mit Getreide versorgt und war somit auch für den Vertrieb verkehrstechnisch optimal angebunden

Das ehemalige Säuglings- und Kinderkrankenhaus

Es war einmal ein imposantes Bauwerk: Heute gleicht das ehemalige Säuglings- und Kinderkrankenhaus eher einer Ruine. Und das, obwohl es unter Denkmalschutz steht.

Fensterscheiben sind zerborsten, der Putz bröckelt, die Dächer sind undicht, die Natur holt sich das Areal langsam zurück. Und niemand weiß, wie die Zukunft des einst stolzen Klinikbaus aussieht. Inzwischen ist das Gelände zwar besser als in den vergangenen zehn Jahren gesichert, aber das Gemäuer verfällt weiter.

Dabei war dieses Krankenhaus einst eine der fortschrittlichsten medizinischen Einrichtungen im Land. Weil es Anfang des 20. Jahrhunderts eine hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit gab, fürchteten Städte und Gemeinden einen rapiden Rückgang bei den Kleinkinderzahlen. Die Gemeindeväter entschieden, das erste kommunal geführte Säuglings- und Kinderkrankenhaus Preußens zu bauen.

In diesem konnten anfangs bis zu 40 Säuglinge und Kleinkinder behandelt werden. Neben einer chirurgischen Abteilung gab es Abteilungen, in denen HNO- sowie Hautkrankheiten behandelt wurden. Die Klinik hatte sogar einen eigenen Kuhstall mit 36 Kühen und angeschlossener Molkerei zur Versorgung der Kinder mit Milch. Eingeweiht wurde das Krankenhaus 1911.

Für Schwestern in Ausbildung ließ die Gemeinde einen Hörsaal errichten. In diesem fanden auch öffentliche Vorträge zur Säuglingspflege statt. Die Anzahl der Betten wurde schrittweise auf 100 erhöht. Über Jahrzehnte war das Krankenhaus eine Institution. Doch dann kam das Jahr 1997. Der Senat entschied, aus Kostengründen und bei rückläufiger Bevölkerungszahl, das Krankenhaus zu schließen.

Und damit begann der Abstieg des Areals, den viele mit Kopfschütteln und Unverständnis seit Jahrzehnten mit ansehen. Die erhoffte Rettung des Denkmals blieb aus und inzwischen verfällt das Krankenhausareal weiter.

Der Nachrichtenbunker

In diesem zweietagigen, unterirdischen Schutzbauwerk befand sich eine ehemalige Funksendestelle (Kriegssendezentrum) mit hoher Schutzklasse.

Zwei mehrstufige Schleusenbereiche, welche auf Schutzklasse B schließen lassen, führen in das Ober- und Untergeschoß. Im Untergeschoß verfügt der Bunker über ein selten anzutreffendes, stickstoffgedämpftes Tragwerk, welches von vier Amortisatoren, Typ PKU-40-540 getragen wird.

Leider ist diese Anlage im Laufe der letzten Jahre schon sehr stark verwüstet worden, obwohl sie, wohl viel zu spät, behördlich verschlossen wurde. Dennoch gelangen mir einige Fotos, die den jetzigen Stand dokumentieren.

Karlshorsts vergessener Flughafen

Wilhelm von Siemens, der Sohn des bedeutenden Werner von Siemens, war einst neben derer von Treskow Besitzer des weitläufigen Areals. Weil Luftschiffe seinerzeit vor allem für den militärischen Einsatz gefragt waren, wandte sich der preußische Generaloberst Helmuth von Moltke (1848-1916) 1907 an Siemens mit der Bitte, sich bei der Produktion von Motorluftschiffen zu engagieren. Siemens ließ daraufhin vom Architekten Karl Janisch, dem Erbauer von Siemensstadt, eine drehbare Luftschiffhalle bauen – die erste ihrer Art weltweit. 1909 begann der Bau jener Halle, die 135 Meter lang, 25 Meter hoch und 25 Meter breit war. Je nach dem, wie der Wind stand, konnte die Halle so positioniert werden, dass ein- und ausfahrende Luftschiffe nicht durch Windböen beschädigt wurden. Denn genau das war das Problem der einst von Ferdinand Graf von Zeppelin konstruierten Luftschiffe. Ihr Korpus bestand aus Aluminium, das sich bei jeder kleinsten Kollision verbog. Bei den von den Siemens-Schuckert-Werken gebauten Luftschiffen jedoch setzte man auf eine Gummi-Konstruktion. 1911 ging das erste Exemplar auf eine Fahrt über den Dächern von Karlshorst. Die längste Strecke, die es zurücklegte, betrug 270 Kilometer ins thüringische Gotha. Flugzeit: 6 Stunden und 53 Minuten. Nach einem Umbau galt das Luftschiff als das schnellste seiner Art weltweit. Weil aber die Bedienung der Luftschiffe auf lange Sicht für die Angehörigen des Militärs zu kompliziert war, stellte man das Projekt 1912 ein – das Gelände aber wurde vom Militär weiter genutzt.

Das Ende des Luftschiffhafens war gleichzeitig der Anfang des Flughafens Karlshorst. Bereits seit 1916 landeten auf dem 154 Hektar großen Areal Doppeldecker. Auf Bestreben der Gemeinde Friedrichsfelde, zu der Karlshorst einst gehörte, kaufte man das Gelände und verpachtete es an die Militärverwaltung. Ab Herbst 1917 montierte man dort Flugzeuge und bildete Soldaten für die Luftbildfotografie aus. Mit Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Projekt eingestellt. Der Weiterbetrieb erfolgte durch die Sicherheitspolizei. Zudem wurde eine Fliegerstaffel für den Grenzschutz Ost in Karlshorst aufgestellt. Mit neun Flugzeugen versahen die einstigen Militärpiloten nun im Dienst der Polizei ihre Arbeit – bis auf der Grundlage des Versailler Vertrages der Flugbetrieb gänzlich eingestellt wurde. Nach nur vier Jahren Flugbetrieb dienten die Hallen sodann gewerblichen Mietern. Bis 2002 befand sich dort die Forschungsanstalt für Schiffahrt, Wasser- und Grundbau, die in der heutigen Bundesanstalt für Wasserbau aufgegangen ist.

Reste des alten Flughafens, der einst zur Gemarkung Biesdorf zählte, muss man nicht lange suchen: An der Köpenicker Allee ragen noch die Kuppeln der Flugzeughallen in den Himmel. Doch die denkmalgeschützten Gebäude sind in einem erbärmlichen Zustand. Mauern, Zäune und Stacheldraht versperren Neugierigen den Weg auf das Areal. Viel mehr als die Kuppelhallen ist nicht übrig von jenem Flughafen, der in der Zeit des Ersten Weltkrieges zunächst als Produktionsstandort für Luftschiffe und später vom Militär als Ausbildungsbasis für Luftbildfotografen genutzt wurde. Auf großen Teilen des einstigen Flughafens stehen seit Jahrzehnten Kleingartenanlagen.

Fort Hahneberg

Einem meiner Lieblingsfilme diente diese Anlage für einige Szenen als Kulisse.
Das
Fort Hahneberg, am äußersten Westrand Berlins gelegen, ist das letztgebaute Festungsbauwerk in Deutschland. Es wurde im Jahr 1888 nach sechsjähriger Bauzeit fertiggestellt.
Zum Schutz des Rüstungszentrums Spandau, als Teil der Festung Spandau, waren vier Forts geplant, von denen aber nur eines realisiert wurde. Die Entwicklung der Artillerie, vor allem die Einführung der Brisanzgranate, hatte diese Art von Befestigungen inzwischen nutzlos gemacht.
Nach seiner Indienststellung wurde das Fort bis 1945 unter anderem als Kaserne, Lazarett und Zentralarchiv für Wehrmedizin vorwiegend militärisch genutzt. Nach dem Kriegsende dienten Teile des aus rund 28 Millionen verschiedenen Ziegelsteinen errichteten Bauwerks als Baumaterial für den Wiederaufbau Berlins. Bis zum Mauerfall im Jahr 1989 befand sich das Fort im Bereich der Sperranlagen der Grenzübergangsstelle Heerstraße und ist erst seit 1990 wieder zugänglich.
Das Fort ist ein wichtiges Fledermausquartier. 2009 wurden die Gebäude und die Umgebung des Forts als Naturschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat ausgewiesen, da hier neben anderen Fledermausarten Große Mausohren ihr Winterquartier und ihren Sommeraufenthalt haben.
1991 hat das Landesdenkmalamt
das Fort Hahneberg in die Denkmalliste aufgenommen. Es ist als herausragendes Objekt geschützt und somit gleichzeitig prädestiniertes Überwinterungsquartier für rund 1500 Tiere aus 11 Arten streng geschützter Fledermäuse.
 

Die Bärenquell-Brauerei

Dieser Ort war lange Zeit ein bedeutender Standort Berliner Brauereigeschichte. Wie viele andere Ortsteile in der Stadt, hatte auch Schöneweide seine eigene Brauerei.
Seit dem 19. Jahrhundert wurde hier Bier produziert. Zuerst Borussia Berlin,  danach Schultheiß und zu DDR Zeiten Produkte der VEB Berliner Brauereien. Zu dieser Zeit wurden die Anlagen weder optimiert noch modernisiert. Nach der Wende ging es weiter bergab.
1991 erwarb schließlich die hessische Henninger Bräu AG die Marke und führte die Produktion am Standort Niederschöneweide zunächst weiter fort. 1993 stellte die Henninger Bräu AG einen Bauantrag, für den einige historische Gebäude hätten weichen müssen, der vom Bezirksamt Treptow mit dem Verweis auf den Denkmalschutz abgelehnt wurde. Zum 1. April 1994 wurde schließlich die Bierproduktion ganz eingestellt. Lediglich der Vertrieb von Henninger blieb einige Jahre weiter am Standort.
Seitdem geht es mit den schönen, historischen Fabrikgebäuden der Brauerei in den Verfall. Da hilft auch kein Denkmalschutz. Vandalismusschäden,  Brandstiftungen und anderes Negatives schlägt auf das Gelände ein. Keiner investiert in das Objekt und hält es als Denkmal am Leben.
Wie lange
der Bau noch stehen wird, ist schwer zu sagen.  Ich würde mir einen Erhalt mit neuer Nutzung wünschen.
Teile wurden schon abgerissen …
Offensichtlich handelt es sich nun um ein Investitionsobjekt ohne Zukunft.

Die Heeres-Reitschule

Die Kavallerie- und Panzertruppenschule Krampnitz (Heeres-Reitschule) entstand durch einen OKH-Entschluss von 1935 im Potsdamer Ortsteil Krampnitz. Vorläufereinrichtung der Heeres-Reitschule war die Kavallerieschule Hannover, die 1937 von Hannover nach Krampnitz verlegt wurde. In ihr wurde unter anderem bis 1929 Claus Schenk Graf von Stauffenberg ausgebildet (von Stauffenberg wurde noch einmal zum 1. September 1934 als Bereiteroffizier dorthin versetzt).

Im März 1937 legte der Berliner Architekt Robert Kisch die Pläne für die Kaserne in Krampnitz vor. Das Heeres-Neubauamt begann im Frühjahr 1937 mit den Bauarbeiten. Fertigstellung wahrscheinlich gegen 1939. Der Umzug der Heeres-Reit- und Fahrschule erfolgte in Etappen und begann bereits 1937 mit dem Lehrstab und wurde 1939/40 abgeschlossen.

Seit November 1938 unterstand die Heeres-Reitschule dem „Chef der Schnellen Truppen“, General Heinz Guderian. Im Juni 1941 erfolgte die Umbenennung in „Schule für Schnelle Truppen“, 1943 in „Panzertruppenschule II Krampnitz“. Im Winter 1944 erfolgte die Verlegung der Hauptbestandteile der Panzertruppenschule nach Bergen (Norwegen), nur die berittenen Ausbildungseinheiten verblieben in ihren Kasernen.

Das Gelände der Militäranlage ist rund 120 ha groß. Die prägenden Bauten sind der weithin sichtbare Turm unmittelbar am Eingang, das Offizierkasino, das Offizierswohnheim und das Fähnrichswohnheim. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz und sind typisch für die Militärarchitektur der 1930er Jahre.

Ab 1945 war hier die Sowjetarmee stationiert, nach 1992 wurde das Gelände nicht mehr militärisch genutzt. 2008 wurde das Gelände vom Land Brandenburg für rund 4,1 Mio. Euro an die TG Potsdam Entwicklungsgesellschaft verkauft. Die hat im Sommer 2011 einen Masterplan vorgelegt, der den Bau und die Sanierung von knapp 400 Gebäuden mit 1.651 Wohnungen auf 75 ha vorsieht.

Das Gelände wird gerne vom nahen Filmstudio Babelsberg als Kulisse genutzt, so wurden hier u. a. Szenen zu den Kinofilmen Enemy at the Gates, Resident Evil, Mein Führer, Inglourious Basterds, Effi Briest und Monuments Men gedreht.

Flugplatz Sperenberg

Das Gelände des späteren Flugplatzes gehörte ursprünglich zur Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, wo bereits von 1870 an militärische Mittel auf ihre Nutzbarkeit untersucht und geprüft wurden. Bis zum Zweiten Weltkrieg war hier eine Ausbildungsstelle der Eisenbahnpioniere. Davon zeugen zahlreiche Brücken- und Schienenreste sowie ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Eisenbahnpioniere auf dem Gelände.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die umfangreiche Nutzung des Geländes weitgehend eingestellt. In den 1950er Jahren war die Sowjetarmee auf der Suche nach einem Flugplatz zur ausschließlich militärischen Nutzung. Es gab eine Untersuchung möglicher Standorte in Drewitz, Rangsdorf und Sperenberg. Nach intensivem Streit mit der DDR um die Finanzierung wurde schließlich ab 1958 auf dem Areal von der DDR ein Flugplatz errichtet, nachdem die Einigung auf Teilung der Kosten erzielt war. Es galt den bereits bestehenden, größeren Flughafen Berlin-Schönefeld vom militärischen Luftverkehr zu entlasten und ausschließlich zivil zu nutzen.

Sperenberg wurde von der 16. Luftarmee der GSSD/WGT bis zu deren Abzug 1994 genutzt. Auf dem Gelände des Flugplatzes verbrachte der zu dem Zeitpunkt per Haftbefehl gesuchte, ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, 1991 seine letzte Nacht auf deutschem Boden, bevor er nach Russland ausgeflogen wurde.

Der Flugplatz sowie das umliegende Gelände, ein insgesamt rund 24 km² großes Areal, werden derzeit nicht genutzt. Sämtliche Gebäude und Installationen sind dem Verfall preisgegeben.

Das einstige Kabelwerk Köpenick

Neben den neuen Fabriken in Adlershof und Schöneweide wird im Jahre 1916 mit dem Bau des Kabelwerk Köpenick begonnen. 1926 folgte dann die Umbenennung der gesamten Firma in "C.J. Vogel Draht- und Kabelwerk AG".1939 übernimmt Siemens die Firma als "Fa. Elektrische Licht- und Kraftanlagen".
Schaut man von der benachbarten Salvador-Allende-Brücke herüber, sieht man nur noch eine grüne Wand. Bäume, Büsche, ein scheinbar undurchdringliches Dickicht am Ufer der Müggelspree. Durch die Wipfel blitzt ein angeschlagenes Gebäude auf. Kaputtes Dach, offene Fensterhöhlen –  und Wachdienst rund um die Uhr vor Ort. Seit 26 Jahren modert die Zweigstelle des VEB KWO (Kabelwerk Oberspree), in der einst 1600 Menschen arbeiteten, vor sich hin. Graffitisprayer haben
die entkernten Hallen, in denen einst Starkstrom- und Telekommunikationskabel hergestellt wurden, als illegale Galerie für sich entdeckt.

Deckname Kombinat

„Ausweichführungsstelle der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS“

Das unter Friedrich II. von Preußen im Jahre 1751 eingerichtete Wollschafspinnerdorf Gosen-Neu Zittau am Stadtrand von Berlin Köpenick ist auch heute noch ein wunderbarer Ort zum Leben und Arbeiten.

Das Dorf mit 2.970 Einwohnern liegt direkt am Berliner Seddinsee. Auf der Gosener Uferseite hat der einstige DDR-Staatssicherheitsminister Erich Mielke einen gigantischen Atombunker bauen lassen.

Die unterirdische Anlage ist 35,90 Meter lang, 38,40 Meter breit und 3,10 Meter hoch. Sie beherbergt 40 Räume auf 1.000 Quadratmetern Nutzfläche. Ein zwei Meter dicker Erdwall bedeckt das Dach des Bunkers. Zur Tarnung wurde darüber eine Baracke gebaut, die einer Lagerhalle in einem Gewerbegebiet gleichkommt. Das "Objekt Kombinat" ist mittlerweile komplett geplündert und in einem erbärmlichen Zustand. Alle Anlagen sind demoliert oder abmontiert. Es besteht ausschließlich die bauliche Hülle.

Der Standort ist kein Zufall. Mielke ließ in Gosen-Neu Zittau auch ein Schulungszentrum für DDR-Auslandsspione bauen.
Die Liegenschaft an der Grenze zum Bezirk Köpenick am Seddinsee umfaßt 20 Hektar, einen Audimax mit 300 Plätzen, zwei Wohnheime, zwei weitere Hörsäle, Schießstand, Sportplatz, Schwimmhalle, Bootssteg und weitere Klein-Bunker in den Gosener Bergen.  

Werk W

NVA Treib- und Schmierstofflager 44

Das verlassene Treib- und Schmierstofflager 44 der NVA wurde schon 1939 als  Teilbereich, genannt "Werk W", des nationalsozialistischen Rüstungsbetriebes Paraxolwerk Niederlehme errichtet und diente den Nazis als Lagerstätte für Methanol.
Das Werk W der Paraxol GmbH produzierte von 1940-1945 Pentaerythrit als Grundstoff zur Herstellung des Explosivstoffes Nitropenta. Methanol war der Ausgangsstoff zur Herstellung von Formaldehyd, welches anschliessend in einem mehrstufigen Prozess zusammen mit Acetaldehyd zu Pentaerythrit verarbeitet wurde.
Das Methanol wurde in drei großen, unterirdischen Tanks gelagert.

Von 1945-1950 wurden mehrere Hallen des Werkes sowie alle Maschinen und Ausrüstungen durch Spezialdemontagekommandos der Roten Armee demontiert. Mehrere Gebäude wurden gesprengt, die Tanks des Werk W jedoch wurden nicht angetastet.
Nach der Enteignung ging das komplette Werk 1948 in das Eigentum der Gemeinde über, die dann weitere Teile des verbliebenen Inventars verkaufte.

1951 übernahm die KVP (Kasernierte Volkspolizei) das Hauptobjekt. Durch die aus der KVP hervorgegangene NVA wurde es ab 1956 umgebaut und erweitert. Bis 1990 war es Standort verschiedener NVA-Nachrichteneinheiten.

Das einstige Methanollager wurde ab 1963 als Treib- und Schmierstofflager 44 (TSL-44) der LSK/LV (Luftstreitkräfte/Luftverteidigung) der NVA genutzt. Dazu wurden einige Umbauten und Ergänzungen vorgenommen. In den 1970er Jahren wurde ein Doppeltank errichtet, der die bisherige Lagerkapazität mindestens verdreifachte. In allen Tanks wurde Jet-Treibstoff TS-1 (Kerosin) gelagert.

Nach Auflösung der NVA ging das Objekt an die Bundeswehr, wurde kurze Zeit später als entbehrlich eingestuft und somit in das Vermögen der Finanzverwaltung des Bundes übertragen. Damit endete die Nutzung als Betriebsstofflager.

Das verwaschene Juwel

Besuch in einer untergegangenen Arbeitswelt.
Verloren in gigantischen Hallen: Wo einst bis zu 700 Mitarbeiter schufteten, herrschen heute Leere und Verfall in dem recht grossen Backsteinkomplex, der nicht allein wegen seines wohl einzigartigen Bahnanschlusses zur Legende wurde. Da es um die zuvor auf „freiem Feld“ gelegene Fabrik langsam eng wurde, fand man die Lösung in die Höhe zu bauen und konnte etwa 1900 das noch heute vorhandene Fabrikgebäude errichten. Der Bau war 85m lang, fünf Stockwerke hoch und besaß dort im fünften Stockwerk einen Eisenbahnanschluss. Heute sind davon nur noch Reste der Gleisbefestigungen zu sehen und die Gebäude beeindrucken vor allem durch die schieren Ausmaße der weitgehend leeren Hallen. Dass nach dem Ende der Produktion der morbide Charme der Fabrikgebäude eine ganz andere Nutzung zugelassen hat, zeigt an der Fassade der verblasste Schriftzug „A. Willis Export“. Er erinnert an Szenen
eines Films, die hier 2008 in den da schon mittlerweile seit sieben Jahren leerstehenden Gebäudeteilen gedreht wurden.

1869 wurde im Schwarzbachtal Deutschlands erste elektrisch betriebene und damit zur damaligen Zeit wohl größte Seifenfabrik Deutschlands gegründet. 1900 wurden die drei größten Siedekessel Deutschlands betrieben, sie hatten ein Fassungsvermögen von 300.000 Kilogramm. Für die Wohngegend war das zunächst kein Segen. Die tierischen Fette (Tran, Talg, Knochenfett), die bei der Produktion verarbeitet wurden, waren in der Umgebung deutlich wahrzunehmen. Auch wenn im Laufe der Jahrzehnte Ersatzstoffe bei der Produktion zum Einsatz kamen, so dass die Ausdünstungen der Firma angenehmer rochen, blieb die Umgebung über lange Jahre kein beliebtes Wohngebiet. Noch in den Jahren 1977 bis 1980 gab es, wie man Protokollen der Bezirksvertretung entnehmen kann, stetigen Ärger durch Geruchsemissionen.

Die Sanitätsdepot-Untertageanlage

1969 begannen die Planungen für eine Erweiterung der sich noch im Bau befindlichen Luftschutzanlagen Ost und West der Rheingau Kaserne mit dem Ziel, beide Anlagen zu verbinden und als Sanitätsdepot Untertageanlage zu nutzen. 1972 wurde mit dem Bau begonnen und am 1. Oktober 1975 konnten die ersten Stollen schon genutzt werden – offizielle Übernahme der Anlage feierte man allerdings erst im Mai 1976.
Die Gesamtfläche der Untertageanlage beträgt circa 13.000 m², davon reine Lagerfläche circa 6.000 m². Der Rest besteht aus Verkehrswegen, Bürobauten und technischen Einrichtungen. Bis 1979 entstanden im Außenbereich noch ein Verwaltungs- und ein Werkstattgebäude, sowie eine Umschlaghalle.

Nach Auflösung der Rheingau Kaserne im Jahre 1993, entstand aus dem unterirdischen Sanitätsdepot das Sanitätshauptdepot. Für die erweiterte Aufgabenstellung übernahm man zwei Unterkunftsgebäude und die Sporthalle der ehemaligen Kaserne. In die ehemalige Sporthalle verlagerte die Humanitär- und Ausstattungshilfe des Sanitätsdepots Euskirchen. 1995 waren die Baumaßnahmen zur Abtrennung des unterirdischen Sanitätshauptdepots (SanHDp) von der ehemaligen Kaserne, dem jetzigen Gewerbepark Wispertal, abgeschlossen.

Am 26. November 2003 gab der Bund die Auflösung des SanHDp Lorch-Rheingau zum Jahresende 2007 bekannt. Am 1. Juli 2007 begann die Auflösungsphase, welche am 31. Dezember 2007 planmäßig abgeschlossen wurde.

Ehemaliges Zementwerk

Bereits im Jahre 1900 gründete C. O. Wegener an diesem Standort das Rüdersdorfer Portland Zementwerk. Der Zement wurde in einem hochmodernen, aber extrem gefährlichen Drehrohrofen gebrannt. 1939 erwarb die Preussag das Gelände. Unter Verwendung der noch bestehenden Drehrohröfen stellte man ab 1944 kriegswichtiges, synthetisches Bauxit her.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk von den sowjetischen Besatzern komplett demontiert. Ab 1950 begann man allerdings, die leerstehenden Hallen erneut zu nutzen. Die Anlage mitsamt ihren Drehrohröfen erhielt den Namen „VEB Glühphosphatwerk Rüdersdorf“ und diente nun der Herstellung von Futterphosphat. Dieses Düngemittel besaß die höchste Güteklasse und wurde unter dem Namen „Rükana“ als Devisenbringer vermarktet. Um dieses Geschäft wirklich lukrativ ausüben zu können, wurden 1972 zwei neue, 100m lange Drehrohröfen in Betrieb genommen. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde auch das langsame Ende der nun dem „VEB Chemiewerk Coswig“ untergeordneten Fabrik eingeleitet. Sinkende Absatzzahlen und zwielichtige Investoren ließen die Belegschaftszahlen stetig von einst 250 auf zum Schluss nur noch 30 Mitarbeiter sinken. 1999 schlossen sich die Tore des Werks endgültig.
In der mehr als 100m langen und ca. 25m hohen Haupthalle thronen noch immer schwere Tanks auf ihren Fundamenten. Von hoch oben schallt das Geklapper der Dachfenster in die Welt hinaus. Die riesigen Wände der Halle wirken massiv. An einigen Stellen bricht rostiger Stahl aus tonnenschweren Betonklötzen. Im Hintergrund der Halle, fast schon barock wirkend, reihen sich die Türme einer uralten Schachtturmbatterie aneinander.

Selbst Hollywood konnte sich dieser einzigartigen Kulisse nicht entziehen. Wir betreten nun die Originaldrehorte von „Inglourious Basterds“, „Monuments Men“ und „Enemy at the Gates“. Auch Rammstein und andere Bands nutzten die einzigartige Endzeitstimmung dieses steinernen Kolosses für ihre Musikvideos.

Von den einst über vierzig Gebäudeteilen sind nicht mehr viele vorhanden … aber dieser übriggebliebene Komplex zog mich in seinen Bann und das Innere der Hallen umhüllte mich mit seiner verwunschenen Atmosphäre.

Revisit

Gesellschaftshaus Grünau und Ballsaal Riviera

Zusammen mit der schnell wachsenden Bevölkerung Berlins nach der Gründung des Deutschen Reichs entwickelten sich die Bedürfnisse für eine abwechslungsreiche Gestaltung der Freizeit. Im Umland der deutschen Hauptstadt entstanden neue Wohnviertel, Einrichtungen für den Wassersport, eine Regattastrecke im Jahr 1880 und „Vergnügungsetablissements“. Im Rahmen dieser Entwicklung gründeten sich an der Dahme Klubs für Ruderer, Paddler und Segelbootfahrer. Diese ließen die zugehörigen Bootshäuser errichten. Für das leibliche Wohl der Besucher und Sportler eröffneten zum Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Ausflugslokale, darunter das Gesellschaftshaus Grünau und die Riviera.
Unmittelbar am Ufer gab es Stege für Ruder- und Segelboote, an denen die Besucher anlegen konnten. Es ist gut vorstellbar, dass die Gaststätten während der Olympischen Sommerspiele in Berlin, als die Wassersportwettkämpfe in Grünau stattfanden, einen Boom erlebten. In diversen Reisehandbüchern (unter anderem dem Baedeker) wurde das Gesellschaftshaus in Grünau den Berlin-Besuchern empfohlen („14 km vom Berliner Stadtzentrum, Restaurant, Garten, Dampferanlegestelle“).

Die Riviera Grünau ist ein historisches Gebäudeensemble für große Tanz- und Freizeitvergnügen mit einem ehemals imposanten Ballsaal direkt an der Straße. Es entwickelte sich aus einem einfachen Ausschank um 1888. Kernstück der Riviera war das Restaurant Bellevue. Das Gesellschaftshaus und die Riviera stehen seit 1977 in der Landesdenkmalliste, seit 1991 sind sie jedoch geschlossen und verfallen langsam.

Das Gesellschaftshaus besteht aus zwei parallel zueinander angeordneten Ziegelbauten mit rechteckigem Grundriss, die Elemente des Jugendstils und des Klassizismus zeigen. Sie waren mit Klinkern und simuliertem Fachwerk verblendet. Der Gebäudeteil an der Straße ist dreistöckig und beherbergte im Hochparterre eine Gaststätte. Deren Decke und Wände hatte der Architekt in einem Mischstil aus Neubarock und Jugendstil gestaltet. Das Wohn- und Gaststättengebäude ist siebenachsig angelegt und mit einem Satteldach abgeschlossen. Dahinter, zum Ufer hin befindet sich das Saalgebäude, dessen Herz ein neun Meter hoher Ballsaal ist. Er war mit Kronleuchtern, Rundbogenfenstern, Logen und ebenfalls reichen Stuckarbeiten geschmückt. Im Untergeschoss des Hauses befanden sich die Wirtschaftsräume.

Die Riviera, nördlich an das Gesellschaftshaus anschließend, hatte von der Straße aus, neben dem Gebäude einen Eingang mit einem geschwungenen, schmiedeeisernen Tor zum Gartenbereich und zum Haus. Das Saalgebäude, aus Ziegelsteinen aufgemauert und verputzt, ist eingeschossig und verfügt im straßenseitigen Bauabschnitt über ein Flachdach, dahinter schließt sich ein gering geneigtes Pultdach an. Von den anfangs auf allen vier Seiten vorhandenen Bogenfenstern, wurden 1920, die an den seitlichen Bauteilen befindlichen, zugemauert. Im Inneren des Raumes wurden an den so entstandenen Rundnischen Phantasie-Bauwerke nach italienischen Vorbildern aufgemalt, ein vieretagiger Kronleuchter hing in der Mitte des Raumes.
Der Gast gelangte in den imposanten Ballsaal, mit Palmen geschmückt, und mit neun Meter hohen Wänden. Große vierbahnige Rundbogenfenster ließen von Ost und West Tageslicht eintreten. An den Giebelseiten bildeten Rundnischen mit zwischengearbeiteten Halbsäulen das architektonische Pendant. Die Säulendarstellungen gingen in Vouten über und waren mit Stuckaturen verziert. Um die mit Parkett ausgelegte Tanzfläche herum gab es auf allen vier Seiten auf einer umlaufenden Halbempore Sitzbereiche mit freiem Blick in den Raum. Eine Sandsteinbalustrade trug unter dem Handlauf von Bildhauern ausgearbeitete Schmuckelemente. An einer Längsseite befand sich eine Nische für das Orchester. Der Ballsaal ähnelte sehr dem Ballsaal des Gesellschaftshauses. Beide Gebäude ließ der Eigentümer um das Jahr 1900 durch angebaute Veranden zusammenfassen, deren Ecken mit Ziertürmchen betont wurden. Darüber hinaus wurden ein Gartenbereich mit Kastanien gestaltet und drei Kegelbahnen errichtet.

Im Jahr 1943 befand sich das Ausflugsetablissement im Eigentum des Gastwirts H. Liebing, der im Berliner Stadtzentrum wohnte. Unmittelbar gegenüber des Etablissements, auf der anderen Straßenseite hatten sich die Deutsche Arbeitsfront, Ortsgruppe Grünau, sowie ein Amt für Volkswohlfahrt und die NSDAP-Ortsgruppe Grünau, in einem ehemaligen Kolonistengehöft eingenistet. Diese Immobilie war ebenfalls im Besitz von H. Liebing. Aus einer Veröffentlichung des Jahres 2013 geht hervor, dass in der NS-Zeit die Organisation Kraft durch Freude Träger der Ausflugslokale Gesellschaftshaus und Riviera gewesen sein soll. Das Bauwerksensemble überdauerte die beiden Weltkriege relativ unbeschadet.
Nach dem Krieg übertrug die Sowjetische Stadtkommandantur mit dem Befehl 124 die Verwaltung aller Sport- und Gastronomieeinrichtungen von Grünau dem Bezirksamt Köpenick. Die Namen von Riviera und Gesellschaftshaus blieben erhalten, auch in der DDR-Zeit. Nach den langen Jahren der Nutzung war eine gründliche Renovierung erforderlich, die ab 1957 erfolgte. Dabei schlugen die Bauarbeiter den vorherigen, grün-gelben Putz der Riviera ab, teilweise auch die Klinker des Gesellschaftshauses. Beide Gebäude erhielten einheitlichen, grauen Rauputz. Die vorher auf dem Dach der Riviera vorhandenen Balustraden wurden abgebaut, die Bogennischen im Inneren verloren ihre italienischen Landschaften. In den 1980er Jahren musste der Tanzsaal der Riviera gesperrt werden, die verbliebenen Räume wurden als Diskothek und als Nachtbar genutzt.
Nach der politischen Wende ging
die Immobilie in den Besitz des Bundes und damit an die Treuhandanstalt bzw. deren Nachfolgeeinrichtung, den Liegenschaftsfonds. Die Bewirtschaftung wurde aufgegeben, die Häuser geschlossen. Eine kurzzeitige Belebung des Grundstücks erfolgte, als im August 2000 ein Biergarten eröffnete, der jedoch bereits im Oktober wieder schließen musste.

U-Verlagerung Sumpfhuhn

 Erbaut wurden diese unterirdischen Anlagen, wie auch der Flughafen selbst, zwischen 1937 und 1941. Planender Architekt war Ernst Sagebiel unter der Ägide Albert Speers. Doch während die Arbeiten am Flughafen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges ins Stocken kamen und teilweise erst in den 50er-Jahren abgeschlossen wurden, hat man die Keller- und Bunkeranlagen im geplanten Umfang fertig gestellt. Nach 1943 wurden die unter dem Hangar verlaufenden Tunnelröhren zur Montage von Jagdflugzeugen genutzt. Der Luftkrieg hatte die Begehrlichkeiten für unterirdische und somit unsichtbare Produktionsstandorte geweckt. Und ähnlich der Salzstöcke in den Mittelgebirgen wurde so auch unter Tempelhof Kriegsgerät zusammengezimmert. Konkret betraf dies die beiden Jagdflugzeuge Focke-Wulf 190 und die JU-87, die unter dem Beinamen "StuKa" von der NS-Propaganda zur Wunderwaffe stilisiert wurde. Die improvisierte Flugzeugmontage hat indes keine Spuren hinterlassen. Anders als der 400 Meter lange kombinierte Eisenbahn- und Straßentunnel, der dem oberirdischen Verlauf des Flughafengebäudes über weite Strecken folgt. Noch immer bildet er die wichtigste Nordost-Südwest-Verbindung innerhalb des Komplexes, auch wenn ihn immer weniger Fahrzeuge passieren. Züge rollen dort längst nicht mehr.

Wandmalereien im Lufthansabunker

Die Welt unter dem Flughafen ist eine verschachtelte Bunkerlandschaft, die die Enge und die Angst physisch erfahrbar werden lässt. Liebevoll und doch gleichsam hilflos etwa die Ausgestaltung eines alten Luftschutzkellers, dem sogenannten Lufthansa-Bunker: Wandmotive von Wilhelm Busch sollten Berliner Bombennächte vor allem für Kinder erträglicher gestalten. Ein ironisches Bild, nicht nur im Rückblick – der listige Wilhelm Busch hätte für die NS-Diktatur sicher andere Motive übrig gehabt als die seiner kindlichen Schelme. Überraschend gut erhalten sind Buschs Motive nach all den Dekaden. Und eine Sentenz des Zeichners, der zu Lebzeiten gerade noch die ersten Doppeldeckermaschinen erlebt haben dürfte, will gar vorzüglich in die Katakomben eines Flughafens und in die euphorische Frühzeit der Luftfahrt passen: "Begeistert blickt er in die Höh, Willkommen herrliche Idee."

Objekt Koralle

„Wir glauben an die Zukunft der Deutschen. Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt.“

Zeilen aus dem  Schwur der Verschwörer. Zeilen, verfasst  von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem bekanntesten der gescheiterten Hitler-Attentäter. Der Schwur war gedacht für die „Zeit danach“, einer Zeit nach dem „Führer“, die nicht zustande kam. Heute ist das Dokument nahezu vergessen. So wie die Stätte, an der es verfasst wurde – das „Lager Koralle“.

Dieses befand sich nur eine halbe Stunde nördlich von Berlin. Zwischen 1943 und 1945 hatte das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) hier sein Hauptquartier. Noch heute stehen die Ruinen. Von ihrer Existenz, versteckt im Wald, wissen nur wenige.

Das Objekt war zuerst als Marine-Nachrichtenschule gedacht und erhielt den Namen „Koralle“ erst später. Die Bauarbeiten begannen 1939 in dem stark bewaldeten Gebiet.

Aufgrund der immer größer werdenden Gefahr durch Fliegerbomben wurde beschlossen, die Führungszentrale des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM) aus Berlin in ein sichereres Gebiet zu verlegen. Am 30. Januar 1943 bezog es seinen Sitz im Lager Koralle. Wenig später wurde vor Ort auch die Hauptfunkstelle des Befehlshabers der U-Boote (BdU) eingerichtet. Damit liefen nun alle Nachrichtenverbindungen für den U-Boot-Krieg im bombensicheren Nachrichtenbunker der Station ein.

Nach dem Vormarsch der Roten Armee und Einkesselung Berlins erging am 19. April 1945 der Befehl zur Verlegung in das Ausweichquartier Objekt Forelle bei Plön und acht Tage später nach Flensburg-Mürwik.

Seit Jahrzehnten zieht sich das Moos über meterdicke Betonwände. Mutmaßlich sowjetische Soldaten  haben in kyrillischen Buchstaben Botschaften für die Nachwelt hinterlassen. Sie sprengten nach dem Sieg über Nazi-Deutschland die militärische Anlage  (andere Quellen sprechen von Zerstörung bereits durch die deutsche Wehrmacht). Es gab einen Flakbunker, einen Hochbunker und einen unterirdischen Bunker. In dem unterirdischen Bunker operierte die Zentrale des OKM. Hinzu kamen ein Offizierskasino, Baracken, mehrere Löschwasserteiche und andere kleinere Objekte. Die Gebäude waren zum Teil unterirdisch miteinander verbunden. Das Lager Koralle war mit zahlreichen Anlagen zur Telekommunikation ausgestattet.

„Koralle“-Kern  war der unterirdische, zwei Etagen tiefe Bunker.  Allein seine Bodenplatte war zwei Meter dick, die Seitenwände dreieinhalb Meter.  Hier war die Leitstelle der Marine untergebracht. Von hier aus steuerten die Nazis um Großadmiral Karl Dönitz (letzes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches) in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges Kampfschiffe sowie U-Boote, schickten noch hunderte Soldaten in den sinnlosen Tod.

Etwa 1500 Wehrmachtsangehörige und Zivilisten sollen laut Zeitzeugen 1944 im Objekt beschäftigt gewesen sein. Nach dem Krieg nutzte  die DDR-Bereitschaftspolizei die Ruine zum Training für den Häuserkampf. Und heute? Die Geheimniskrämerei ist groß. Denn es gibt trotz intensiver (erfolgloser) Suche noch immer Gerüchte, dass in der gut einen Quadratkilometer großen Anlage Schätze vergraben sind. Metertief gegrabene Löcher im Waldboden sind stumme Zeugen der hartnäckigen Jagd. 

Bunker Komplex 5000

Die Bunker des „Komplex 5000“, intern auch als „Investkomplex 17“ bezeichnet, waren Teil eines militärischen Investitionsprogramms zur planmäßigen Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR, das auch mit dem Befehl Nr. 10/73 des MfS vom 5. Februar 1973 in engem Zusammenhang stand. Alle diesem Befehl unterliegenden Maßnahmen zur Geheimhaltung des Investitionsprogramms erfolgten unter der Tarnbezeichnung 'Filigran'. Die Bauwerke wurden im Auftrag des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR angelegt und sollten im Krisen- und Kriegsfall Schutz der Führung und die Kommunikation mit dem Militär (NVA) und den verbündeten Streitkräften des Warschauer Paktes gewährleisten.

Einzelobjekte:

17/5001: "Honecker-Bunker" Hauptführungsstelle des Nationalen Verteidigungsrates der DDR („Perle“)
Daten:
    Nutzfläche: 7.500 m²
    Umbauter Raum: 96.000 m³
    Rauminhalt: 65.000 m³
    170 Räume
    24 Lager

„Perle“ war der Deckname für die Bunkeranlage in Prenden (Gemeinde Wandlitz), die auf drei Ebenen unter der Erde an der Ützdorfer Straße, zwischen den Strombergen und dem Bogensee, errichtet wurde. Der zwischen 1978 und 1983 gebaute, über 7.500 m² große Bunker ist eines der größten und bekanntesten unterirdischen Schutzbauwerke auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die offiziell Sonderbauwerk 17/5001 (SBW 17/5001) genannte Anlage galt als technische Meisterleistung und war bei ihrer Indienststellung im Jahr 1983 das wohl aufwändigste Bauwerk seiner Art im gesamten Ostblock.
Große Teile der dreigeschossigen Anlage sind elastisch gelagert, um auch die Stoßwelle einer Kernwaffendetonation abfangen zu können (Schutzklasse A). Hierzu wurden Federmechanismen und stickstoffgefüllte Pneumokord-Stoßdämpfer (PKU) verwendet. Knapp 350 Personen (laut Übergabeprotokoll), darunter die Mitglieder des NVR und dessen Vorsitzender Erich Honecker, hätten hier Zuflucht gefunden. Umgangssprachlich wird das Objekt 5001 daher auch als Honecker-Bunker bezeichnet.
Der Bunker wurde nach der „Wende“ in der DDR von der Bundeswehr übernommen, untersucht und 1993 versiegelt und aufgegeben. Die oberirdischen Tarnaufbauten wurden abgerissen. Die darunter befindlichen Zugänge und Betonhauben für Zu- und Abluft wurden wegen des einsetzenden Bunkertourismus von der örtlichen Forstbehörde mit Aushub zugeschüttet. Inzwischen steht die Anlage unter Denkmalschutz. Ende 2008 wurde der Eingangsbereich mit einer Betonplombe verschlossen.
Der nördliche Teil des Kasernengeländes befindet sich in Privatbesitz und das Betreten ist nicht gestattet.

 

17/5002: Funksendezentrale (geschützte Sendestelle)

17/5005: "Mielke-Bunker" Führungsbunker MfS

17/5011: Nachrichtenbunker

17/5020: Hubschrauberlandeplatz (Anlaufpunkt)

Das Objekt 17/5020, intern auch als „Anlaufpunkt“ bezeichnet, befand sich an der Ortsverbindungsstraße Bernau–Wandlitz und wurde als Hubschrauberlandeplatz und Kurier-, Melde- und Verteilerzentrale in drei Kilometer Entfernung zur Waldsiedlung gebaut. Die Nähe zum Wohnsitz der Mitglieder des Politbüros sollte hauptsächlich den „gedeckten Rückzug“ der Mitglieder des NVR sowie der restlichen privilegierten Mitglieder der Regierung per Flugzeug oder Hubschrauber Richtung Osten sicherstellen. Für eine Evakuierung hätte die Staatsführung auch per Helikopter direkt aus der Waldsiedlung ausgeflogen werden können. Die Bunkerbauten sind kleiner und haben nachrangige Bedeutung und Funktion im Komplex 5000. Es handelt sich um mehrere Fahrzeugbunker (sechs Stück unter den Bereitschaftsgebäuden) und einen zentralen FB-75-Komplex. Weiterhin gibt es einen geschützten Keller im Towergebäude und mehrere Kleinbunker, sowie FB-3-Mannschaftsbunker auf dem Gelände. Die Anlage ist überwiegend abgerissen worden. Lediglich die beiden großen Bunkerbauwerke, welche sich unter den Unterkunftsbaracken befanden, sowie der große Garagenbunker gleich dahinter, wurden an Ort und Stelle belassen. Sie dienen heute als Behausung für Fledermäuse.

Objektdaten:
    Bau 1981 bis 19.12.1984 durch VEB GAN Spezialbau Bernau (Baukosten 22 Mio. Mark)
   
2 Bunker Typ MB/BS-STB-81 mit Garagenanbau für je 9 Fahrzeuge, monolithischer Garagenbunker, Schutzklasse E,
    Netzersatzanlage mit je 75 kVA, Montageschacht, Zugang über Tarnbaracke
    Tower mit Schutzkeller (Netzersatzanlage 50 kVA, Notausstieg), 2 Postenbunker FB-3/M,
    2 stationäre Landescheinwerfer APM-90 mit Schutzbauwerk, Start- und Landebahn (375 m), Wachgebäude, Kfz-Halle

Eine weitere interessante Anlage, zugehörig zum Objekt 17/5020, befand sich gut im Wald versteckt und von einer Hochspannungssicherungsanlage (HSA) umzäunt, in ca. 1000 Meter Entfernung auf der anderen Seite der Bundesautobahn 11. Dabei handelt es sich um das Teilobjekt TO 28.1, den sogenannten Nahmarkierungspunkt (NMP) für das Flugfeld. Die dort in einer Höhe von 19 Meter errichtete Antennenanlage vom Typ SHG 19/70, hatte eine Spannweite von 70 Meter und war in paralleler Richtung zur Achse des Flugfeldes gespannt.

 

17/5021: Teilgeschützte Sendestelle

Wohnungsbau

Nicht realisierte Einzelobjekte:

Aus Kostengründen wurden in Abweichung zur ursprünglichen Planung folgende Einzelobjekte nicht realisiert:

    Objekt 17/5004 (Zentrale Datenverarbeitungsanlage)
    Objekt 17/5012 (Wechselführungsstelle)
    Objekt 17/5022 (zweite teilgeschützte Sendestelle)

Das Gegenstück in der Bundesrepublik Deutschland war der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit in Rheinland-Pfalz.

Die Kleiderkammern des „Föhrers“

Langsam fahre ich an einer schmutzig-grauen Mauer entlang. Dahinter: eine Brache mit Büschen und Bäumen. Einen knappen Kilometer lang ist die Mauer, das riesige Gelände dahinter gehört zum ehemaligen Heeresbekleidungshauptamt der Wehrmacht – das Gebäude ist von der Straße aus durch das Gestrüpp kaum zu sehen.

Einem Trampelpfad folgend geht es hinein ins Dickicht. Mittendrin steht ein gewaltiger Klinkerbau. Kasernenartig, dreigeschossig plus Satteldach aus Beton. Die Steine in den Wänden sind teilweise herausgefallen, die meisten Fenster eingeschlagen, Türen stehen offen.

Eine steile Treppe führt nach oben. In jedem Stockwerk gibt es Flure mit unzähligen Räumen. Während des Krieges arbeiteten hier rund 1.300 Mitarbeiter, um die Uniformen der Wehrmacht herzustellen und zu lagern.

Bis Anfang der 90er Jahre diente der Komplex als Versorgungsdepot der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland und steht nun seitdem leer: Bäume wachsen aus dem Dach, drinnen ist der Boden übersät von Glasscherben, Graffiti an den Wänden, irgendwo ein altdeutscher Schriftzug: "Rauchen verboten". Unter dem Dach haben sowjetische Soldaten wohl einst Basketball gespielt. Man erkennt es an der alten Feldmarkierung auf dem nackten Betonboden.

Die Wehrmacht unterhielt von 1938 bis Kriegsende in Bernau ein Heeresbekleidungshauptamt und ein Nebenamt. Hier wurden Uniformen Stiefel und weitere Ausstattungsgegenstände für alle Waffengattungen hergestellt und gelagert.

Nach dem Krieg nutzte die damalige sowjetische Armee (später GSSD) den Komplex als Nachschub- und Versorgungsdepot. Neben der Lagerung von Uniformen und Zubehör wurden eine Näherei und eine chemische Reinigung betrieben.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte 1991 vom Gebiet der ehemaligen DDR verfällt das als Sperrgebiet ausgezeichnete und bewachte Gelände.

Im Sperrgebiet

In den Tiefen der Wälder Brandenburgs versteckt sich, als Hinterlassenschaft der russischen Besatzer, diese unterirdische, zweietagige Bunkeranlage. Erbaut in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, diente dieser Nachrichtenbunker als Troposphären- und Richtfunkstelle der Nachrichtenzentrale "Ranet" in Wünsdorf.

Heeresversuchsstelle

Hier wurde die Kriegsführung zur Perfektion gebracht.
Wir begeben uns an eine Stätte, an der über Jahrzehnte und Regime hinweg Forscher, Industrielle, Politiker und Militärs zusammenfanden, um das Töten zu perfektionieren.

Kummersdorf war über Jahrzehnte eines der wichtigsten Experimentierfelder für Waffentechnik, die wohl vielfältigste Militärforschungsstätte der Welt. Auf diesem Boden wurden zwei verheerende Weltkriege vorbereitet. Auf diesem Boden begann die Raketenforschung, die zur Raumfahrt führte und zum Wettrüsten. Hier startete das deutsche Atomprogramm und entstand die weltweit erste Anlage für genormte Geländefahrzeugtests. Von hier aus koordinierten sowjetische Streitkräfte ihre Versorgungsflüge an die Frontlinie des Kalten Krieges. Die DDR präsentierte auf diesem Gelände ihre Rüstungsgüter für den internationalen Waffenhandel. Und Ex-Staatschef Honecker verbrachte hier 1991 seine letzte Nacht, bevor er nach Moskau floh.

All dies geschah im Verborgenen. In der öffentlichen Wahrnehmung und in der aktuellen Forschung kommt das bis heute schwer zugängliche, fast vergessene Gelände kaum vor.

Unzählige Bauwerke tarnen sich in diesem Wald – gewaltige Klumpen aus Stahl und Beton, eingerahmt und überwuchert von der Natur. Relikte, die wirken wie Ruinen einer untergegangenen Kultur. Es sind Beschussziele, Bunker, Lüftungsschächte, auch Bauten, deren Funktion bis heute nicht ganz klar ist

Ins Visier preußischer Militärstrategen war das Terrain schon kurz nach Ende des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 geraten. Die Artillerie-Prüfungskommission suchte ein neues Versuchsgelände als Ersatz für Berlin-Tegel – wegen der wachsenden Zerstörungskraft und Reichweite der Geschütze, aber auch zum Zwecke der Geheimhaltung.
Fortan erprobte man im Staatsforst bei Kummersdorf Waffen und Munition, Brücken- und Festungsbauten, Feldeisenbahnen und bombende Luftschiffe. Bis auch der neue Schießplatz seine Kapazitätsgrenzen erreichte: Ein Geschütz des Rüstungskonzerns Krupp ließ eine 1000 Kilogramm schwere Granate 15 Kilometer weit fliegen. Noch bevor diese Kanone, die "Dicke Bertha", ausgetestet war, begann der Erste Weltkrieg. Die Erprobung erfolgte gegen Belgien.

Das Kriegsende 1918 hätte auch das Ende des "Schießplatzes Kummersdorf" sein sollen: Der Friedensvertrag von Versailles verbot den Deutschen die Entwicklung neuer Waffen. Doch stattdessen wurde auf dem Gelände die Geheimhaltung verschärft. Auf dem Reißbrett entstanden Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstungen – und ab Mitte der Zwanzigerjahren wurde in Kummersdorf wieder geschossen. Das Heereswaffenamt wachte jetzt über Artillerie, Nachrichtentechnik und Panzer, die zur Tarnung "Großtraktoren" hießen.

Bis heute sind rund 4000 Bauwerke auf diesem Gelände entdeckt und kartografiert – aus der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der sowjetischen Besatzung. Außer mit Waffen war auch mit Baumaterialien und -konstruktionen experimentiert worden. Zu den bemerkenswertesten Hinterlassenschaften zählen die Triebwerksprüfstände aus der Anfangszeit der Raketenforschung – Fragmente, wie es sie nirgendwo sonst gibt.

Was die russischen Truppen gebrauchen konnten, demontierten sie nach Kriegsende als Reparationen für ihre Heimat. Mehr noch interessierte sich die Besatzungsmacht für Personal und Unterlagen: Ab 1942 war der Sowjetführung bekannt, dass Physiker und Chemiker der Heeresversuchsstelle auch an einem Uranprojekt gearbeitet hatten.

Mit dem Krieg indes endete die Geheimniskrämerei in Kummersdorf nicht: Abermals wurde das Areal zur Sperrzone; in die Garnisonen zogen nun sowjetische Truppen. Nahe Wünsdorf, einst Sitz des Oberkommandos der Wehrmacht und dann der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, ließen sich die Besatzer von der DDR quer über die Schießbahnen einen Flugplatz bauen. 1994 erst zogen die letzten russischen Truppen ab.

Irgendwann zerfallen die Ruinen ganz oder werden von der Natur verschluckt.

Teil I

Teil II

Teil III

Teil IV

Die Verbotene Stadt

Die Waldstadt, ein ehemals selbständiger Gemeindeteil des Ortsteils Wünsdorf. Dort entstand 1910 ein Kaiserlicher Truppenübungsplatz mit einer Garnison. 1935 folgte die Kommandozentrale der Deutschen Heeresführung (OKH) und ab 1945 der Hauptgefechtsstand der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und der sowjetischen 16. Luftarmee. Es entstand die größte Militärstadt auf deutschem Boden …

Wünsdorf allein umfasste fünf sowjetische Militärstädte unterschiedlicher Truppenteile. Vier-, fünf,- ja sogar sechsstöckige Wohnhäuser gehörten dazu, Sportstätten, Schulen, Schwimmbäder, Kinos auf einer Fläche von rund 600 Hektar und damit fast dreimal so groß wie der Berliner Tiergarten.

Ohne die Truppe war Wünsdorf bloß ein großes Dorf mit kaum mehr als 3000 Einwohnern. Erst die Russen hatten den Ort zur Stadt gemacht. Einer ziemlich merkwürdigen … und geheimnisvollen …

Doch als am 12. September 1990 der Zwei-plus-Vier-Vertrag geschlossen wurde, besiegelte das nicht nur die Wiedervereinigung, sondern auch das Ende der russischen Militärpräsenz auf deutschem Boden. Es folgte der größte Rückzug der Militärgeschichte in Friedenszeiten: Binnen vier Jahren sollten 330 000 Soldaten, 208 000 Familienangehörige, 4116 Panzer und 8000 gepanzerte Fahrzeuge den Weg zurück antreten.

Ziemlich viele taten das mit der Bahn von Wünsdorf aus. Sie stiegen nicht an der kleinen Station ein, die heute den Ort mit Cottbus, Angermünde oder Elsterwerda verbindet. Gut 100 Meter weiter gab es einen russischen Bahnhof mit nur einem Gleis: Der Endpunkt der Linie Wjunsdorf – Moskwa. Zwei Tage dauerte die Fahrt.

Der Bahnsteig ist heute kaum noch zu identifizieren. Die Gleise sind abgeräumt, die nutzlosen Schwellen verrotten zwischen Birkenschößlingen, das Bahnsteigdach fehlt. Im Hintergrund ragen die Mauern der alten Militärbäckerei auf, die Fenster sind mit Brettern vernagelt.

Was sollte nun werden, mit all den Häusern in Wünsdorfs geheimer Hälfte, westlich von Bahndamm und B 96?
Erst hoffte man auf die Bundeswehr. In Wünsdorf übte schon vor über 100 Jahren des Kaisers Armee das Schießen mit großen Kalibern. Nachdem deren Krieg 1918 verloren war, richtete sich die Reichswehr der Weimarer Republik ein, gefolgt von Hitlers Wehrmacht. Das Oberkommando des Heeres ließ gewaltige Bunker errichten. Fernmeldeleitungen von allen Fronten liefen in Wünsdorf ein, der Angriff auf die Sowjetunion wurde hier geplant. Am Ende nahm die Rote Armee das Areal kampflos ein.

Geschätzt die Hälfte des einstigen militärischen Komplexes ist heute Teil der zivilen Waldstadt. Neben den sanierten Bereichen sichert Stacheldraht die leerstehenden Gebäude vor Souvenirjägern und Vandalismus, die manchem Bau sichtlich zugesetzt haben.

Revisit

Als besonderes Highlight der Garnisonstadt, ist das „Haus der Offiziere“ anzusehen. Kernstück des Gebäudes ist das schlossartige, symmetrisch angelegte Hauptgebäude mit seinen imposanten Seitenflügeln.

Vor dem Trakt blickt Genosse Lenin weit in die Natur. Hinter dem Gebäude liegt das denkmalgeschützte, mittlerweile sehr marode Diorama. Ein Rundbau, der erst 1970 an den Komplex gebaut wurde. Hier präsentierten die Sowjets ein Gemälde mit dem Titel „Erstürmung des Reichstages durch die Rote Armee“.

Nördlich vom Haus der Offiziere befindet sich das Offiziersspeisehaus, das von den sowjetischen Truppen als Pionierhaus umgenutzt wurde. Die Russen brachten dort ein Kasino und eine Bibliothek unter.

In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Offiziersspeisehaus, steht das Hallenschwimmbad – über die seitlich liegenden Umkleidekabinen, mit dem dazugehörigen Kesselhaus verbunden.

Die ehemalige Turnhalle, die 1945 zum Konzerthaus umgebaut wurde, beherbergt jetzt zwei Hallen mit nachträglich eingebauten Bühnen und Nebenräumen, die noch heute einen stattlichen Eindruck vermitteln.